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Lokales Teststrecke in Leipzig: LVB wollen fahrerlose Busse einsetzen
Leipzig Lokales Teststrecke in Leipzig: LVB wollen fahrerlose Busse einsetzen
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01:41 02.08.2018
Zum Weltverkehrsverkehrsforum im Mai wurde bereits ein selbstfahrender Bus an der Leipziger Messe eingesetzt.
Zum Weltverkehrsverkehrsforum im Mai wurde bereits ein selbstfahrender Bus an der Leipziger Messe eingesetzt. Quelle: Frank Johannsen
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Leipzig

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) wollen autonom fahrende Shuttle-Busse zwischen dem S-Bahn-Haltepunkt am Leipziger Messegelände und dem BMW-Werk im Industriepark Nord einsetzen. Die Achtsitzer sollen rund um die Uhr – also auch außerhalb der Stoßzeiten des Berufsverkehrs – eine gute Verbindung garantieren, dann auf Bestellung über eine Nutzer-App geordert werden können und mit bis zu 70 Stundenkilometern unterwegs sein. Das geht aus einem Fördermittelantrag hervor, den die Stadtverwaltung am Mittwoch veröffentlicht hat.

Der Antrag samt einer Projektskizze wurde kürzlich beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht, heißt es in einer Informationsvorlage für den Stadtrat. Die LVB seien dabei Verbundkoordinator für das Projekt ABSOLUT – dieser Name leitet sich von Anfangsbuchstaben der offiziellen Bezeichnung „Automatischer Busshuttle selbstorganisierend zwischen Leipzig und dem BMW-Terminal“ ab.

Ebenfalls bei ABSOLUT mitarbeiten würden die TU Dresden, BMW, Continental, DB Schenker, die Leipziger Messe, auch fünf mittelständische Unternehmen aus Leipzig. Die Stadt verspricht sich von dem aktuellen Teil-Antrag knapp zwei Millionen Euro Fördermittel für den Zeitraum 2019 bis 2021. Bis dahin soll unter anderem eine Teststrecke ertüchtigt werden, die vom S-Bahn-Haltepunkt Messe zur Glashalle des Ausstellungsgeländes, weiter durch die Messeallee und BMW-Allee bis zum Haupttor des Werksgeländes führt.

Im Jahr 2021 will das kommunale Unternehmen dort die Shuttle-Busse zunächst auf nicht-öffentlichen Flächen ausprobieren, sie in den letzten Monaten aber auch schon als „Feldtest“ im öffentlichen Straßenverkehr einsetzen. Zunächst müsse dafür aber ein übergreifendes Sicherheitssystem mit eigener Leitstelle aufgebaut, auch etliche Ampeln, Kreuzungen sowie Haltestellen an die Erfordernisse des autonomen Fahrens angepasst werden, steht in der Vorlage. Die Gesamtkosten (einschließlich der Fahrzeugentwicklung und Personalkosten) für ABSOLUT werden auf über 23 Millionen Euro geschätzt. Diese Beträge können die verschiedenen Projektpartner aber zum Großteil durch Fördermittel finanzieren – die Anteile der Stadt Leipzig und der TU Dresden sogar zu jeweils 100 Prozent.

Wie berichtet, gab es in den vergangenen Jahren massive Kritik aus der Wirtschaft, dass der Industriepark Nord und die ringsum befindlichen Firmen vor allem in den Nachtstunden nur völlig unzulänglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar seien. Dabei befinden sich dort Tausende Arbeitsplätze. Die LVB wollen auch den normalen Busverkehr im Nordraum attraktiver gestalten, dort bessere Takte und nach Freigabe der neuen Landsberger Brücke veränderte Linienführungen anbieten.

Von Jens Rometsch