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Lokales Stolpersteine für die Familie Repper
Leipzig Lokales Stolpersteine für die Familie Repper
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16:56 21.06.2018
Gunter Demnig beim Einlassen der Stolpersteine der Familie Repper – hinter ihm Nachfahre David mit seinen drei Töchtern und Ehefrau Lynda (r.). Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Eine Weile lenken die Fakten vom Emotionalen ab. Namen und Geburtsdaten zum Beispiel. Sobald die Schicksale hinter den Stolpersteinen sichtbar werden, wird es schwer. Als Nicole Barnett an den gerade eingelassenen Messing-Quadraten vor der Kreuzstraße 10 steht und spricht, unterbrechen sie die Tränen. Zum ersten Mal steht die Britin aus Leeds vor dem Haus, in dem ihr jüdischer Großvater Hartwig Repper und seine Familie bis 1936 wohnte – bis die Nazis ihre Leben zerstörten.

Lebensmittelhändler David Repper, 1892 geboren, wurde 1936 nach Polen ausgewiesen. Ende 1940 starb seine Mutter Sara im Jüdischen Krankenhaus in Krakau an Nierenversagen, die Töchter Margot und Viktoria ermordeten die Nazis in Auschwitz, das Schicksal von Vater David ist nicht komplett geklärt, vermutlich brachten ihn Nazis 1941 in Polen um. Nur sein Sohn Hartwig konnte sich nach England retten. Lebenslang schwieg er sich zu dem Grauen aus, das er in Deutschland erlebte.

Bei der Recherche der Familiengeschichte haben Zwölftklässler des Rahn-Gymnasiums mitgeforscht, beim Stadtarchiv und dem Nationalarchiv Krakow fanden sie Dokumente. Unter anderem den engagierten Schülern gilt der Dank von Hartwig Reppers Sohn David. Der 70-Jährige ist auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine mit Frau Lynda sowie seinen drei Töchtern Natalie, Karen und Nicole zur Verlegung der fünf Gedenktafeln durch den Kölner Bildhauer Gunter Demnig nach Leipzig gekommen.

In seiner Rede erinnert David an die Zerstörung seiner Familie, deren Leipziger Wurzeln zunächst nur ein Stammbaum belegte. „Ich bin froh darüber, dass viele Deutsche das Projekt Stolpersteine unterstützen, um ihr Land von der Schande der Nazizeit reinzuwaschen“, sagt er.

Sehr emotional spricht seine Tochter Nicole über Erinnerungen an ihren Großvater Hartwig und schließt mit den Worten: „Es ist unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Holocaust nie in Vergessenheit gerät – und unsere Kinder zu Respekt vor jedem Menschen zu erziehen, egal welche Rasse, Religion oder Hautfarbe er hat.“

Insgesamt wurden am Dienstag 22 Stolpersteine verlegt. Wer die Finanzierung der Mahnmale aus Messing unterstützen möchte, geht auf www.stolpersteine-leipzig.de.

Von Mark Daniel

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