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Smartphone Crash - Griff ins Klo

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08:33 07.11.2020
Fällt das Smartphone in die Toilette, bleibt nur ein beherzter Griff mittenrein. Quelle: Evgen/Adobe Stock
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Leipzig

Das Handy ist ins Klo gefallen, als die Waschmaschine, auf der das Telefon lag, in den Schleudergang geschaltet hat. Das Baby hat seine Flasche aufs Display geknallt. Wir haben uns gestritten, und ich habe ihr Telefon an die Wand geschmissen. Ich bin mit dem Auto drüber gefahren. Wir haben uns die Rucksäcke um die Ohren gehauen und dabei sind die Handys rausgeflogen. Mir ist es auf die Grabumrandung gefallen. Mein Hund hat reingebissen. Der Rasenmäher ist drüber gefahren… Es gibt zig Gründe, sich unglücklich zu machen.

Christian Jasch (38) hört tagtäglich die skurrilsten Geschichten, auf welche Art und Weise seine Kunden ihre Lieblinge schrotten. „Der Klassiker ist und bleibt: Das Handy fällt beim Hose runterlassen in die Toilette. Das passiert vor allem Frauen“, sagt Jasch. 15 bis 20 Handys landen pro Tag in seinem Laden reptune. Seine Kundschaft ist divers: Geschäftsleute, Fußballer, Handballer, Eishockeyspieler, Mütter, Teenager, Redakteure, Manager, Politiker – sie alle kommen in höchster Not und mit den verrücktesten Selfmade-Ideen: „Wir hatten schon Leute, die ihre Smartphones mit Flüssigkleber oder Tesa bearbeitet hatten und einsehen mussten, dass man lieber einen Fachmann ranlassen sollte.“

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Wir, das sind Christian Jasch und sein Geschäftspartner Hendrik Bärschner (39). Der ehemalige Eishockey-Profi ist in der Leipziger Sportszene gut vernetzt und bringt so den einen oder anderen sportlichen Handycrack in den Laden. Spezialisiert haben sich die beiden Leipziger auf Smartphones und Tablets der Marken Apple, Samsung und Huawei. Sie löten, retten Daten, tauschen Linsen, reparieren Kameras, tauschen Akkus, säubern Membranen, bereiten auf, veredeln – die Bandbreite dessen, was ein Smartphone an Handarbeit hergibt, ist enorm. Deshalb tut es auch so weh, wenn es kaputt geht.

Von Simone Liss