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Lokales Stadtmodell und vieles mehr – Leipzigs Lotteraner retten Geschichte
Leipzig Lokales Stadtmodell und vieles mehr – Leipzigs Lotteraner retten Geschichte
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08:02 17.01.2017
Das restaurierte Leipziger Stadtmodell im Alten Rathaus gehört zu den Schätzen, bei deren Rettung die Mitglieder der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft halfen.  Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

 
 

„Es war ein Dienstagabend, als am 3. Dezember 1996 neun an der Stadtgeschichte Leipzig interessierte Bürger in der Ratsstube des Alten Rathauses die Hieronymus-Lotter-Gesellschaft zur Förderung des Stadtgeschichtlichen Museums gründeten“, erzählt Volker Rodekamp, Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums. „Es war kalt und es regnete.“ Rodekamp muss es wissen, denn er war einer der neun Gründungsmitglieder, die eine lange Tradition aufgriffen. Denn schon im Jahr 1867 waren gemeinnützig orientierte Leipziger aktiv geworden, um die Geschichte ihrer Stadt zu bewahren: Sie trugen bei einer Vielzahl von Bürgern eine reichhaltige und kostbare Sammlung aus Kunstschätzen zusammen, die einen Bezug zu ihrer Stadt hatten. Sie erreichten auch, dass 1909 Leipzigs Stadtgeschichtliches Museum gegründet wurde und seitdem wichtige Originale präsentiert werden können.

Leipzigs Hieronymus-Lotter-Gesellschaft hat 20 Jahre nach ihrer Gründung 155 Mitglieder, zahlreiche weitere Freunde und wirbt deutschlandweit Spenden ein. Mit ihrem 1998 initiierten Projekt „Paten retten Museumsschätze“ konnten sie bislang mehr als 150 Exponate bewahren – teilweise mit Patenschaften, die Jahresspenden von 50 Euro vorsehen. Viele der geretteten Objekte haben inzwischen ihren Platz in Sonderausstellungen gefunden, in der Dauerausstellung des Museums „Leipzigs unendliche Geschichte“ im Alten Rathaus sowie im Forum 1813, dem Museum zur Geschichte der Völkerschlacht. Auch im Museum zum Arabischen Coffe Baum und in der Dauerausstellung „Moderne Zeiten“ ist vieles davon zu sehen.

Zu den prominentesten geretteten Schätzen gehören der Sattel des Pferdes von Polens Nationalheld Fürst Poniatowski, der mit Unterstützung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und der Verbundnetz Gas AG in Krakau restauriert wurde, die Fahne der Communalgarde zu Eutritzsch aus dem Jahr 1849, deren Patenschaft der Lions Club „Saxonia“ übernahm, oder das Großdiorama der Völkerschlacht, das vom Verein der Zinnfigurenfreunde Leipzig in mehrjähriger Arbeit kostenlos überarbeitet wurde und als Leihgabe im Torhaus Dölitz ausgestellt ist. Gleichzeitig wurden mehrere Ankäufe möglich gemacht. So zum Beispiel der Ankauf der Mendelssohn-Briefe bei Christie’s oder der Erwerb der ersten Daguerreotypie der Leipziger Fotografie-Pionierin Bertha Wehnert-Beckmann.

Um diese Erfolge zu feiern, hatte die Gesellschaft am Sonnabend zu einem Festakt in die Alte Nikolaischule eingeladen. Dort erwiesen auch Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) und Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) den Mitgliedern ihre Referenz; ebenso Stadtrat Michael Weickert (CDU) sowie die ehemaligen Bürgermeister Niels Gormsen (Bau) und Michael Faber (Kultur) – beide sind ebenfalls Lotter-Mitglieder. „In Ihrer Gesellschaft treffen sich Bürgersinn und Kulturgeist“, befand Gemkow. Und Jennicke hob hervor, dass die Lotteraner dazu beitragen, „Leipzigs Geschichte für alle erfahrbar und nachvollziehbar zu machen“.

Vereinsvorsitzender Ulrich Becker hat vor allem einen großen Wunsch: „Wir brauchen dringend jüngere Mitglieder“, sagt er. „Einige haben wir ja schon, aber es müssen noch mehr werden.“ Es sei gar nicht so wichtig, dass sie spenden, meint er. Auch über den Mitgliedsbeitrag von 40 Euro pro Jahr lasse sich reden. „Hauptsache, sie bringen sich ein. Spenden können sie ja dann zehn Jahre später immer noch.“

In den nächsten Jahren will die Lotter-Gesellschaft das Projekt der Museumspatenschaften weiter voranbringen. Ziel ist es, auch größere und teurere Objekte für mehrere tausend Euro restaurieren zu lassen. Dafür sollen Patenklassen mit mehreren Museumspaten gewonnen werden, die ein Objekt gemeinsam fördern.

Die Geschäftsstelle der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft befindet sich im Böttchergäßchen 3. Erreichbar ist sie unter den Rufnummern 0341 4969360 und 0171 5786595. Sprechstunden sind dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Im Internet ist die Gesellschaft unter der E-Mail-Adresse info@lotter-gesellschaft.de zu erreichen. Homepage: www.lotter-gesellschaft.de

Von Andreas Tappert

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