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Lokales Junge Eichen sind im Leipziger Auwald gut durch die Hitze gekommen
Leipzig Lokales Junge Eichen sind im Leipziger Auwald gut durch die Hitze gekommen
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20:24 26.08.2019
Leipzigs Stadtförster Andreas Sickert untersucht junge Eichen, die 2017/2018 im Waldgebiet Nonne in Schleußig gepflanzt wurden. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig

Es war ein Schock im Juni: Ein rund 20 Hektar großer Bestand an Roteichen am Cospudener See nahe der A 38 und Belantis war von den Raupen des Schwammspinners regelrecht kahl gefressenworden. Die städtischen Förster blieben trotzdem ruhig, setzten auf die Natur und den Johannistrieb bei Eichen und Buchen, der einen Neuaustrieb nach einem Schädlingsbefall im Sommer ermöglicht. Sie behielten Recht. Die Roteichen haben neue Blätter gebildet. Noch zart, aber deutlich sichtbar ist der Bestand wieder ergrünt.

Der nächste Winter zählt

Stadtförster Andreas Sickert sieht das Stückchen Wald damit aber noch nicht gerettet. „Wir müssen abwarten, wie viele Falter dort Eier gelegt haben, wie viele den Winter überleben, wie stark der Raupenbefall im kommenden Jahr wird“, sagt er. Und weiß: Mehrere Jahre nacheinander sind auch Roteichen für einen Zweitaustrieb zu schwach. „Eventuell überlassen wir die Fläche sich selbst, oder müssen dort etwas anderes anpflanzen. Pestizide werden wir auf jeden Fall nicht einsetzen“, betont er. Obwohl die Fläche in keinem Schutzgebiet liege.

Im Leipziger Auwald gab es keinen Raupenbefall. Hier sind aber fast alle Eschen vom sogenanntenEschentriebsterben befallen, vor allem junge Bäume stark betroffen. Und die Rußrindenkrankheit rafft die Ahorne dahin. Panik ist dennoch nicht Sickerts Sache. Zusammen mit Forschungseinrichtungen wird zum Beispiel bundesweit bei den Eschen nach Lösungen gesucht, dazu werden auch in Leipzig resistente Eschen gesucht.

Unterm Eichenschirm kann was wachsen

Zudem bleiben die Stadtförster der Linie treu, im Auwald vor allem die Eichen zu fördern. Sie gelten als besonders gut dem Klimawandel angepasst, sind auch Überflutungen gewohnt, können die besser vertragen als etwa Ahorne. Die Eiche gilt daher als Zielbaumartim Leipziger Auwald. „Und unter ihrem Schirm können sich alle möglichen anderen Baumarten einfinden“, erklärt Sickert.

Aber sie benötigt viel Licht, kommt im Auwald wegen der großen Konkurrenz nicht alleine hoch. Im Waldgebiet Nonne in Schleußig war daher vor etwa zwei Jahren eine zu DDR-Zeiten angelegte Eschenmonokultur gefällt worden. „Die Bäume waren vom Triebsterben befallen, schon fast alle abgestorben“, erklärt Sickert. An ihre Stelle wurden auf der entstandenen Lichtung Eichen gepflanzt. Trotz aller Unkenrufe von Kritikern seien die jungen Bäume gut angewachsen, meint Sickert. „Etwa 70 Prozent sind angegangen – und das trotz der Trockenheit der letzten beiden Sommer und obwohl wir hier keine Zäune gegen Wildverbiss gesetzt haben.“

„Wir jammern auf hohem Niveau“

Ähnlich sei es bei den Neuanpflanzungen im gesamten Stadtwald. „Wir haben Schäden, und auch höhere als in den Vorjahren“, erklärt der Leiter der Abteilung Stadtförster. „Aber insgesamt ist die Situation noch zufriedenstellend. Wir jammern auf hohem Niveau. Andere sind viel schlimmer betroffen“, sagt er und verweist im Umland auf schwere Sturmschäden, Borkenkäfer und Co, die im Stadtwald jedoch fast keine Rolle spielen.

Trotzdem pausiert der aus Sickerts Sicht erfolgreiche schonende Waldumbau auf betroffenen Flächen. Grund: Die Stadt liegt im Rechtsstreit mit dem Verein Nukla und der Grünen Liga. Die hatten wegen der Bewirtschaftung des Waldes in den EU-Schutzgebieten geklagt, sehen darin einen Verstoß gegen die Schutzbestimmungen. In erster Instanz verlor die Grüne Liga zwar, zog aber weiter vors Oberverwaltungsgericht. „Ein von allen akzeptiertes Urteil erwarten wir erst vor dem EU-Gerichtshof“, schrieb unlängst Nukla-Chef Wolfgang Stoiber in einem offenen Brief an alle Ratsfraktionen.

Von Jörg ter Vehn

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