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Lokales Straßenbahnunfall am Augustusplatz: Polizei ermittelt gegen Fahrer der Linie 16
Leipzig Lokales Straßenbahnunfall am Augustusplatz: Polizei ermittelt gegen Fahrer der Linie 16
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16:30 15.10.2010
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Leipzig

Das teilten die Beamten am Freitag mit. Ein technischer Defekt könne nach den abschleißenden Untersuchungen von Experten der Dekra ausgeschlossen werden.

Allerdings haben die Ermittler von Dekra und Polizei erste Hinweise zusammengetragen. So konnte der in den modernen Straßenbahnen eingebaute Fahrtenschreiber inzwischen ausgelesen werden. "Danach sieht es so aus, dass es keine technischen Probleme gab und die Bremsen intakt waren", so Bohse. Es sei nun an der Dekra, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen und die ausgelesenen Daten zu interpretieren. "Das kann drei Tage dauern, aber auch vier Wochen", sagte der LVB-Sprecher weiter.

Nach Angaben von Reinhard Bohse, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), haben die Techniker den in den modernen Straßenbahnen eingebauten Fahrtenschreiber ausgelesen. "Danach sieht es so aus, dass die Bremsen intakt waren", so Bohse. Es sei nun an der Dekra, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen und die ausgelesenen Daten zu interpretieren. "Das kann drei Tage dauern, aber auch vier Wochen", sagte der LVB-Sprecher weiter.

Das Unglück hatte sich am Donnerstagmorgen gegen 6.45 Uhr an der Haltestelle vor dem Hotel Radisson Blu ereignet. „Eine Straßenbahn fuhr ungebremst auf eine im Haltestellenbereich befindliche zweite Straßenbahn auf", erklärte Polizeisprecher Christian Otto. Laut Bohse war die Bahn der Linie 11 gerade im Begriff, in Richtung Bahnhof loszufahren, als die Bahn der Linie 16 auffuhr. 13 Personen wurden bei dem Unfall verletzt. Eine 37-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann wurden in Krankenhäuser gebracht. Der Mann war laut Polizei bei dem Aufprall aus der Bahn geschleudert worden und erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Beinen. Er befindet sich noch immer in der Klinik, schwebt aber nicht in Lebensgefahr.

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Der Fahrer der Linie 16 wurde dagegen nur leicht verletzt. „Gut geht es ihm allerdings nicht", sagte der LVB-Sprecher. Nach Polizeiangaben erlitt der 25-Jährige einen Schock und konnte zunächst nicht vernommen werden.

Nach Angaben der LVB entstand bei dem Crash ein Schaden von rund 800.000 Euro. Das betroffene Gleis am Augustusplatz war in Richtung Hauptbahnhof für mehrere Stunden gesperrt. Das Gleis in die Gegenrichtung sowie die Kreuzung blieben allerdings befahrbar.

Antje Henselin-Rudolph/Matthias Roth