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Lokales Nach Radfahrer-Unfall: Stadt entschärft Todes-Kreuzung an Prager Straße
Leipzig Lokales Nach Radfahrer-Unfall: Stadt entschärft Todes-Kreuzung an Prager Straße
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09:17 28.03.2019
An dieser Stelle wurde Jasmin N. vor einem Jahr von einem Lkw überrollt. Ein weißes Fahrrad erinnert an die getötete Radfahrerin an der Kreuzung Prager Straße/Kommandant-Prendel-Allee. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Als Jasmin N. (31) an jenem Mittwoch vor Ostern auf dem Rückweg von einem Dolmetscher-Job war, freute sie sich schon auf das bevorstehende Wochenende. Am nächsten Tag wollte sie nach Berlin, um mit ihrer Familie die Feiertage zu verbringen, sie hatte sich schon auf das Backen einer Aprikosentorte gefreut.

Aber es kam anders. Um 12.55 Uhr an diesem 28. März 2018 wurde die Radfahrerin an der Kreuzung Prager Straße/Kommandant-Prendel-Allee von einem Kipplaster überrollt.

Beim Rechtsabbiegen übersehen

Dessen Fahrer (58) hatte die junge Frau, die stadteinwärts auf dem Radweg unterwegs war, beim Rechtsabbiegen in die Kommandant-Prendel-Allee übersehen. Die Schwerstverletzte wurde am Unfallort reanimiert, starb wenig später in einer Klinik. Seither quält ihre Familie und Freunde eine Frage: Hätte das Leben von Jasmin durch eine bessere Regelung des Verkehrs gerettet werden können?

Ihre Tochter habe Leipzig geliebt – gerade auch weil man mit dem Fahrrad überall hinkomme, sagt ihre Mutter Steffi N. (58). „ Zum Salsatanzen ins Barfusz, eine Runde um den Cospudener See, auf den Fockeberg, ins Café Puschkin, die „Luise“, die Elster entlang radeln, Wohnzimmerkonzerte besuchen, Erikas Flohmarkt, Poetry Slam – all das mochte sie an Leipzig.“ Dabei sei Jasmin stets eine umsichtige Radfahrerin gewesen und für ihre Vorsicht von ihren Freunden sogar belächelt worden.

Zurück zur Unfallstelle

„Manchmal fahren wir wieder nach Leipzig, stehen an dieser Kreuzung und beobachten den Verkehr“, so Steffi N., „Anwohner berichteten uns, dass es eine gefährliche Ecke ist. Sie erzählen, dass sie selbst als Autofahrer auf der Prager Straße beim Abbiegen in die Kommandant-Prendel-Allee fast nichts sehen können, durch diese Baumreihe, die wie eine Wand wirkt.

Wenn man abbiegen will, sind sie plötzlich da, die Radfahrer, wie aus dem nichts, jeder fürchtet diese Ecke. Und dann haben Auto- und Radfahrer auch noch gleichzeitig Grün.“ Bereits im Jahr 2012 war an dieser Stelle eine Radfahrerin von einem abbiegenden Lkw erfasst und getötet worden.

Veränderte Ampelschaltung nach tödlichen Unfällen

Zumindest bis vor einigen Wochen war diese Kreuzung kreuzgefährlich. Knapp ein Jahr nach dem Tod von Jasmin N. hat die Stadt die Stelle entschärft. „Die Verkehrsunfallkommission hatte im Jahr 2018 im Rahmen ihrer routinemäßigen Prüfungen festgestellt, dass an der Einmündung Prager Straße/Kommandant-Prendel-Allee ein Kriterium zur Feststellung einer Unfallhäufungsstelle – fünf oder mehr Verkehrsunfälle mit Personenschaden innerhalb von drei Jahren – erfüllt war, so der Leiter der Verkehrsunfallkommission, Thomas Schulze, auf Anfrage der LVZ.

Eine genaue Unfalluntersuchung der Polizei kam demnach Ende April 2018 zu dem Ergebnis: Von 2015 bis 2017 gab es hier zehn Verkehrsunfälle mit Personenschaden, zwölf Leichtverletzte waren zu verzeichnen. Bei fünf der zehn Verkehrsunfälle handelte es sich um Kollisionen zwischen rechts abbiegenden Fahrzeugen und Radfahrern.

Rechtsabbieger- von Radfahrer-Signal zu trennen

Daher habe die Verkehrsunfallkommission am 18. Mai 2018 beschlossen, „an der dortigen Ampel die Freigabe der Rechtsabbieger signaltechnisch von denen der Radfahrer zu trennen“, so Schulze. „Die Änderung des Signalprogramms konnte nach entsprechenden Planungs- und Projektierungsleistungen am 12. Februar 2019 in Betrieb genommen werden.“

Für den Experten ist eine geänderte Ampelschaltung „geeignet, vorhandene bauliche Defizite, insbesondere die unzureichenden Sichtbeziehungen zwischen Rechtsabbiegern und Radfahrern aufgrund der Baumreihe beziehungsweise der abgesetzten Führung der Radfahrer zu kompensieren“. Die Wirkung werde im Rahmen einer Kontrolluntersuchung im Jahr 2020 ermittelt.

Stadt hat nach Ansicht von Jasmins Mutter zu spät gehandelt

„Beide Verkehrsteilnehmer können sich dadurch nicht mehr gefährden“, stellt Steffi N. fest. „Wenn ich mir vorstelle, dass dies den Unfall vor einem Jahr verhindert hätte...“ Sie findet, auch ohne Unfallhäufungsstatistik reicht eine Gefährdungssituation wie an dieser Kreuzung aus, um als Behörde vorbeugend das Leben und die Gesundheit von Radfahrern und Fußgängern zu schützen. Aus ihrer Sicht hat die Stadt hier zu spät gehandelt.

Ein Zweitrad ihrer getöteten Tochter steht zur Erinnerung an der Kreuzung. Freunde haben es weiß angestrichen und ein Gedicht angebracht. In den ersten Zeilen heißt es: „Ich starre. Und aus naher Weite dringt Deine Stimme zu mir. Ich sehe. Und Dein Bild ersteht aus den Trümmern vor dir.“

Gegen den Lkw-Fahrer, der vor einem Jahr Jasmin N. übersehen hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft noch immer wegen des Tatvorwurfs der fahrlässigen Tötung. Die Behörde habe ein verkehrsunfallanalytisches Gutachten zum Unfallgeschehen in Auftrag gegeben, das bisher noch nicht vorliegt, so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. „Das Gutachten des Sachverständigen wird neben den sonstigen Ermittlungsergebnissen Grundlage für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft sein, ob Anklage erhoben wird oder nicht.“ Maßgeblich sei, ob der tödliche Verkehrsunfall für den Beschuldigten vorhersehbar und vermeidbar war oder nicht.

Von Frank Döring

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