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Lokales Darum kommen immer mehr Touristen nach Leipzig
Leipzig Lokales Darum kommen immer mehr Touristen nach Leipzig
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16:18 01.09.2019
Ausblick auf Leipzig vom City-Hochhaus: Jedes Jahr zieht die Messestadt mehr Touristen an. Quelle: LVZ-Archiv/Heinz
Leipzig

Seit Jahren kennen die Tourismuszahlen in Leipzig nur eine Richtung – nach oben. Erst in der vergangenen Woche konnte wieder ein neuer Rekord vermeldet werden: 895.262 Gäste kamen allein im ersten Halbjahr 2019 an die Pleiße und ein Ende des Höhenflugs ist nicht abzusehen. Auch internationale Gäste tragen dazu bei: Etwa 15 Prozent der Touristen reist aus dem Ausland an, die meisten aus den USA, Schweiz, Österreich und Großbritannien.

Aber woher kommt dieser Boom? Was reizt Reisende aus dem Ausland an der Messestadt? Die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) kennt Antworten auf diese Fragen – und hat gezielt in diese Entwicklung investiert. „Wenn sich das Wachstum in dieser Höhe im zweiten Halbjahr fortsetzt, wird Ende Dezember 2019 erstmals die Schallmauer von 3,5 Millionen Übernachtungen fallen", hofft LTM-Geschäftsführer Volker Bremer und erklärt die Strategie, die Leipzigs Tourismus-Marketing verfolgt.

Zahlen und Fakten über den Tourismus in Leipzig:

„Wir konzentrieren uns auf Quellmärkte, also auf Länder, in denen Geldmittel vorhanden sind“, erklärt Bremer. Auch wenn die Zahlen der ausländischen Gäste im ersten Halbjahr 2019 leicht zurückgingen, bleibt das internationale Publikum eine wichtige Zielgruppe. Mit Social-Media-Kampagnen und Presse-Einladungen an Journalisten wird in diesen Ländern gezielt für Leipzig Werbung gemacht. Dabei komme es darauf an, das Augenmerk auf die richtigen Aspekte zu legen, verweist Bremer auf das derzeit wichtigste Zugpferd. „Das Erste, was ausländische Journalisten sehen wollen, ist die Spinnerei.“

Lebendiges Kulturleben als Anziehungspunkt

Auf dem ehemaligen Zentrum der Leipziger Textilindustrie, das jedes Jahr hunderttausende Gäste anzieht, kann Michael Ludwig von der Verwaltungsgesellschaft der Baumwollspinnerei das internationale Interesse an dem berühmt gewordenen Kulturgelände bestätigen: „Bei uns werden immer mehr Führungen auf Englisch nachgefragt, aber auch auf Niederländisch.“ Kunst von Neo Rauch, Galerien mit großem Namen neben Off-Space- und Graffitikunst, diese Mischung kommt gut an.

Die lebendige Kunst- und Kulturszene ist allgemein eines der touristischen Highlights, das weiß auch Marketing-Mann Bremer: „Leipzig hat ein modernes Stadtleben mit einem sehr lebendigen Mix.“ Dazu gehören neben der Hochkultur wie dem Gewandhaus und der Oper auch lebendige Kneipenmeilen wie die Karl-Liebknecht- und Karl-Heine-Straße und ein vielfältiges Nachtleben.

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Der Instagram-Account der LTM trägt dem Rechnung und soll vor allem junge Menschen ansprechen. Denn auch die Instagram-Community kann Leipzig etwas abgewinnen. Trotzdem ist Bremer bewusst, dass mit dem Verkaufsargument „Szene“ behutsam umgegangen werden müsse. Michael Ludwig jedenfalls ist bemüht, die Baumwollspinnerei dem Einfluss des touristischen Andrangs nicht auszuliefern: „Wir achten darauf, dass das alles nicht zu groß wird“, sagt er. „Bei den Rundgängen beispielsweise klinken sich einzelne Galerien inzwischen aus.“

Auch Großveranstaltungen spielen bei der Attraktivität für das internationale Publikum eine tragende Rolle. Von der Buchmesse über das Wave-Gotik-Treffen und Bachfest bis hin zu Euro Scene, Lichtfest oder Weihnachtsmarkt – 2018 von einem US-Reiseportal zum schönsten in Europa gekürt – verteilen sich die Höhepunkte über das gesamte Jahr. Auch die Europapokal-Spiele von RB Leipzig ziehen ausländische Gäste in der Stadt. Zum dritten Mal in Folge spielt der Fußball-Bundesligist in diesem Jahr international. Im Herbst werden bei den Champions-League-Gruppenspielen Gäste aus Russland, (St. Petersburg), Frankreich (Lyon) und Portugal (Lissabon) erwartet.

Niedrige Preise locken Touristen

Neben der authentischen Kulturszene und Events lockt noch ein anderer Aspekt nationales und internationales Publikum in die Stadt. LTM-Chef Bremer: „Die niedrigen Übernachtungspreise sind auch für Kongress- und Tagungsveranstalter interessant.“ Während in Dresden der Durchschnittspreis für ein Zimmer pro Nacht laut einer HRS-Studie bei 86 Euro und in Nürnberg bei 92 Euro pro Nacht liegt, zahlen Gäste in Leipzig durchschnittlich 84 Euro. Die niedrigen Preise werden Leipzig wohl auch noch eine Weile erhalten bleiben, denn die Konkurrenz unter den Herbergen wächst weiter. Aktuell sind neun neue Hotels im Bau. Erstmals stieg im Jahr 2018 die Zahl der Betten proportional schneller als die der Touristen.

Nicht jeder Hotelier kann mithalten

Doch während sich Volker Bremer schon auf das nächste Rekordjahr freut, bangt Pensionsleiter Mathias Jahnke um seine Existenz: „Volle Auslastung zu diesen Preisen kann sich nicht jedes Haus leisten“, sagt der Inhaber einer kleinen Pension am Georgplatz in Altlindenau. Zu Jahnkes Gästen zählen vor allem Geschäftsleute. Von dem großen Boom bekommt der selbstständige Unternehmer wenig mit. Er muss seine Preise und damit auch den Service weit unten halten, um mit den großen Hotels in der Innenstadt konkurrieren zu können.

Ein Einzelzimmer gibt es bei Jahnke aktuell für 30 Euro, ein Doppelzimmer ab 45 Euro. Die Stadt könnte Pensionen wie seine mehr in den Blick nehmen, findet er. Seit Januar 2019 zahlen Leipzig-Besucher eine Citytaxe von drei Euro pro Übernachtung, das Geld soll den Kultureinrichtungen der Stadt zu Gute kommen. Eine richtige Konsequenz angesichts der Zahlen, findet Jahnke, aber: „Der Aufwand der Abbuchung steht in keinem Verhältnis zu dem Gewinn“, sagt er: „Große Hotelketten haben ein Backoffice, das sich nur um diese Dinge kümmert, aber ich mache das alles alleine.“

Ganz ähnlich verhält es sich wohl auch mit dem Aspekt, den Volker Bremer noch einmal betont: „Eine gewisse Internet-Affinität ist heute unausweichlich für Erfolg.“ Vier Leute beschäftigt die LTM deshalb alleine im Social-Media-Team. Sie posten Inhalte bei Instagram auch auf Englisch. Auf Plattformen wie diesen ist Jahnkes Pension hingegen gar nicht vertreten. Er setzt stattdessen neben Buchungsportalen auf die klassische Homepage.

Von Anna Flora Schade

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