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Lokales Telekom finanziert 17 Professuren: Neue HTWK-Fakultät startet
Leipzig Lokales Telekom finanziert 17 Professuren: Neue HTWK-Fakultät startet
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00:23 21.09.2018
Professor Jean-Alexander Müller bereitet die neue Fakultät für „Digitale Transformation“ an der Leipziger HTWK inhaltlich vor. Quelle: HTWK
Leipzig

Wie funktionieren Apps und das Internet? Wie kommunizieren Industrieanlagen oder Autos in Echtzeit? Und was ist mit der Sicherheit von Netzen und Daten? Am 1. Oktober wird eine neue Fakultät an der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) ihren Lehrbetrieb aufnehmen, die sich um solche Fragen kümmert. Das bestätigte das sächsische Wissenschaftsministerium jetzt auf LVZ-Anfrage.

Zunächst zwei Bachelor-Studiengänge

An dieser Fakultät für „Digitale Transformation“ sollen zuerst zwei Bachelor-Studiengänge starten – für Informations- und Kommunikationstechnik sowie für Telekommunikationsinformatik. Später folge ein Masterstudiengang in Informations- und Kommunikationstechnik, erklärte Ministeriumssprecher Andreas Friedrich. „Wir sind sehr froh darüber, dass die Deutsche Telekom AG 17 Stiftungsprofessuren auf dem Gebiet der Digitalen Transformation finanzieren wird“, sagte er. „Die HTWK wird das nutzen, um ihr Angebot in Lehre und Forschung entsprechend zu erweitern.“

Telekom-Hochschule schließt 2020

Wie berichtet, will die Telekom als bisheriger Träger im Jahr 2020 die benachbarte Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) schließen. Dort werden in diesem Herbst erstmals keine Studenten mehr immatrikuliert. Laut einem Bericht des deutschen Wissenschaftsrates waren 2017 noch 1600 Kommilitonen an der HfTL eingeschrieben – darunter 146 in berufsbegleitender Ausbildung.

Die private Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) soll 2020 geschlossen werden. Ihre Grundstücke und Gebäude hat bereits der Freistaat Sachsen gekauft, um mehr Platz für die staatliche HTWK zu gewinnen. Quelle: HfTL

Nach jahrelangen Prüfungen hatte der Wissenschaftsrat im Januar 2018 für die Organisationsstrukturen der letzten (von einstmals vier) Telekom-Hochschulen in Deutschland ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Bemängelt wurden Verstöße gegen die Freiheit von Forschung und Lehre sowie bei der Selbstorganisation der privaten Einrichtung, außerdem eine „Überlastung der Lehre und zu geringe Forschungsleistung“. Keine Beanstandungen gab es indes zur Qualität der Lehre durch die 62 Professoren, Dozenten und sonstigen HfTL-Mitarbeiter. Die Steuerungsmechanismen eines Konzerns seien eben schwer mit der Hochschulautonomie zu vereinbaren, erklärte dazu seinerzeit Telekom-Sprecher Peter Kespohl.

Kein direktes Vorbild für neue Fakultät

Bereits seit April 2017 liefen Gespräche zu der Idee, das Engagement der Telekom in Leipzig auf eine neue Stiftungsfakultät an der HTWK zu lenken. Nach dem Negativ-Votum des Wissenschaftsrates zur alten Telekom-Hochschule wurden die Verhandlungen hierzu verstärkt. Eine angestrebte Vereinbarung sei noch nicht unterzeichnet, erläuterte Ministeriumssprecher Friedrich. Es gehe um eine rechtlich schwierige Materie, für die es kein direkt vergleichbares Vorbild gebe.

Stillschweigen zum Verhandlungsstand

Zum Verhandlungsstand hätten die Telekom, Staatsregierung und HTWK derzeit noch Stillschweigen vereinbart, betonte Friedrich. Ob das Modell am Ende wirklich Stiftungsfakultät heißt oder anders, sei nachrangig. „Wichtig für Sachsen und Leipzig ist, dass die HTWK dieses Zukunftsthema bearbeiten kann.“

500 Studierende in drei Jahren

Offenbar läuft aber alles so gut, dass sich Studieninteressenten an der staatlichen Hochschule in Connewitz längst für den Semesterstart am 1. Oktober einschreiben können. Zum Aufbau des neuen Bereichs sei eine Anlaufphase von drei Jahren vorgesehen, so HTWK-Sprecherin Franka Platz. Pro Studienjahr könnten dabei 150 Plätze vergeben werden, so dass zum Ende der Anlaufphase mit insgesamt etwa 500 Studierenden zu rechnen sei. „Wir sehen das als riesige Chance“, sagte sie. Die beiden Bachelor-Angebote seien als kooperative Studiengänge auf jeweils sieben Semester ausgelegt. Dies bedeute, dass sie einen Praxisanteil enthalten, für den die Telekom prädestiniert ist. Die Aufgabe, die neue Fakultät inhaltlich vorzubereiten, wurde HTWK-Professor Jean-Alexander Müller übertragen. Der 45-Jährige ist Fachmann für Computernetze, E-Learning sowie Alternativen zu Cloud-Diensten. Unter anderem war er früher an der HfTL tätig.

Von Jens Rometsch

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