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Lokales Stadt Leipzig plant Kauf von RB-Dauerkarten – Stadträtin fordert Transparenz
Leipzig Lokales Stadt Leipzig plant Kauf von RB-Dauerkarten – Stadträtin fordert Transparenz
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14:38 30.11.2016
Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung feierte im Sommer 2016 den Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Bundesliga-Fußball in Leipzig – der soll künftig auch für Gäste der Messestadt ein Erlebnis werden. Die Stadtverwaltung plant, vier Dauerkarten für die ausstehenden Heimspiele von RB Leipzig in dieser Saison zu erwerben. Ein entsprechender Antrag von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wird am Mittwoch im Verwaltungsausschuss der Kommune beraten. Aus den Reihen der Sozialdemokraten regt sich am Vorgehen aber auch Kritik. Stadträtin Nicole Wohlfahrt befürchtet eine Zweckentfremdung der Karten, verlangt mehr Transparenz und eine Diskussion im Stadtrat.

Für den Leipziger OBM ist klar, RB Leipzig ist ein Aushängeschild der Messestadt: „Mit seinem Spielort im Herzen der Stadt sowie seiner konsequenten und werteorientierten Verfolgung sportlicher Ziele spiegelt der Verein glaubwürdig die Identität der Sportstadt Leipzig. Die Stadtverwaltung möchte deshalb sowohl bei den Besuchen nationaler als auch internationaler Gäste Spiele des Bundesligisten gezielt als Ort der Begegnung, des Austausches und der Repräsentation nutzen“, begründet Jung den geplanten Erwerb von Dauerkarten auf Stadtkosten.

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SPD-Stadträtin Nicole Wohlfahrt würde dem nicht widersprechen, hat persönlich auch nichts gegen den Neu-Bundesligisten von der Pleiße. „Wir hatten allerdings schon beim Sponsoring durch die LVV eine öffentliche Debatte und der Kauf von RB-Dauerkarten wirft nun auch bei einigen Stadträten Fragen auf. So erschließt sich mir bisher nicht, welcher Personenkreis genau davon profitieren könnte“, so die 28-Jährige am Mittwoch gegenüber LVZ.de. Im Einzelfall könnte es sogar Probleme mit Korruption geben, befürchtet die Sozialdemokratin.

Stadträtin: Begünstigte sollen benannt werden

Deshalb fordert Wohlfahrt, nicht nur klare Regeln für die Vergabe der Karten aufzustellen und den Kreis der Begünstigten namentlich zu benennen, sondern auch den Beschluss des Ankaufs aus dem nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss in die transparente Ratsversammlung zu vertagen. Dort haben die Stadträte schließlich auch Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Im Büro des OBM ist man sich der Korruptionsgefahren zumindest auch bewusst, hat selbst vorgeschlagen, den Antikorruptionsbeauftragten der Kommune bei jeder Einladung vorher zu konsultieren. Zudem sollen keine VIP-Dauerkarten geordert, keine Reise- oder Unterbringungskosten für die Begünstigten übernommen, Begleitpersonen von Einladungen ausgeschlossen und jeweils immer der offizielle Geschäftsweg eingehalten werden.

Ob Wohlfahrts Antrag für mehr Transparenz stattgegeben wird, ist unklar. Ebenfalls offen ist auch, woher die RB-Dauerkarten für die Stadtverwaltung überhaupt kommen sollen: Denn diese sind seit Saisonbeginn eigentlich ausverkauft.

Von Matthias Puppe

30.11.2016