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Lokales So soll Sachsens Gesundheitssystem 2030 aussehen
Leipzig Lokales So soll Sachsens Gesundheitssystem 2030 aussehen
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23:00 12.12.2017
Blutdruckmessen im Krankenhaus. Quelle: epd
Leipzig

Gewinnung von Fachärzten, Neuausrichtung der hausärztlichen Versorgung, Etablierung von Gesundheitszentren im ländlichen Raum. Das sind drei Schwerpunkte eines Thesenpapiers zur Medizinischen Versorgung im Freistaat Sachsen im Jahr 2030, das von Spitzenfunktionären des sächsischen Gesundheitswesens erarbeitet wurde und der Leipziger Volkszeitung vorliegt. Es richtet sich ausdrücklich an die Politik und versteht sich als Sammlung von Lösungsansätzen für die kommenden Jahre.

Autoren sind der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck sowie die Vorstandschefs der Kassenärztlichen Vereinigung, Klaus Heckemann, der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Hubertus Jaeger, und der AOK Plus, Rainer Striebel. Anliegen war es, eine gemeinsame Vision zu entwickeln, die auch über die Positionen der einzelnen Organisationen hinausreicht.

Ausgangspunkt ist, dass 2030 zum Beispiel drei Viertel der gegenwärtig im Freistaat praktizierenden Hausärzte in Rente gegangen sein wird. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei den Fachärzten wie beispielsweise Chirurgen, Kinderärzten oder Nervenärzten ab. Auch die Rekrutierung von qualifiziertem Fachpersonal gestaltet sich mittlerweile immer schwieriger.

Die Autoren regen deshalb eine gezielte Gewinnung vor allem von Allgemeinmedizinern insbesondere auch für den ländlichen Raum an. Wichtige Voraussetzung dafür sei eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze und eine Reform ihrer Vergabe. Parallel dazu sollen Weiterbildungsverbünde eingerichtet werden, die Ärzte gezielt begleiten. Medizinern, die sich niederlassen wollen, wird ein Mentorenprogramm zur Unterstützung angeboten. Vorgeschlagen werden Gesundheits- und Versorgungszentren im ländlichen Raum vor, um die fachärztliche Betreuung dort aufrechterhalten. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Einrichtung von Patiententransportsystemen, für behinderte Patienten in Regionen, in denen kein Arzt praktiziert.

Die hausärztliche Versorgung soll künftig stärker auf die Betreuung und Behandlung chronisch kranker Patienten sowie auf Prävention und Rehabilitation fokussiert werden. Ausdrücklich befürwortet wird die Bildung von Versorgungsnetzwerken von Ärzten, Apothekern, Heilmittelerbringern und Pflege- sowie Sozialdiensten. Eine weitere Forderung ist die Überwindung der Sektorengrenzen zwischen stationärer, ambulanter und Pflegeversorgung. Dabei geht es vor allem um den Abbau von aufwendiger Bürokratie und von Dokumentationspflichten.

Die Bedarfsplanung der medizinischen Versorgung von Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenhausgesellschaft soll künftig verzahnt werden, um zu einer gemeinsamen Planung zu kommen, die sich dann am tatsächlich existierenden Versorgungsbedarf orientiert. Dazu soll ein zentrales Gremium eingerichtet werden.

Neustrukturiert werden soll auch das Notfallmanagement. Dabei sind in verschiedenen Regionen Modellprojekte geplant. Ferner sprechen sich die Autoren auch für einen zügigen Aufbau einer Telematikinfrastruktur aus, wofür der Ausbau des Breitbandnetzes im Freistaat erforderlich sei.

Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch sagte auf LVZ-Anfrage, die Vorschläge würden derzeit in ihrem Haus geprüft. Gemeinsames Interesse sei es, auch in Zukunft eine gute medizinische Versorgung in Sachsen zu gewähren. Das erfordere gemeinsame Anstrengungen und auch das Beschreiten neuer Wege. „Ich begrüße die Vorschläge ausdrücklich“, betonte Klepsch. „Sie sind auch Ausdruck unserer bisherigen vertrauensvollen Zusammenarbeit.“ Damit nähmen sich auch Selbstverwaltung und Krankenhausgesellschaft selbst in die Pflicht.

Von Roland Herold

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