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Lokales Straße gesperrt: Tarn-Blitzer-Start geht nach hinten los
Leipzig Lokales Straße gesperrt: Tarn-Blitzer-Start geht nach hinten los
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11:17 21.01.2020
Hinter dieser Absperrung in Mölkau stand für drei Tage einer der drei neuen Tarn-Blitzer der Stadt Leipzig. Viele Temposünder dürfte es dort aufgrund der Sperrung nicht gegeben haben. Quelle: Privat
Leipzig

Neuer Ärger um die Tarn-Blitzer im Leipziger Stadtgebiet: Eines der drei neuen mobilen Messgeräte hatte die Stadt am 13. Januar in der Albrechtshainer Straße in Leipzig-Mölkau aufgestellt. Eigentlich sollte der sogenannte „Enforcement Trailer“ in der dortigen Tempo-30-Zone die gesamte Woche Temposünder fotografieren. Daraus wurde aber nichts. Bereits einen Tag später machte die Stadt selbst eine Jagd auf Raser nahezu unmöglich. Aufgrund von Bauarbeiten wurde ein Abschnitt auf der Albrechtshainer Straße vorübergehend gesperrt. Das berichten die CDU-Ortschaftsratsmitglieder Tom Schneider, Karen Neugebauer und Andreas Rümmler.

Der Blitzer selbst stand zwar einige hundert Meter hinter der Sperrung. Nach Angaben der drei Politiker habe sich der Verkehr aber auf die Zweinaundorfer Straße verlagert. „Wir fragen uns, ob die Ämter überhaupt miteinander kommunizieren“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben.

CDU: Tarn-Blitzer-Erfolg wohl „sehr dürftig“

Erst nach drei Tagen reagierte die Stadt nach Angaben der CDU-Politiker und entfernte den Tarn-Blitzer. Sie bezweifeln, dass aufgrund der Straßensperrung viele Autofahrer in der Albrechtshainer Straße geblitzt wurden. Der Erfolg dürfte „sehr dürftig sein“, meinen Schneider und seine Parteifreunde.

Die Stadt sei davon ausgegangen, dass sich der Verkehrsfluss kaum verändern würde, teilt sie auf Nachfrage mit und verweist auf die nur wenige Meter lange Straßensperrung.

So sehen die „Enforcement Trailer“ aus. Drei davon stehen ab sofort an unterschiedlichen Stellen im Leipziger Stadtgebiet. Quelle: LVD

Mölkauer nehmen Blitzer-Posse mit Galgenhumor

Auf Facebook nahmen die Mölkauer den Schildbürgerstreich derweil mit Galgenhumor. In der Gruppe „Hallo Mölkau“ schrieb Stefan Zimmerling beispielsweise: „Da hat doch die Stadt selber geeignete Maßnahmen getroffen, die Einnahmen über den Superblitzer so gering wie möglich zu halten.“

Dass der Tarn-Blitzer in der Albrechtshainer Straße erneut zum Einsatz kommt, will die Stadt nicht ausschließen. „In welchem zeitlichen Abstand dies aber erfolgen wird, steht derzeit nicht fest“, erklärt eine Stadtsprecherin.

Standort des Tarn-Blitzers auch zuvor umstritten

Dabei hatten sich nach Angaben der Ortschaftsratsmitglieder viele Mölkauer über die neuen Tarn-Blitzer gefreut. „Abgesehen vom etwas ungünstigen Standort“, ergänzen sie. Bereits am ersten Einsatztag für den Blitzer hatten Anwohner sich über das Messgerät, die wie ein Pkw-Anhänger aussieht, beschwert. Dieser hätte zum einen durch seinen Standort den Gehweg und zum anderen die Sicht an der Einmündung zur Obernaundorfer Straße versperrt. Dadurch sei eine Gefahrenstelle entstanden, hatten Autofahrer beklagt.

Darüber hinaus beschäftigen die Blitzer namens „Poliscan FM1“ derzeit mehrere Gerichte, zum Beispiel den Verfassungsgerichtshof in Rheinland-Pfalz. Dabei geht es um die Frage, ob die Blitzer die Rohmessdaten hinreichend speichern, um eine nachträgliche Überprüfung der Geschwindigkeitskontrollen zu gewährleisten.

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Von Marcel Sacha

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