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Lokales Stiftung will in Berlin Geld für Freiheits- und Einheitsdenkmal abrufen
Leipzig Lokales Stiftung will in Berlin Geld für Freiheits- und Einheitsdenkmal abrufen
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07:05 29.11.2019
Für viele hat Leipzig bereits ein Freiheitsdenkmal: die Nikolaisäule auf dem Nikolaikirchhof. Quelle: Foto: Regina Katzer
Leipzig

Die Stiftung Friedliche Revolution will Anfang nächsten Jahres in Berlin die Finanzierungsgespräche für Leipzigs Freiheits- und Einheitsdenkmal starten. Das erklärte Stiftungsvorstand Michael Kölsch am Donnerstag auf LVZ-Anfrage. Das von der Stadt eingesetzte Begleitgremium habe dies auf seiner letzten Sitzung beschlossen. „Wir wollen in Berlin mit Bundeskulturministerin Monika Grütters (CDU) ins Gespräch kommen“, so Kölsch. Einen Termin dafür gebe es noch nicht. „Wir wollen die Stadt in die Gespräche in Berlin einbinden und sind noch in einer Abstimmungsphase.“ Geklärt werde unter anderem, welche Vertreter der Stadt an den Gesprächen in Berlin teilnehmen.

Noch keine Entscheidung über das Denkmal getroffen

Weiterhin offen ist, ob ein Freiheitsdenkmal oder ein Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen soll (die LVZ berichtete). Auch das Begleitgremium habe auf seiner internen Sitzung in dieser Frage keine Einigung erzielt, sagte Kölsch. „Es wurde leidenschaftlich über diesen Punkt diskutiert, aber in dieser Frage kein Konsens erzielt.“

Dies sei aber auch nicht zwingend notwendig. „Wir wollen darüber mit den Leipzigern in Gespräch kommen und das nicht im kleinen Kreis entscheiden“, betonte der Stiftungsvorstand. Dies müssten die Bürger entscheiden. Dafür würden demnächst mehrere Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Workshops stattfinden. „Ich bekomme dazu auch sehr viele Zuschriften“, berichtete Kölsch. Meinungsäußerungen seien auch über die Internetseite www.leipziger-freiheitsdenkmal.de möglich.

„Freiheit ohne Einheit nicht von Dauer“

Wie berichtet, meinen manche Zeitzeugen, der schwierige Transformationsprozess nach der Friedlichen Revolution sollte nicht Thema des Denkmals werden. Statt eines Freiheits- und Einheitsdenkmals sollte deshalb „nur“ ein Freiheitsdenkmal oder ein Demokratiedenkmal entstehen. Mehrere Bürgerrechtler wehren sich vehement gegen diese Veränderung. Die deutsche Einheit sei während der Friedlichen Revolution in Leipzig „ein ganz wichtiger Aspekt“ gewesen, argumentieren sie. Die Demonstranten hätten 1989 sehr genau gespürt, dass Freiheit ohne Einheit nicht von Dauer sein wird.

Diskussion in der Bürgerschaft

In dieser Diskussion hat sich jetzt auch der ehemalige Thomaskirchenpfarrer Christian Wolff zu Wort gemeldet. Er begrüßt es, „dass Leipzig als die Stadt Ostdeutschlands, die sich schon jetzt als ,gesamtdeutsche Stadt’ verstehen kann, den Schwerpunkt der Erinnerung auf den Aufbruch zur Demokratie richtet“. Ein Freiheits- oder Demokratiedenkmal sei aus seiner Sicht weder einseitig, noch stehe es im Gegensatz zur gewonnenen Freiheit.

Rolf Sprink, ehemaliger Direktor der Volkshochschule, betont dagegen, dass Leipzig „das Alleinstellungsmerkmal für den Durchbruch zur Freiheit und zur Wiedervereinigung beanspruchen darf“. Deshalb ist er für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal.

Von Andreas Tappert

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