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Lokales Stadt Leipzig will ab April die Elternbeiträge für Kita und Hort erhöhen
Leipzig Lokales Stadt Leipzig will ab April die Elternbeiträge für Kita und Hort erhöhen
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15:46 01.02.2018
Die Betreuung von Kindern soll ab April in Leipzig teurer werden.   Quelle: André Kempner
Leipzig

 Das geht an die Geldbörse: Für die Betreuung ihrer Sprösslinge in der Krippe müssen Eltern ab 1. April künftig 16,33 Euro und für die Kita 14,22 Euro mehr im Monat bezahlen. Das gilt jeweils für einen Neun-Stunden-Platz. Der Schulhort verteuert sich um 4,96 Euro (bei einer Betreuungszeit von 6 Stunden). Rabatte für Alleinerziehende und Geschwisterkinder bleiben wie bisher bestehen. „Niemand erhöht gern Gebühren“, sagt Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD). „Kitas sind aber der größte Ausgabeposten der Stadt. Deshalb müssen wir die Eltern an den Kosten beteiligen. Und ich komme nicht umhin, dies dem Stadtrat so vorzuschlagen.“

Was kostet ein Platz? Ein Krippenplatz kostet dann 227,47 Euro (bisher 211,14 Euro), ein Kindergartenplatz 144,34 Euro (bisher 130,12 Euro) sowie der Besuch des Hortes 80,11 Euro (bisher 75,15 Euro). Für die Betreuung von Kindern bei Tagesmüttern und -vätern gelten die gleichen Elternbeiträge wie in der Krippe. Der Stadtrat muss den Plänen aber noch zustimmen.

Wie wird der Obolus berechnet? Grundlage für die Elternbeiträge ist die Betriebskostenabrechnung 2016 für alle Einrichtungen. Sie wird aus den durchschnittlichen Personal- und Sachkosten berechnet. In Sachsen teilen sich Land, Kommunen und Eltern diese Kosten. An Aufwendungen für Gebäude – etwa Abschreibungen, Zinsen und Mieten – werden die Eltern nicht beteiligt. Seit 2016 sind vor allem die Tarife für die Erzieherinnen (durchschnittlich 4,3 Prozent) gestiegen, auch der Betreuungsschlüssel wurde inzwischen leicht verbessert.

Was gibt die Stadt aus? Bei einem Budget von 255,9 Millionen Euro (2010: 155,3 Millionen Euro) ist der Anteil Leipzigs an den Betriebskosten von 52,2 Prozent im Jahr 2010 auf 58,6 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. „Eine Stadt wie Leipzig schultert bei der Kita-Finanzierung eine unverhältnismäßig große Last, weil die Ausgabensteigerung nicht in gleichem Maße vom Freistaat mitgetragen wird“, so Fabian. Deshalb müsse die Kita-Pauschale des Freistaates erhöht werden, fordert er. Er will sich vom Stadtrat den Auftrag holen, mit dem Freistaat neu zu verhandeln. „Gute Kindertagesbetreuung kostet − der Freistaat sollte sich daran mit dynamisierten Zuschüssen angemessen beteiligen.“

Was gibt es für Ermäßigungen? Einkommensschwache Familien erhalten Rabatte und Freiplätze. Im Jahr 2016 hat Leipzig dafür 21,2 Millionen Euro ausgegeben. Familien von 14 281 Kindern erhielten eine Ermäßigung, darunter 13 915 Freiplätze (11,2 Millionen Euro). Alleinerziehende von 9457 Kindern und Familien von 14 333 Geschwisterkindern erhielten eine Absenkung (10 Millionen Euro).

Hat der Elternbeitrag etwas mit dem Bauboom zu tun? Nein, nicht unmittelbar. Fakt ist aber, dass die Anzahl der Kitas ebenso wie das dafür benötigte Budget steigt. „Für uns zählt jeder Euro, den wir für Kitas ausgeben können“, sagt Fabian und bekräftigt, den Ausbau des Kita-Netzes zu beschleunigen, damit die Zahl der Plätze weiter gesteigert werden kann. Mit dem Nachtragshaushalt hat der Stadtrat am Mittwoch den Weg für zwölf Kitas freigemacht, die die Stadt aus eigenem Etat bauen wird (45 Millionen Euro).

Was passiert, wenn der Stadtrat nicht zustimmt? Dann stehen fürs Jugendamt Mehrkosten von 2,05 Millionen Euro an.

Von Mathias Orbeck

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