Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Tanzdemo: Leipziger Clubszene kämpft für Erhaltung ihrer Freiräume
Leipzig Lokales Tanzdemo: Leipziger Clubszene kämpft für Erhaltung ihrer Freiräume
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:36 05.09.2018
Die Clubszene feierte die Abschaffung der Sperrstunde in Leipzig (22.8.18). Im September folgt eine Tanzdemo für Freiräume. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die Sperrstunde in Leipzig ist abgeschafft, die Szene hat vor dem Rathaus die Entscheidung gefeiert. Doch nach der Party ist vor der Demo: Am 15. September will die IG LiveKommbinat mit einer Tanzdemo auf die Gefahr der Verdrängung ihrer Subkultur in der wachsenden Stadt Leipzig aufmerksam machen.

Die Organisatoren, eine Interessengemeinschaft Leipziger Musikspielstätten, planen an dem Tag ab 14 Uhr eine Route vom Johannisplatz über den Willy-Brandt-Platz und um den Ring bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Dort soll sich eine Party mit DJs und Musik anschließen.

Stadtrat kippt Sperrstunde

Der Stadtrat hat die Sperrstunde in Leipzig gekippt! Die Clubszene feiert die Entscheidung vor dem Rathaus. http://go.lvz.de/72m

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Mittwoch, 22. August 2018

Im Aufruf via Facebook erklären die Organisatoren: In der wachsenden Stadt Leipzig „steigen die Mieten und an vielen Stellen werden neue Baufelder erschlossen, um den Bedarf an Wohnraum zu befriedigen.“ Das führe zu „Effekten der Verdrängung und Verlagerung“.

Angebot im Leipziger Westen

So wie auf dem Gelände des ehemaligen Freiladebahnhofs Eutritzsch, bisher Heimat des Kulturzentrums So&So und des TV-Clubs. Beide bangen um ihre Zukunft. Für das So&So gibt nach Gesprächen mit dem Eigentümer CG-Gruppe eine verlängerte Frist bis Ende 2018. Ursprünglich sollte Ende September Schluss sein. Der Bauträger habe sich auch zum Erhalt des Clubs bekannt, so die Club-Betreiber auf ihrer Webseite – allerdings nicht in dem neuen Viertel. Ein Alternativangebot im Leipziger Westen will das Team nun prüfen.

Dass der Club aus der Theresienstraße lieber im nördlichen Quartier bleiben würde, sagen die Betreiber deutlich: „Wir wollen Teil eines lebendigen und urbanen neuen Stadtteils sein“, heißt es in der Erklärung weiter. Trotzdem müsse man sich in den nächsten Monaten für den Ernstfall Umzug wappnen.

Petition und Politik

Die IG Livekommbinat setzt sich mit einer Petition auf dem Portal openpetition.de und der Tanzdemo am 15. September dafür ein, das So&So am bisherigen Standort zu erhalten. Die Szene fordert außerdem, dass Stadträte und Kommune bei der Aufstellung von Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen die Kulturszene stärker berücksichtigen.

Politisch hat sich bereits etwas bewegt. SPD-Fraktion und Grüne im Stadtrat fordern in einem Antrag, dass die CG-Gruppe für die Aufstockung der Flächen für Wohnraum der Kommune kostenfrei Grundstücke überlässt. Der Antrag für den Stadtrat listet unter anderem Areale für den Schulcampus Leibniz-Gymnasium, für kooperative Wohnprojekte, einen Sportpark und eben für kulturelle Nutzungen auf.

Stadtrat soll entscheiden

Mit dem Antrag pochen die Fraktionen auch auf die Umsetzung des im Stadtrat beschlossenen städtebaulichen Vertrags mit der CG-Gruppe, der „angemessene Umsetzungslösungen“ für die bereits ansässigen Gewerbebetriebe im Quartier festschreibe. Das Kulturamt soll das Verfahren unterstützen mit dem Ziel, die örtlichen Clubs an ihrem Standort zu erhalten. Zusätzlich fordern SPD und Grüne eine Beteiligung der Anwohner in Bürger- und Nachbarschaftsforen.

Am 19. September soll der Stadtrat über den Antrag entscheiden.

Von Evelyn ter Vehn

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer mehr Eltern in Leipzig warten vergeblich auf einen Kita-Platz für ihre Sprösslinge – und setzen sich juristisch dagegen zur Wehr. Mittlerweile sind 2541 Verfahren anhängig. Sie kosten die Kommune MiIlionen.

05.09.2018

„Das Lebendige Haus“ wird die alte Hauptpost am Leipziger Augustusplatz in Zukunft heißen. Tatsächlich regt sich in dem riesigen Gebäudeensemble nun immer mehr Leben. Und weitere Vermietungen sind soeben gelungen.

05.09.2018

Während in Plagwitz oder der Südvorstadt immer weniger Menschen Hartz IV beziehen, sind es in Grünau-Mitte oder Paunsdorf in den letzten Jahren mehr geworden. LVZ.de zeigt die Entwicklung auf einer interaktiven Karte.

04.09.2018