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Lokales Stadt Leipzig weitet Schulsozialarbeit aus – und steigt dabei selbst mit ein
Leipzig Lokales Stadt Leipzig weitet Schulsozialarbeit aus – und steigt dabei selbst mit ein
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05:00 06.02.2017
Schulsozialarbeit – hier Marit Sammet (Mitte) mit Gesprächspartner an der Kurt-Biedermann-Schule in Grünau – wird in Leipzig von Freien Trägern der Jugendhilfe angeboten. Nun will die Stadt selbst in diesen Leistungsbereich einsteigen.
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Die Idee, dass das Jugendamt selbst Schulsozialarbeiter beschäftigt, stammt von der SPD. „Die Stadt betreibt ja auch Kindertagesstätten und offene Freizeittreffs“, begründet SPD-Fraktionschef Christopher Zenker. „Wir sind der Meinung, dass sie auch auf dem Gebiet der Schulsozialarbeit Erfahrungen sammeln sollte.“ Beschlossen ist nun, fünf Vollzeitstellen zum 1. August 2017, fünf weitere Stellen ab dem 1. August 2018 einzurichten.

„Wir sind in vielen Bereichen tätig – auch in der Erziehungsberatung und Hilfen zur Erziehung“, sagt Nicolas Tsapos, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung, auf LVZ-Nachfrage. „Um Schularbeit besser zu steuern, möchten wir eigene Praxiserfahrungen sammeln. Schließlich geht es darum, Bildungschanchen zu steigern und die Schulabbrecherquote zu senken.“ Die Stadt Leipzig hat hier bekanntlich die höchste in Sachsen. Freie Träger, die sich in einem Arbeitskreis zusammengeschlossen haben, sehen in der Arbeit mit schulmüden Kindern und Jugendlichen aber nur einen Teilaspekt ihres Bemühens. Deshalb haben sie sich auch gewehrt, daran ihren Erfolg zu messen (die LVZ berichtete). Ein Steuerungskonzept wird derzeit überarbeitet.

Damit bekommt allerdings noch nicht jede Schule einen Sozialarbeiter. Die Grünen freut besonders, dass künftig auch an der Albert-Schweitzer-Schule sowie der Schule für Körperbehinderte Sozialarbeiter angestellt werden. „Ein nächster Schritt muss sein, Schulsozialarbeit als Teil von Schule im Schulgesetz fest zu verankern“, fordert SPD-Mann Zenker. Dann bekommen alle welche ab.

Von Mathias Orbeck