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Lokales Stadt sucht neuen Standort für Luftmessstation „Leipzig-Mitte“
Leipzig Lokales Stadt sucht neuen Standort für Luftmessstation „Leipzig-Mitte“
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06:01 12.08.2019
Die Umweltmessstation am Willy-Brandt-Platz („Leipzig-Mitte“) wird vielleicht bald an einen ganz anderen Standort verlegt. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Das Leipziger Umweltdezernat von Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) sucht jetzt nach einem neuen Standort für die Luft-Messstation Leipzig-Mitte. Die Anlage neben der Kreuzung Am Hallischen Tor/Willy-Brandt-Platz entspreche nicht einer gesetzlichen Vorgabe, laut der sie sich in mindestens 25 Metern Entfernung zu der Kreuzung befinden müsste (die LVZ berichtete). Frühere Pläne, sie deshalb in die Nähe des Hotels Astoria auf der anderen Seite des City-Ringes zu verschieben und dort einen Teil der Technik unterirdisch einzuquartieren, verfolge das Dezernat vorläufig aber nicht weiter.

Schadstoffbelastung an anderen Straßen höher

Dafür gebe es zwei Gründe, erläuterte Rosenthal jetzt in einer Stellungnahme zu zwei Anträgen der AfD- sowie der CDU-Fraktion. Erstens befürworte der Freistaat Sachsen, der über die Standorte entscheidet, inzwischen „ausschließlich eine oberirdische Aufstellung“. Vor allem aber sei das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) der Ansicht, dass der bisherige Standort nicht mehr zu den Straßenbereichen mit der höchsten Luftschadstoffbelastung in Leipzig gehöre. In einer Erklärung des sächsischen Umweltministeriums vom Januar 2019 habe es dazu wie folgt geheißen: „Der Standort ist zwingend so zu wählen, dass Daten über Bereiche, in denen die höchsten Werte auftreten, ermittelt werden.“

Die Stadt prüfe deshalb für die Station Leipzig-Mitte (dort wurden 2017 und 2018 alle Grenzwerte eingehalten) nun auch ganz andere Standorte, an denen möglicherweise eine höhere Schadstoffbelastung herrsche, so Rosenthal. Im Ergebnis werde dann dem LfULG ein Vorschlag zur Entscheidung präsentiert.

Landesamt gibt Autoherstellern Schuld an Problemen

Bekanntlich hatte diese Behörde im Februar 2019 erneut festgestellt, dass es in Leipzig Probleme mit den Grenzwerten nur noch beim Stickstoffdioxid gebe. „Verantwortlich für die hohen Werte, die wir hier messen, sind die Autohersteller“, sagte damals der LfULG-Fachmann Gunter Löschau. Zwar würden moderne Verbrennungsmotoren auf den Prüfständen immer weniger Stickstoffdioxid ausstoßen. Im realen Straßenverkehr liege der Ausstoß eines Euro-5-Dieselmotors aber deutlich höher als bei den älteren Modellen wie Euro 4 oder Euro 3. „Das ist der Grund, weshalb wir bei Stickstoffdioxid – entgegen aller Annahmen – seit Einführung der Umweltzone in Leipzig keinerlei Verbesserung erreicht haben“, bedauerte Löschau.

Verkehrsführung am Floßplatz wird geändert

Nach Berechnungen des LfULG herrscht am Floßplatz und in der Harkortstraße die höchste Stickstoffdioxid-Belastung in Leipzig. Deshalb soll der Verkehr dort ab diesem Herbst – durch Änderungen bei der Verkehrsführung – um 4900 Fahrzeuge pro Tag verringert werden. Bislang passieren dort täglich im Schnitt 17 000 Fahrzeuge fünf Ampelanlagen.

Von Jens Rometsch

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