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Lokales Streit um wertvolle Skulpturen im Zoo Leipzig kommt im März vor Gericht
Leipzig Lokales Streit um wertvolle Skulpturen im Zoo Leipzig kommt im März vor Gericht
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09:39 09.01.2018
„Jason mit den Stieren“ von Max Klinger (Archivbild)
„Jason mit den Stieren“ von Max Klinger (Archivbild) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Der Streit um vier bronzene Skulpturen im Leipziger Zoo wird im kommenden Jahr vor dem Landgericht verhandelt. Der Prozess sei für Anfang März 2018 angesetzt worden, sagte Anwalt Hannes Hartung am Mittwoch. Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte die Festsetzung des Termins.

Dabei steht „Der Athlet“ von Max Klinger seit fast 90 Jahren im Zoo. Die Skulptur wurde ebenso wie drei weitere, darunter die 2015 von der Stadt restaurierte „Jasongruppe“, vom ehemaligen Tierparkdirektor Johannes Gebbing senior angeschafft - laut dessen Sohn und Erbe als Leihgabe. Die Stadt Leipzig sieht das anders. Für sie steht fest, dass der ehemalige Direktor die Kunstwerke 1928 und 1932 für den Zoo gekauft hatte und die Stadt somit der rechtmäßige Eigentümer ist.

Mehr als ein Jahr lang hätten er und sein Mandant vergeblich versucht, sich mit der Stadt zu einigen, sagte Hartung am Mittwoch. „Ich finde es schade, dass man offenbar gar nicht ins Gespräch kommen möchte“, erklärte der Anwalt. Im Gegensatz zu seinem Mandanten habe die Stadt keinerlei Nachweise, dass Leipzig die Skulpturen erworben hätte. Der Kläger, Johannes Gebbing junior, habe erst nach dem Tod seines Bruders von dem Kauf des Vaters erfahren, so Hartung. Seinen Angaben nach belegen zudem Dokumente, dass sich der frühere Zoodirektor schon 1944 um die Rückgabe der Werke bemüht hatte.

Eigentlich wollte Gebbing junior auf eine Klage verzichten. Stattdessen hatte er vorgeschlagen, der Stadt die „Jasongruppe“ von Walter Lenck zu schenken und ihr die übrigen Figuren für 250 000 Euro zu verkaufen. Da die Stadt ablehnte, soll nun das Gericht den Streit klären. Aus „prozessökonomischen Gründen“ verlangt Gebbing konkret die Rückgabe der Figur „Der Athlet“. Sollte er Recht bekommen, gehe er davon aus, dass die Stadt Leipzig auch die anderen Skulpturen zurückgebe, heißt es in der Klageschrift.

jhz

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