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Lokales Streit um Wassertourismus 2.0 in Leipzig
Leipzig Lokales Streit um Wassertourismus 2.0 in Leipzig
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08:01 01.09.2018
Paddelspaß am Stadthafen: Aber wie soll sich die Leipziger Gewässerlandschaft weiterentwickeln? Am Konzept zum Wassertourismus 2.0 wird gerade gefeilt. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Wie weiter mit dem Wassertourismus im Raum Leipzig? Das Verfahren über einen Runden Tisch zur Fortschreibung des dazugehörigen Konzeptes wird jetzt von der Grünen Liga Sachsen in Person von Wolfgang E. Stoiber vom Verein Nukla in gewohnt polemischer Form angegriffen. Aber auch andere Naturschutzverbände sehen Redebedarf.

Zwischen 2005 und 2007 entstand das „Wassertouristische Nutzungskonzept Leipziger Neuseenland“ (WTNK). Es stellt mit seinen Kursen eine Art Masterplan vor, wie sich die Gewässerlandschaft rund um Leipzig entwickeln könnte. Doch einige Rahmenbedingungen hätten sich verändert, manche Projekte hätten nicht umgesetzt werden können, neue hätten sich ergeben – das Konzept müsse fortgeschrieben werden, erklärt Daniela Herbig als Kommunikations- und Netzwerkmanagerin des Leipziger Neuseenlandes. Bis Ende des Jahres solle dies unter breiter Beteiligung von Fachbehörden und der Öffentlichkeit geschehen (die LVZ berichtete).

„Handverlesene“ Teilnehmer

Bis Mitte August fanden bereits zwei Sitzungen des Runden Tisches statt, in dem angeführt vom Grünen Ring Leipzig Vertreter von Kommunen, Naturschutz, Wassersport, Bürgerinitiativen, Bürgerschaft, Anglern, Bootsverleihern, Fahrgastschifffahrt, Wirtschaft und Tourismus sitzen und beraten. Neben der Expertenrunde sind auch öffentliche Gesprächsrunden vorgesehen. Während Herburg betont, dass beim Runden Tisch bislang konstruktiv gearbeitet werde und von sehr konkreten Beispielen wie etwa neuen Rastplätzen für Wasserwanderer und besseren Umsteigemöglichkeiten bis hin zu Warnkugelseilen vor Wehren berichten kann, ist der Grünen Liga Sachsen die Gesprächsrunde offenbar suspekt.

Vor allem die Nutzung der Gewässer mit Motorbooten wie hier in Plagwitz sorgt bei den Naturschützern immer wieder für Kritik. Quelle: Armin Kühne

Von Umweltbürgermeister Heike Rosenthal „handverlesen“ sei die Schar, meint für die Grüne Liga Wolfgang E. Stoiber vom Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald (Nukla). Und selbstredend sei die Zahl derjenigen, die eine ungeänderte Fortführung des WTNK und damit den Ausbau und die Motorisierung der Gewässer wünschen, in der Mehrheit. Dabei darf selbst Stoiber teilnehmen – obwohl er gerade mit seinem Verein gegen die Stadt im Rechtsstreit liegt wegen Baumfällungen im Auwald.

Interessenvertretung unzureichend

Die insgesamt neun in Leipzig anerkannten Naturschutz- und Umweltschutzvereinigungen sind mit drei Sitzen am Runden Tisch vertreten. Zu wenig, meinten sie unisono in einer Stellungnahme vorab. So sei eine ausreichende Interessenvertretung nicht gewährleistet. Beim letzten Mal zählte der ganze Tisch allerdings schon 24 Teilnehmer – was eine ernsthafte Diskussion sicherlich schon jetzt nicht leicht macht.

Noch schwerwiegender sind die grundsätzlichen Bedenken der Naturschutzverbände gegen das Vorgehen beim Runden Tisch. In einem vierseitigen Positionspapier hatten die Naturschützer vorab unter anderem gefordert, dass die Ergebnisse der Beratungen einer strategischen Umweltprüfung zu unterziehen seien. Dies könne der Tisch nicht leisten. Auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung könne er nicht ersetzen, meinten sie. Für Stoiber ist das WTNK „tatsächlich ein großangelegter, systematisch umgesetzter Plan, der eigentlich einer gesetzlich vorgeschriebenen ordentlichen Prüfung bedarf“.

Konzept der Möglichkeiten

Der Grüne Ring sieht das anders. Ende des Monats solle der Dissens um die rechtliche Einordnung des Konzepts bei einem gemeinsamen Gespräch beigelegt werden, hofft Herburg. Wie berichtet, hatten Stadt und Grüner Ring wiederholt erklärt, das WTNK sei lediglich ein planerisches Konzept mit informeller Beteiligung. Alle darin derzeit eingebrachten rund 100 Vorhaben (Anlegestellen, Umstiegsmöglichkeiten, Rastplätze etc.) müssten vor der Umsetzung sowieso einzeln beantragt und auf ihre rechtliche Möglichkeit im Detail untersucht werden. Das Konzept solle nur das große Ganze entwickeln und – wichtig für Fördergeldgeber – den Rahmen aufzeigen.

Von Jörg ter Vehn

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