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Lokales Sound-Caching auf den Spuren von Clara
Leipzig Lokales Sound-Caching auf den Spuren von Clara
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13:01 11.08.2019
Luzie Teufel ist die Stimme von Clara Schumann auf der neuentwickelten Notenspur-App. Quelle: André Kempner
Leipzig

Sie stehen am ehemaligen Karstadt-Haus, haben Kopfhörer auf den Ohren, gucken auf ihr Handy. Über eine App erfahren sie, dass hier das Geburtshaus von Clara Wieck stand. Die später als Clara Schumann berühmte Klaviervirtuosin erblickte am 13. September 1819 im Eckhaus zwischen Preußergäßchen (Nr. 48) und Neumarkt (Nr. 28) das Licht der Welt. Es trug den Namen „Hohe Lilie“ – ist längst abgerissen. Es wird aber ebenso wie die Musik von Clara Schumann lebendig. Auf Fotos wird gezeigt, wie der Ort früher ausgesehen hat. Der Verein Notenspur hat mit seinem Sound-Caching-Projekt eine App entwickelt, mit der sich Interessierte auf die Spuren der berühmten Leipzigerin machen können, deren 200. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird.

Projekt wird vom Bund gefördert

„Die Idee hatten wir schon vor fünf Jahren – bislang konnten wir sie aber weder finanziell noch technisch umsetzen“, erklärt Werner Schneider, der Chef des Vereins Notenspur. Mit dem Projekt „Europäische Notenspuren“, das vom Bund gefördert wird, hat sich das allerdings geändert. Das stellt die verbindende Kraft der Musik in Europa in den Mittelpunkt, will die Verflechtungen der Musiktradition sichtbar machen, ohne die sich Leipzig nicht hätte zur Musikstadt von internationalem Rang entwickeln können. Und die Leipziger rücken dabei besonders Clara Schumann in den Mittelpunkt.

Mit der App auf dem Handy können Musikbegeisterte ab Mitte September Clara Schumann in Leipzig folgen. Quelle: André Kempner

Momentan befindet sich die App noch in der Testphase. Wirtschaftsinformatiker Mahir Aras, der sie entwickelte und programmierte, hat fast 150 Kilometer in der Leipziger City zurückgelegt, um sie zu auszuprobieren und vor allem Störfaktoren auszuschließen. Antje Rademacker, die die europäischen Kulturprojekte koordiniert, hat die Texte geschrieben. Die Musikwissenschaftlerin Luzie Teufel, die als Studentin ein Praktikum beim Verein Notenspur absolvierte, hat sie gesprochen. Und Partner wie das Jugendsinfonieorchester der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ oder Musiker der Hochschule für Musik und Theater haben die Kompositionen eingespielt.

Erster Auftritt als Neunjährige

Elf Stationen gibt es – darunter Häuser, in denen Clara Schumann in Leipzig gewohnt hat oder Orte, die für ihre Konzerttätigkeit wichtig waren. Dazu gehören natürlich das erste Gewandhaus an Gewandgäßchen und Universitätsstraße, das später dem Neubau des Städtischen Kaufhauses weichen musste. Dort befand sich einst auch das erste Konservatorium. Im Gewandhaus trat das Wunderkind Clara als Neunjährige am 20. Oktober 1828 zum ersten Mal öffentlich auf.

Jeder geht selbst auf Erkundung

Um die Stationen zu finden, begibt sich jeder selbst auf Erkundung – kann Hinweisen und einem kleinen Kompass folgen. Wer sich verirrt, hört schon mal den Hinweis von Clara: „Hier kenne ich mich gar nicht mehr aus!“. Wer richtig liegt, hört hingegen die von ihr komponierte Musik, die zu neuen Stationen führt. „Man braucht etwas Geduld. Wir haben es getestet, es funktioniert eigentlich ganz gut“, sagt Rademacker. Auch Rätsel können gelöst werden.

Premiere hat die App zum 200. Geburtstag Clara Schumanns am 13. September. Am 14. September ist dann rund ums Schumann-Haus das große Inselstraßenfest geplant. Dann kann die App in den üblichen Stores kostenlos heruntergeladen werden. Wenn die App funktioniert, hat der Verein das nächste Projekt: eine App für Telemann in Leipzig. „Es wäre möglich, es auch noch für andere Komponisten zu erweitern“, blickt Schneider in die Zukunft. „Das steckt ganz viel ehrenamtliche Arbeit drin.“

Von Mathias Orbeck

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