Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Stadtrat fordert Programm zur Prävention ein
Leipzig Lokales Stadtrat fordert Programm zur Prävention ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:38 27.06.2019
Quelle: André Kempner
Leipzig

Leipzig stöhnt derzeit unter der Sommerhitze. In wenigstens etwas kühleren Räumen des Neuen Rathauses führte der Stadtrat am Mittwoch hitzige Debatten. So wollten Leipzigs Grüne die Stadtverwaltung beauftragen, ein integriertes Konzept zu erarbeiten, die Hitze im Stadtgebiet wenigstens einzudämmen und so die Lebensqualität den sich verändernden Klimabedingungen anzupassen. Experten gehen längst davon aus, dass eine langanhaltende Hitze wie im Vorjahr, die mit einer ausgeprägten Dürreperiode verbunden ist, keine Ausnahme bleibt.

Leipzig soll auch bei Hitze lebenswert bleiben

Vorgeschlagen wurde beispielsweise, Frischluftschneisen, Kaltluftentstehungszonen und Biotopverbindungen zu definieren und rechtlich verbindlich vor Bebauung zu schützen. Auch Mikroparks, darunter Flächen für Urban Gardening, könnten gezielt für Abkühlung sorgen. Die Verwaltung will die Grünen-Initiative durchaus aufgreifen. Sie schlägt vor, bis Sommer 2020 eine „Maßnahmenvorplanung“ vorzulegen. Sie bevorzugt aber vielmehr eine Integration diverser Themen in laufende Programme, wie den Masterplan Grün, der gerade erarbeitet wird, oder die Gründachstrategie.

So arbeite das Amt für Umweltschutz bereits seit Sommer 2017 an einer Stadtklimaanalyse. Grünen-Fraktionschef Norman Volger geht das alles nicht weit genug: „Wenn wir wollen, dass Leipzig auch bei Hitze lebenswert bleibt, darf es kein ‚Weiter so!‘geben.“,  argumentierte er. Notwendig sei beispielsweise, dass 1000 Straßenbäume pro Jahr neu gepflanzt werden. Das hat der Rat zwar beschlossen. Weil nicht genügend Geld bereitgestellt wird, seien dies aber „nur Lippenbekenntnisse“. Auch zum Ziel, weniger Flächen zu versiegeln, werden von der Verwaltung wenig gesagt.

Zum Start der Jüdischen Woche

Hitzig ging es auch bei einem anderen Thema zu, bei dem letztlich pünktlich zur Jüdischen Woche ein positives Signal ausgesandt wurde: Bis Ende 2019 will die Stadt ein Konzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismus-Prävention in Leipzig erarbeiten. Das wurde auf Antrag vorn SPD, CDU, Grünen und der Freibeuter-Fraktion so beantragt. Diese hatten angemahnt, gegen jegliche Form von Antisemitismus in unserer Gesellschaft vorzugehen.

Antisemitismus ist eine Schande für unserer Land. Darüber darf es keine Zweifel gehen“, betonte Michael Weickert (CDU). Dazu gehöre, die Probleme konkret zu benennen. „Es ist eine Stärkung unserer demokratischen Erinnerungskultur“, so Christopher Zenker (SPD). Er griff die AfD an, weil deren Parteivorsitzender die NS-Zeit mit Millionen von Toten, darunter sechs Millionen vernichtete Jüdinnen und Juden, als „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnet hatte.

Forderung: Keine städtische Zusammenarbeit mit Antisemiten

„Jeder körperliche Übergriff auf Menschen jüdischen Glaubens ist einer zu viel. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, entgegnete Jörg Kühne (AfD). Fraktionschef Tobias Keller zog jedoch den Unmut auf sich, weil er bei diesem Antrag von einer „Ausgrenzung der AfD“ sprach. Das erschütterte Andrea Niermann (CDU), weil sie diesen Vergleich im Zusammenhang mit der Ausgrenzung von Juden als sehr unpassend fand.  „Ich halte es für skandalös, dass die Antragssteller die Linken ausgeschlossen haben“, so Werner Kujat (Linke). Er forderte: Keine städtische Zusammenarbeit mit Antisemiten. Der Antrag ist ohne Gegenstimme beschlossen worden.

Mathias Orbeck

Wer schon einmal bei über 30 Grad im Stau gestanden hat, der weiß: Viel schlimmer geht es kaum. Zurzeit erleben das in Leipzig täglich tausende Autofahrer und die Tiefbauexperten der Stadt kontrollieren ständig die Fahrbahnzustände auf Hitzeschäden.

26.06.2019

Nach den gefräßigen Schwammspinnern treibt nun auch der Buchsbaumzünsler in Leipzig sein Unwesen. Gartenbesitzer sollten besonders vorsichtig sein, rät das Landesamt für Umwelt. Der Schädling kann ganze Baumbestände kahl fressen.

26.06.2019

Feuerwehrleute, Polizisten, Stadtreiniger und Hotelangestellte in Leipzig tragen auch bei Temperaturen von über 30 Grad Uniform. Auch in manchen Büros gilt ein Dress-Code. Dabei hat jeder seine eigene Strategie, mit der Hitze umzugehen.

26.06.2019