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Lokales Stahlträger schweben für neue Plagwitzer Brücke ein – Bauverzug von neun Wochen
Leipzig Lokales Stahlträger schweben für neue Plagwitzer Brücke ein – Bauverzug von neun Wochen
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18:09 04.06.2019
Am 4. Juni 2019 wurden die ersten Träger für die neue Plagwitzer Brücke auf die Fundamente gesetzt. Quelle: Dirk Knofe - Picturework.eu
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Leipzig,

Auf der Großbaustelle Plagwitzer Brücke wurde am Dienstag ein wichtiges Etappenziel erreicht: Mit Hilfe eines 500-Tonnen-Krans wurden die ersten fünf von insgesamt 15 neuen Brückenträgern eingehoben. Jeder dieser Stahlverbundträger wiegt 35 Tonnen.

Montage bis Donnerstag

Die Konstruktion verbindet die Karl-Heine- mit der Käthe-Kollwitz-Straße und soll künftig aus einer Betonplatte bestehen, die auf den Stahlträgern ruht. „Alle 15 Träger sollen bis Donnerstagnachmittag liegen“, erklärte Leipzigs Brückenbauchef Rene Wenzel.

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„Nach dem Aushärten und dem Herstellen des Brückenüberbaus werden nacheinander die Brückenabdichtung, Gehwege, Straßenbeläge und die Geländer errichtet. Parallel dazu verlegen die Versorgungsunternehmen in der Käthe-Kollwitz-Straße Leitungen und es wird der Straßenbau fertig gestellt.“ Für den Verkehr freigegeben werden soll die wichtige Verbindung zum Jahresende. „Wir hoffen, dass die Witterung das zulässt“, so Wenzel. „Ein früher, harter Wintereinbruch könnte uns Probleme bescheren.“

Im Zuge der Karl-Heine-Straße entsteht derzeit die neue Plagwitzer Brücke über die Weiße Elster.

Das 6,3 Millionen Euro teure Brückenbauprojekt war notwendig geworden, weil die Vorgänger-Konstruktion aus dem Jahr 1961 stammte und völlig verschlissen war. Die neue Überführung soll sehr wartungsarm sein und auf der Weißen Elster eine Durchfahrtshöhe für Motorboote von 1,90 Meter ermöglichen.

Weiße Elster ist barrierefrei

Die eingehobenen Stahlverbundträger bestehen aus einem geschweißten Doppel-T-Stahlprofil, auf das ab Werk zwölf Zentimeter dicke und 1,50 Meter breite Stahlbetonplatten montiert wurden. Diese Platten sollen die neue Brückenunterseite bilden und gleichzeitig als Schalung für eine sogenannte Überbauplatte aus Stahlbeton dienen. „Die neue Brücke wird eine Weite von 37,70 Metern haben und als so genanntes Einfeldbauwerk errichtet, also ohne zusätzliche Pfeiler“, betont Wenzel. „Damit kann die Weiße Elster künftig unter der Brücke uneingeschränkt durchfließen, auch die Durchfahrt von Booten wird damit sichergestellt.“

Bauverzug von neun Wochen

Zu einer Bauverzögerung von neun Wochen kam es, weil im Untergrund für die Bauleute Überraschungen lauerten. So wurden bei den Bohrarbeiten für die Spundwände der Brücke unterhalb des Natursteinmauerwerks Eichenholzpfähle, ein alter Kanal und Flügelwände aus Bruchsteinen gefunden, die entfernt werden mussten.

Wenn alles nach Plan läuft, wird die für Fußgänger und Radfahrer errichtete Behelfsbrücke erst kurz vor der Verkehrsfreigabe zurückgebaut, weil sich an ihrer auch mehrere Versorgungsleitungen befinden. Vom Tisch ist der ursprüngliche Plan, die Straßenbahnen einige Tage vor dem Autoverkehr über die Brücke rollen zu lassen. Gestern hieß es, die neue Brücke werde am Jahresende zeitgleich für beide Verkehrsarten freigegeben.

Von Andreas Tappert

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