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Lokales Spatz, Star und Kohlmeise im Plus, Mauersegler und Amsel im Minus
Leipzig Lokales Spatz, Star und Kohlmeise im Plus, Mauersegler und Amsel im Minus
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13:07 28.05.2019
Der Gartenrotschwanz – hier ein männliches Exemplar – ist stark gefährdet. 2011 war er „Vogel des Jahres“ in Deutschland. Quelle: Richard Schöne
Leipzig

In ihrer 15. Auflage knackte die „Stunde der Gartenvögel“, die vom 10. bis 12. Mai bundesweit stattgefunden hat, in Sachsen alle Rekorde. 4592 sächsische Vogelfreunde haben ihre Ergebnisse bereits gemeldet. In nahezu 3000 Gärten und Parks wurden 104 062 Vögel gesichtet.

Höchstwert von 2017 übertroffen

Damit wurde der bisherige Höchstwert dieser wissenschaftlichen Mitmachaktion im Freistaat aus dem Jahr 2017 (damals 3639 Teilnehmende) deutlich übertroffen. „Es ist toll, dass sich immer mehr Sächsinnen und Sachsen beteiligen und so großes Interesse an der heimischen Vogelwelt zeigen“, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Bernd Heinitz. Bei den Ergebnissen hätten Freud und Leid jedoch einmal mehr dicht beieinander gelegen.

Hattrick für den Haussperling

So kam der Haussperling zum dritten Mal in Folge als Sieger ins Ziel, verzeichnete dabei ein Plus von acht Prozent gegenüber 2018. In 69 Prozent der Gärten wurde der Hausspatz gesichtet, durchschnittlich 5,4 Mal. „Die Spatzen haben vom Hitzesommer 2018 profitiert“, stellte Heinitz fest. „Durch das warme Wetter sind die Jungvögel nicht an Unterkühlung gestorben. Auch konnten sie genügend Insekten als Futter finden.“ Ebenso legten der Star und die Kohlmeise um sieben beziehungsweise 18 Prozent zu.

Frisch geschlüpfte Amseln in Leipzig-Connewitz. Quelle: privat

Schlecht sah es hingegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus, die mit minus 46 beziehungsweise minus 22 Prozent zum Vorjahr historisch schlechte Werte verzeichneten. „Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal“, so Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben.“ Die Daten von 2019 würden sich jedoch in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren fügen. „Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind höchstwahrscheinlich die Ursachen“, sagte Adrion.

Erneuter Rückgang bei den Amseln

Beim Sorgenkind Amsel (eigentlich eine sehr häufige Vogelart) gab es wieder einen Rückgang – diesmal um acht Prozent. Das kann mit an der Dürre 2018 gelegen haben: Weil die Amsel als Nahrung Schnecken und Würmer bevorzugt und diese am liebsten im feuchten Boden sucht. Zum anderen kann das Usutuvirus mitverantwortlich sein: In anderen Regionen Deutschlands, wo das Virus jüngst erstmals ausgebrochen ist, wurden über 40 Prozent weniger Amseln gemeldet.

Die Top Zehn für Sachsen

2019 sieht die Top Zehn für Sachsen nun so aus: Haussperling, Star, Kohlmeise, Amsel, Feldsperling, Blaumeise, Elster, Grünfink, Mauersegler, Ringeltaube.

Daneben gibt es viele Sorgenkindern. Zum Beispiel der Gartenrotschwanz. Das Männchen ist intensiver gefärbt als das vom Hausrotschwanz und ist mit seiner roten Brust, seiner schwarzen Kehle und der weißen Stirn ein wunderschöner Vogel. Das Weibchen trägt dagegen ein bescheidenes braun gefärbtes Federkleid.

Gartenrotschwanz stark bedroht

Gartenrotschwänze bevorzugen Gärten und Obststreuwiesen, Parks, lockere Misch- und Laubwälder. Vor allem brauchen sie Bäume, in deren Höhlen sich brüten lässt. Gern nehmen sie auch Nistkästen an. Leider werden alte Laub- und Obstbäume viel zu oft rigoros beseitigt. Dafür sollen attraktive Ziergehölze, große „gepflegte“ Rasenflächen oder geschotterte, gestylte Vorgärten eine Erholungsoase vortäuschen. Die fatalen Folgen werden oft nicht bedacht. Wo sollen Vögel wie der Gartenrotschwanz und andere Fliegenschnäpperarten wie der Trauerschnäpper oder Grauschnäpper in unseren Gärten brüten, wo ihre Nahrung finden? Man hört und sieht sie leider immer seltener in menschlicher Umgebung.

Folgen moderner Landwirtschaft

Regelmäßig ist in den Medien zu erfahren, welche Folgen der massive Insektenschwund als fehlende Nahrungsquelle sowohl für die Vögel als auch für andere Tierarten hat. Die moderne Landwirtschaft und der zunehmende Straßenverkehr sind als Hauptverursacher bekannt. In unseren Gärten können wir einiges tun, um Vögeln wie dem Gartenrotschwanz eine Überlebenschance zu bieten oder sie zu erhalten. Es wäre sehr schade, wenn unsere Nachkommen diese Vögel nicht mehr kennenlernen könnten.

Von Peter Lommatzsch / Jens Rometsch

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