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Lokales Spurlos verschwunden: Ist der „Wilde Heinz“ aus Leipzig-Lindenau tot?
Leipzig Lokales Spurlos verschwunden: Ist der „Wilde Heinz“ aus Leipzig-Lindenau tot?
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13:03 17.01.2017
Der „Wilde Heinz“ im gleichnamigen Café-Garten in Leipzig-Lindenau.  Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Es kommt nicht häufig vor, dass das Verschwinden eines Ziegenbocks eine Nachricht ist. Aber dieser ist eine Szene-Größe, zumindest in Leipzig. Ist der „Wilde Heinz“ tot? Genau, dieser liebenswerte Zottel, der dem Lindenauer Café von Stephan von Soden den Namen gab. Seit Ende 2015 lebte Heinz in Dessau-Roßlau auf dem Gelände der Wallwitzburg, in der Obhut des Teams von Martin Förster. Dort herrscht am Dienstag Fassungslosigkeit: Das Tier und ein weiterer Artgenosse sind aus dem Gehege mit Elektrozaun verschwunden, sagte Förster am Dienstag LVZ.de.

Um 7.30 Uhr kam ein anonymer Anruf: „Die Tiere sind tot. Mehr wurde nicht gesagt“, so Förster, der da noch hofft, es könnte sich um einen bitterbösen Scherz handeln. Er ruft seine Kollegen an, und dann überzeugen sie sich selbst: Auf dem umzäunten Gelände im Gartenreich Dessau-Wörlitz fehlen zwei Ziegenböcke. „Ein kleiner Schwarzer, und der Wilde Heinz“, sagt Förster. Er ist „völlig durch den Wind“, sagt sofort den Leipziger Vorbesitzern Bescheid.

Das Areal der ursprünglich 15 Tiere großen Herde sei mit einem Elektrozaun gesichert, 1,45 Meter hoch, damit Wölfe keine Chance haben, Kinder aber die Tiere streicheln können. Vor acht Wochen fehlten zum ersten Mal drei Tiere. „Von denen gab es keine Spur“, so Förster. Jetzt also die Sache mit dem Anruf. Ob jemand schlimmen Schabernack mit ihm und seinem Team vom Wallwitzburg-Verein treibt, oder die Tiere wirklich getötet wurden, weiß Förster nicht zu sagen. Doch er geht vom Schlimmsten aus, stellt jetzt erst einmal Anzeige.

Der wilde Heinz wechselt nach Dessau. Die teaminterne Rangordnung hatte der kopfstarke Publikumsliebling schon länger in Frage gestellt, so sein Chef Stephan von Soden.

Leipziger sind erschüttert

In Leipzig reagiert Stephan von Soden emotional. „Ich bin erstmal erschüttert“, sagt der Café-Betreiber. „Mir ist der Heinz über die Jahre ans Herz gewachsen.“ Kaffee trinken mit Ziegenbock, das war zwei Jahre lang Kult in Leipzig-Lindenau. Aber das Böckchen hatte Persönlichkeit, maß die Kräfte auch gern mit seinem Besitzer. Der entschloss sich vor gut einem Jahr, dem Tier mehr Auslauf und Gesellschaft zu verschaffen. Heinz sollte zu seiner angestammten Herde nach Dessau-Roßlau zurückkehren und so zog er zur Wallwitzburg um. Das Café „Zum wilden Heinz“ firmierte bei Facebook fortan als „Cafégarten ohne Ziege“.

Die Wallwitzburg-Anlage von 1800, Aussichtspunkt im Gartenreich Dessau-Wörlitz und Unesco-Welterbe, wird durch einen Verein unter der Leitung von Förster wieder aufgebaut. Die ehrenamtlichen Helfer haben sowieso schon Mühe, mit kleinem Geld ihr ambitioniertes Vorhaben zu verwirklichen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Ziegen können sie sich einfach nicht leisten. Und nicht nur in Dessau ist man heute traurig, dass der „Wilde Heinz“ weg ist. Ein Fan auf Facebook sagt es so: „Lebe wohl, mein kleiner großer Meckersack“.

Der „Wilde Heinz“ führte im Kaffeegarten von Stephan von Soden ein beschauliches Leben. Quelle: Dir Knofe

Von Evelyn ter Vehn

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