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Lokales Tillich und Jung: VNG-Investor muss Standort Leipzig sichern - Denkmalwettbewerb fortsetzen
Leipzig Lokales Tillich und Jung: VNG-Investor muss Standort Leipzig sichern - Denkmalwettbewerb fortsetzen
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17:36 03.03.2014
Die Preisträger mit ihrem Modell des Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmals: Sophia Petersen, Moritz Schloten, Martin de Mattia und Marc Weis (v.l.). Quelle: André Kempner
Leipzig

Beide Politiker reagierten damit auf einen Brief der Initiative "Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal" vom vergangenen Freitag.  

In dem Schreiben hatten 245 Unterzeichner, darunter der frühere Gewandhauskapellmeister und Ehrenbürger Kurt Masur, Autor und Kabarettist Bernd-Lutz Lange sowie der ehemalige Sekretär der SED-Bezirksleitung Kurt Meyer, das Ende des Denkmal-Wettbewerbs gefordert. Die drei gehörten 1989 zu den Unterzeichnern des Aufrufs der "Leipziger Sechs". Sie sorgten maßgeblich dafür, dass die Revolution eine friedliche werden konnte.  

Sowohl Tillich als auch Jung betonten, dass sie das Schreiben wegen ihrer gerade zu Ende gegangenen Urlaube noch nicht gelesen hätten, über den Inhalt aber informiert seien. Jung betonte noch einmal, dass es sich nicht um einen Gedenkort nur für die Leipziger handele. „Es geht um ein Denkmal für alle Menschen, die 1989 ihr Herz in die Hand genommen haben“, sagte er.

Tillich hob hervor, dass der Bundestag über Berlin und Leipzig als Standorte für die Erinnerung entschieden habe. „Das ist nicht aus dem luftleeren Raum geschehen“, kommentierte der Ministerpräsident das Votum der Abgeordneten. Die Errichtung des Denkmals müsse Zielstellung bleiben, die Finanzzusage Sachsens bleibe bestehen. Bund, Land und die Stadt Leipzig müssten sich gemeinsam an einen Tisch setzen und das weitere Vorgehen besprechen, erklärten Tillich und Jung.

Strategischer Investor für VNG  

Tillich und Jung tauschten sich ebenfalls am Montag über die Zukunft der Verbundnetz Gas AG (VNG) aus. „Unser gemeinsames Interesse ist es, den Sitz der VNG in Leipzig zu halten", betonte Tillich. Über den Unternehmenssitz waren in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen aufgekommen. Hintergrund ist der beabsichtigte Verkauf von Anteilen durch die Stadt Erfurt.

VNG in Leipzig. Quelle: Norman Rembarz

Die Thüringer halten 4,21 Prozent an der VNG. Sie verlangen dafür 80 Millionen Euro und berufen sich dabei auf ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten. Leipzig besitzt wie alle kommunalen Anteilseigner ein Vorkaufsrecht, ist im Augenblick aber einziger Kaufinteressent unter den kommunalen Anteilseignern der VNG, die sich in der Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VUB) zusammengeschlossen haben. Sollten die Papiere in die Hand eines Privatinvestors gelangen, verlören die in der VUB organisierten Städte ihre Sperrminorität von 25,79 Prozent. Dann bestünde die Gefahr, dass der Firmensitz aus Leipzig in ein anderes Bundesland verlagert wird - und damit Sachsen erhebliche Steuereinnahmen verloren gingen.

Seit bestehen der VNG hat das Unternehmen in Sachsen rund eine Milliarde Euro Steuern gezahlt. Anders als die anderen beteiligten VUB-Kommunen streicht die Messestadt nicht nur Dividende ein, sondern profitiert auch von der Gewerbesteuer. Zudem sind in dem Unternehmen 1440 Mitarbeiter beschäftigt, davon mehr als 1000 in Leipzig.

Aus diesem Grund hat Leipzig inzwischen seine stadteigene Holding Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) beauftragt, den Erfurter Anteil zu erwerben. Die LVV soll die Anteile übernehmen und diese dann in kleineren Tranchen den anderen VUB-Mitgliedern anbieten; einzelne sollen bereits Kaufinteresse bekundet haben. Sollte sich in diesem Interessentenkreis nicht genug Käufer finden, werde Leipzig die Erfurter Anteile komplett behalten, heißt es.

Größte Hürde auf den Weg dorthin ist die Ermittlung des Preises für den 4,21-Prozent-Anteil der Erfurter. Denn Leipzig hält die geforderten 80 Millionen Euro für unangemessen hoch. Der tatsächliche Wert wird in der LVV mit 50 bis 55 Millionen Euro veranschlagt. Die Verträge der VUB sehen in einem solchen Fall die Bestellung eines unabhängigen Gutachters vor; bislang konnten sich beide Seiten noch nicht auf einen Experten einigen.

Neben der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hatte sich zuletzt auch der russische Multi Gazprom um die Erfurter Anteile bemüht.

Matthias Roth/Andreas Tappert

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