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Lokales Spektakulärer Fund am Leipziger Brühl
Leipzig Lokales Spektakulärer Fund am Leipziger Brühl
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18:47 25.02.2016
Archäologen spüren jetzt der Frage nach: Wer war dieser Mensch, der vor rund 800 Jahren am heutigen Brühl (im Hintergrund) in die Erde kam?  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Die Archäologen schätzen, dass das Skelett aus dem 13. Jahrhundert stammt. „Es handelt sich um einen 1,56 Meter großen Menschen, vermutlich einen Mann“, sagt Grabungsleiterin Petra Schug. „Das Skelett ist sehr feingliedrig und die Schultern sind schmal. Die Zähne sind sehr schlecht und abgekaut.“ Trotzdem handelt es sich wohl nicht um einen Menschen, der an Altersschwäche gestorben ist. „Dafür sind die Schädelnähte noch zu gut“, meint die Archäologin. Rätselhaft ist, dass der Leichnam nicht in gewachsener Erde begraben wurde. „Er lag zwischen feinem Bauschutt. Aber der Leichnam wurde christlich bestattet: Der Kopf zeigt nach Westen und das Gesicht blickt nach Osten. Auch die Hände waren über dem Bauch verschränkt.“ Genaueres soll jetzt bei weiteren Untersuchungen in Dresden herausgefunden werden.

Monatelang haben Archäologen akribisch gearbeitet – an der Ecke Brühl/Katharinenstraße. Nun hoben sie ein nahezu vollständiges Skelett. Es gibt noch viele Rätsel auf.

Am Brühl machen die Archäologen Ende Februar Platz für die Bauarbeiter, die das neue Wohn- und Geschäftshaus Bernstein-Carré errichten werden. „Anfang März beginnt der Tiefbau; der Verbau soll bis Ende April stehen“, sagt René Strauß vom Projektentwickler OFB. Im Mai werde der Hochbau beginnen und das gesamte Gebäude im Sommer 2017 stehen.

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Was die Archäologen sonst noch gefunden haben und wo sie in Leipzig als nächstes graben werden, lesen Sie im LVZ-E-Paper und in der Printausgabe vom 26. Februar.

Von Andreas Tappert