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Leipzig Lokales So sehen Leipzigs neue Wartehäuschen aus
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18:08 09.05.2019
So sieht die Moos-Variante der neuen Unterstände aus – rund 900 Wartehäuschen an LVB-Haltestellen in Leipzig werden bis 2020 erneuert. Quelle: RBL Media
Leipzig

Für viele Leipziger sind sie eine tägliche Anlaufstelle: Die Wartehäuschen an Straßenbahn- und Bushaltestellen. Hier finden sie Schutz vor Regen, die Fahrtzeiten – und Werbung an den Seitenwänden. Nachdem die Stadt im letzten Jahr nach einigem Hin und Her einen neuen Betreiber für ihre öffentlichen Reklameflächen gefunden hatte (die LVZ berichtete), werden ab dem 1. Juli nun 670 Wartehäuschen ausgetauscht – jede Woche 30 Stück. Zusätzlich sollen 230 Haltestellen erstmals einen Unterstand bekommen, so dass insgesamt 900 der 1374 Haltestellen in Leipzig Wartehäuschen haben werden.

Vor allem die Dächer verändern sich

Am Donnerstag präsentierte der neue Betreiber der Außenwerbung, das rheinländische Unternehmen RBL Media, die Entwürfe für die Unterstände im Stadtbüro. Auf den ersten Blick verändert sich nicht viel: Schwarzer Aluminiumrahmen, Glaswände, ein Werbeplakat an der Seite. Der größte Unterschied findet sich auf dem Dach: An rund 400 Haltestellen sollen Solarpanels Strom für eine LED-Leuchte über den Fahrpläne produzieren. Dort, wo für die Beleuchtung von Werbevitrinen ein Anschluss an das Stromnetz nötig ist, erhalten die Wartehäuschen ein „grünes Dach“. Hier sollen Moosflechten Kohlendioxid binden und so den Klimaschutz fördern. Außerdem neu: Die Bänke bekommen eine Bambusauflage – dies soll vor allen im Winter kalte Sitzflächen verhindern.

Der Geschäftsführer von RBL Media, Daniel Lange, spricht von einem „komplett nachhaltigen Konzept“. Das Aluminium soll größtenteils aus recyceltem Material bestehen, Reinigungskräfte sollen mit Elektro-Fahrzeugen unterwegs sein. Um eine zu 100 Prozent ausgeglichene Klimabilanz zu erreichen, werden Klimazertifikate gekauft und Öko-Projekte unterstützt. Das Ziel des 43-jährigen Geschäftsführers: Leipzig zur „ersten klimaneutralen Außenwerbestadt“ machen.

Rund 900 Wartehäuschen an LVB-Haltestellen und über 500 Werbeanlagen in Leipzig werden bis 2020 erneuert. So sehen sie aus.

Einschränkungen während des Umbaus

Ulf Middelberg, Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), lobte die Entwürfe – insbesondere die Beleuchtung werde für ein „Sicherheitsgefühl“ sorgen. „Dafür akzeptieren wir auch Beschwernisse während des Umbaus.“ Denn durch den Ab- und Aufbau der Wartehäuschen kann es ab Sommer zu Einschränkungen an den Haltestellen kommen – mitunter muss der Zustieg um einige Meter verschoben werden.

RBL Media-Chef Lange versprach eine zügige Umgestaltung: Nachdem der bisherige Betreiber Wall/JCDecaux die bestehenden Wartehäuschen abgebaut habe, sei es machbar, ein neues Wartehäuschen innerhalb von drei Tagen aufzustellen. „Am ersten Tag wird das Fundament gelegt, am zweiten Tag das Wartehäuschen installiert, am dritten Tag die Decke geschlossen.“ Die LVB wollen auf einer Internetseite über den Zeitplan für jede Haltestelle informieren und Infozettel in die Fahrplanaushänge kleben.

Bis zum Ende des Jahres will RBL Media die bestehenden 670 Häuschen austauschen. 2020 sollen dann die neuen Unterstände aufgestellt werden – profitieren sollen hier vor allem die Stadtränder, wo teilweise noch Unterstände aus Beton stehen. Insgesamt investiert RBL Media 13 bis 15 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde erst 2016 in Deutschland gegründet. Das Mutterunternehmen, RBL Outdoor, ist allerdings seit 50 Jahren in den Niederlanden aktiv und dort Marktführer im Bereich Außenwerbung. Derzeit wird eine Niederlassung in Leipzig gesucht, bis zu 20 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Jahrelanges Tauziehen um Außenwerbung

Leipzigs Bausenatorin Dorothee Dubrau (parteilos) ist zufrieden mit der Planung – „nach einigen schwierigen Diskussionen in den letzten Jahren.“ Damit spielt Dubrau auf ein jahrelanges Tauziehen um die Stadtmöblierung an, neben den Wartehäuschen wird RBL Media auch „digitale“ Litfaßsäulen und Informationstafeln aufstellen. Der Vertrag des bisherigen Betreibers Wall/JCDecaux lief über 25 Jahre und endete 2016. Ein neuerliches Gebot befand die Stadt für wirtschaftlich nicht ausreichend – es kam zu keiner Vertragsverlängerung. Stattdessen wollte Dubrau zwischenzeitlich Wartehäuschen und Co. in Eigenregie betreiben.

Nach einer erneuten Ausschreibung einigte sich die Stadt mit RBL im Sommer 2018. Das Unternehmen erhält ab 1. Juli das exklusive Werberecht für Fahrgastunterstände, Werbeanlagen und digitale Informationsanlagen. Die Konzession der Stadt an das Unternehmen läuft über 15 Jahre bis zum 30. Juni 2034.

Von Maximilian König

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