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Lokales Startschuss für Leipzigs größtes neues Eigenheimgebiet
Leipzig Lokales Startschuss für Leipzigs größtes neues Eigenheimgebiet
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21:22 29.04.2019
Nördlich der Knauthainer Thomas-Müntzer-Siedlung hat jetzt die Erschließung eines neuen Wohngebiets (orange) mit 89 Eigenheimen an der Rehbacher Straße begonnen. Später sollen nebenan noch etwa 180 Eigenheime (blau) dazukommen. Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Es schüttete wie aus Kannen, als sich am Montagvormittag der erste Bagger auf dem zurzeit noch dicht mit Futterklee bewachsenen Feld an der Rehbacher Straße blicken ließ. Ein Bauschild zeigte an, wo auf diesem 6,3 Hektar großen Acker demnächst 89 Eigenheime entstehen können. „Sobald die Agrargenossenschaft Kitzen den Futterklee gemäht hat, starten die Arbeiten“, versicherte Ralf-Dieter Claus, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft LESG. „Alle Aufträge sind vergeben. Im ersten Bauabschnitt sollen zwischen Mai und Oktober 24 Grundstücke erschlossen und Interessenten zum Kauf angeboten werden.“ Nächstes Jahr folgten weitere 41 und im Jahr 2021 noch mal 24 Baugrundstücke.

Für jedes Kind 100 Punkte extra

Die Nachfrage sei enorm. Schon über 250 Interessenten hätten sich bei der LESG gemeldet. „Wir haben ein Punktesystem entwickelt, das Familien mit Kindern bessere Chancen einräumt.“ Konkret werde ein Mindestgebot von 170 Euro pro Quadratmeter voll erschlossenem Bauland erwartet. „Ein Euro entspricht dabei einem Punkt. Für jedes Kind gibt es 100 Punkte extra“, so Claus. Eine Familie mit Doppelnachwuchs könne von kinderlosen Bewerbern also nur überboten werden, wenn diese 371 Euro pro Quadratmeter zu zahlen bereit wären. Letzteres sei jedoch nicht bezweckt, ergänzte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). „Wir wollen hier Familien die Chance geben, sich innerhalb Leipzigs ein klassisches Eigenheim mit Satteldach zu schaffen – zu günstigen Konditionen.“ Die Lage dicht am Cospudener See, mit Kita und der 60. Grundschule in der Nähe sei dafür ideal.

Bauland in Leipzig immer teuerer

Wie berichtet, hat sich Bauland für Einfamilienhäuser in Leipzig im letzten Jahr erneut verteuert: um 18 Prozent auf im Mittel 199 Euro pro Quadratmeter. Vor sieben Jahren lag der Preis noch halb so hoch. 2018 gab es in der Folge so wenige Verkäufe von Baugrundstücken im Stadtgebiet wie noch nie: lediglich 93. Früher lag dieser Wert stabil bei 350 bis 500.

Grundstücke etwas verkleinert

Eigentlich sollten die Erschließungsarbeiten an der Rehbacher Straße schon 2017 beginnen. Zuvor hatte der Stadtrat beschlossen, alle kommunalen Flächen in dem Bereich an die LESG zu übertragen. Doch der formale Akt habe länger gedauert als erwartet, so Claus. Hinzu kamen Umplanungen, durch die es nun mehr Baugrundstücke gebe, die mit durchschnittlich 550 Quadratmetern etwas kleiner ausfielen. „Die meiste Zeit haben uns Verhandlungen mit den Wasserwerken gekostet“, sagte er. Im Ergebnis habe der Versorger entschieden, sein Netz in Knauthain für über 500 000 Euro zu erweitern, damit dort Leipzigs größtes neues Eigenheimgebiet entstehen kann.

180 Eigenheime gleich nebenan

Für eine 25 Hektar große Fläche in direkter Nachbarschaft läuft nämlich bereits ein Bebauungsplanverfahren. Dort sollen weitere 180 Eigenheime entstehen, eventuell auch Häuser für betreutes Wohnen und ein Gasthof. Teile eines dort wild gewachsenen Waldes gehen in einem neuen Grüngürtel auf, der zur Naherholung dienen und das Gelände in Richtung der Kiesgrube Rehbach abschirmen wird. Eine dafür nötige Beschlussvorlage erhalte der Stadtrat in Kürze, kündigte Dubrau an. Dann war der offizielle Teil vorbei. Es regnete immer noch. Und der Bagger schob das soeben symbolisch ausgehobene Loch auf dem Feld – sicherheitshalber – erst mal wieder zu.

Von Jens Rometsch

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