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Lokales Transplantationen: Uniklinik-Chef hat 1000er Marke bei Lebern und Nieren im Blick
Leipzig Lokales Transplantationen: Uniklinik-Chef hat 1000er Marke bei Lebern und Nieren im Blick
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00:21 19.11.2017
UKL-Vorstandschef Wolfgang Fleig (68).  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

 Note 1 bei Patientenversorgung und Forschung – aber die Hälfte der Geräte ist überaltert. Das ist das Urteil des Wissenschaftsrates über die Leipziger Uniklinik (UKL). Dessen Vorstand erklärt im Interview, woran das liegt, was die Zukunft noch bringt und wie das Krankenhaus der Zukunft aussieht.

Der Wissenschaftsrat hat der hiesigen Hochschulmedizin ein sehr gutes Zeugnis bei der Forschung und der Patientenversorgung ausgestellt. Allerdings kranke es bei der Geräteausstattung, rund die Hälfte der Apparate sei überaltert. Woran liegt das?

Prof. Fleig: Vorweg: Der Freistaat hat uns immer sehr engagiert unterstützt, das zeigt sich in der Runderneuerung des medizinischen Viertels an der Liebigstraße. Dafür sind wir dankbar und das würdigt auch der Wissenschaftsrat. Bei den Gebäuden sind 75 Prozent inzwischen top oder die Sanierung bzw. der Neubau sind im Gang. Trotzdem hat sich ein Investitionsstau von etwa 145 Millionen Euro für medizinische Fakultät und UKL aufgebaut. Davon entfallen zwei Drittel auf Großgeräte und den IT-Sektor. Da muss jetzt wirklich schnell etwas passieren. Eine Reihe von Computern ist bei der Hard- und Software nicht mehr zeitgemäß. Weil Ersatz fehlt, müssen wir sie aber mit gewissen Sicherheitsrisiken im Netzwerk weiterbetreiben. Auch manche Geräte in der Strahlentherapie und der Radiologie sind in die Jahre gekommen. Bei einer älteren Angiografie-Anlage – einer von fünf – hatten wir einen Komponentenausfall und der Hersteller konnte das benötigte Teil erst nach einem halben Jahr auftreiben. Die Instandhaltungsaufwendungen im laufenden Betrieb sind enorm. Wir mieten inzwischen auch Geräte –  wie einen zweiten OP-Roboter. Der bisher eingesetzte reicht für den gestiegenen Operationsbedarf mit solchen Systemen nicht mehr aus.

Woher soll das Geld für Investitionen kommen?

Das kann bei der Größenordnung, von der wir reden, letztlich nur durch den Freistaat geschehen – auf Basis des vom Parlament beschlossenen Landeshaushaltes. Früher hat das UKL auch in größerem Umfang Eigenmittel  investiv eingesetzt, weil da noch kräftige Überschüsse erwirtschaftet wurden. Wir haben vergleichsweise viel Geld in die Hand genommen, als das aus wirtschaftlicher Sicht noch möglich war. 2013 und 2014 wurden dann aber rote Zahlen geschrieben – und das 2015 und 2016 erzielte positive Ergebnis reicht nicht aus, um große Sprünge bei den Eigeninvestitionen zu machen. Trotzdem setzen wir pro Jahr etwa drei Millionen Euro Eigenmittel ein.

Wie wird die Bilanz 2017 ausfallen?

Wenn es noch bis zum Jahresende so läuft wie bisher, rechnen wir mit einer guten schwarzen Null, also einem ausgeglichenem Ergebnis. Viel mehr ist beim großen Aufwand einer Universitätsmedizin mit Forschung, Lehre und umfassender Patientenversorgung auch nicht drin. Hochschulmedizin ist nicht renditeträchtig, wenn man bei gleichen Erlösen wie ein nichtuniversitäres Krankenhaus die Aufwendungen für Forschung und Lehre im Rahmen der Krankenversorgung selbst finanzieren muss. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass eine qualitativ hervorragende, im Umfang dem jeweiligen Problem angemessene Patientenversorgung auch die Grundlage für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg darstellt. Gute Medizin definiert Wirtschaftlichkeit, nicht umgekehrt.

Gibt es endlich einen Lichtblick für eine angemessene Honorierung der Hochschulambulanzen und der Notfallmedizin?

Bei letzterer sehe ich den noch nicht, bei den Hochschulambulanzen sind die Verhandlungen schon lange im Gange, aber es gibt noch kein Ergebnis. Aufgrund des laufenden Verfahrens bekommen wir für sie derzeit gar nichts – die Ausgaben sind da, aber keine Einnahmen.

In diesem Jahr bekam die Gefäßmedizin ein neues, bestens ausgestattetes Quartier. 2018 steht die Einweihung des Klinikneubaus an der Liebigstraße an. Wie geht es dann weiter?

Wir gehen davon aus, dass der mit dem Land bestehende Baurahmenvertrag für UKL und Fakultät fortgeschrieben wird. 2018 soll der Ausbau der zentralen Notfallaufnahme starten. Und wenn das neue Klinikgebäude 2018 bezogen ist, müssen wir Veränderungen in den Bestandsgebäuden vornehmen. Wir arbeiten intensiv an einem Konzept für die strategische Leistungsentwicklung und die damit verbundene Bauplanung bis 2025. Das ist eine aufwendig betriebene Zukunftsmodellierung.

Worauf läuft sie hinaus?

Das Thema wird zunächst mit dem Aufsichtsrat besprochen, wenn das Strategiepapier vorliegt. Es gibt aber einige Punkte, die sich schon jetzt absehen lassen. Beispielsweise würde es Sinn machen, Laborfächer wie die Klinische Chemie, die Virologie, die Mikrobiologie, möglicherweise auch die Humangenetik zu bündeln und an einer Stelle zu konzentrieren. Handlungsbedarf gibt es auch bei der Strahlentherapie, die ja baulich nicht direkt an die Liebigstraße angebunden ist, sondern etwas tiefer im Johannistal liegt. Wir möchten sie nach oben holen und in einem neuen Gebäude unterbringen, das direkt an das 2018 Einzuweihende andocken würde. Wenn denn die Finanzierung dafür in absehbarer Zeit zustande kommt. Und nachdem die Uni-Pharmazie jetzt zur medizinischen Fakultät gehört, wäre es gut, ihr direkt am Campus an der Liebigstraße ein Domizil zu geben. Im Bereich des Bayerischen Bahnhofs könnten wir uns eine eigene Adresse für das zum UKL gehörende Medizinische Versorgungszentrum vorstellen.

Personell findet gerade ein Generationswechsel bei vielen Professuren statt. Wie läuft er?

Ich bin mindestens einmal in der Woche bei Sitzungen von Berufungskommissionen. Wir sind da sehr gut unterwegs und haben schon eine Reihe von exzellenten Fachleuten gewinnen können. Es geht um 22 Professuren bis zum Jahr 2021, knapp die Hälfte davon konnten wir schon neu besetzen beziehungsweise die Berufungsverfahren in Gang setzen. Aktuell betrifft das beispielsweise die Labormedizin, die Radiologie, die Pathologie, die Immunonkologie und die Psychiatrie.

Wird es auf der Leitungsebene eine größere personelle Verzahnung zwischen Klinikum und medizinischer Fakultät geben?

Das hier betriebene Kooperationsmodell ist vom Wissenschaftsrat gelobt worden, die Leitungsgremien sind in engem Kontakt. Ich bin bei Sitzungen des Dekanats dabei, Dekan Professor Michael Stumvoll bei den Vorstandssitzungen am UKL. Wir würden es begrüßen, wenn der Dekan auch ein stimmberechtigtes Vorstandsmitglied am Klinikum und der Vorstandssprecher selbiges im Dekanatskollegium wäre, das würde Fakultät und Klinikum noch näher zusammenbringen. Allerdings bräuchte es dafür eine kleine Gesetzesänderung.

Der Wissenschaftsrat könnte sich bei der Transplantationsmedizin ein sächsisches Zentrum mit zwei Standorten an den Uni-Klinika in Leipzig und Dresden vorstellen, die bisher je ein eigenes Zentrum für Organverpflanzungen haben. Was halten Sie davon?

Wir werden diese genauso wie alle anderen Überlegungen des Wissenschaftsrats mit dem Aufsichtsrat und der Staatsregierung eingehend erörtern. Eine solche übergeordnete Struktur ist in der deutschen Transplantationsmedizin-Gesetzgebung nicht abgebildet. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind klar verteilt – an Krankenhäuser, die transplantieren, an Aufsichtsbehörden, an die Deutsche Stiftung Organtransplantation, an Eurotransplant und so weiter. Überall gibt es Mechanismen zur Qualitätskontrolle. Insofern stellt sich schon die Frage, welche Funktion dieses Zentrum dann übernehmen soll, und der Wissenschaftsrat empfiehlt ja auch, einen solchen Weg zunächst zu prüfen. Wenn er denn als inhaltlich sinnvoll erachtet werden sollte, dann müsste auch die Finanzierung dieser Struktur durch den Freistaat gesichert werden, auch das empfiehlt der Wissenschaftsrat. Abgesehen davon liegt das derzeitige Kernproblem an der vergleichsweise geringen Zahl von Organspenden in Deutschland. Wir haben für Sachsen vorgeschlagen, dass die transplantierenden Kliniken in Leipzig und Dresden, aber auch das Chemnitzer Klinikum die kleineren Krankenhäuser in punkto Organspende unterstützen. Die Kollegen in diesen Häusern sind relativ selten mit solchen schwierigen Situationen konfrontiert, bei denen es um einen bevorstehenden Hirntod und eine mögliche intensivmedizinische Weiterversorgung zum transplantationsfähigen Erhalt der Organe geht. An so etwas können Transplantationen scheitern; die Organmeldungen aus den Krankenhäusern sind rückläufig. Hier brauchen die Kliniken noch mehr Beistand, da sollte noch konsequenter angesetzt werden.

Gibt es zu viele Transplantationszentren in Deutschland?

Sicher eher zu viele als zu wenige. Es ist nicht sinnvoll, die Zahl zu erhöhen, weil dann am einzelnen Standort die Expertise abnimmt. Es geht ja auch nicht nur um die Operation. In der Regel geht es bei Transplantationen um Patienten, die lange Jahre chronisch krank waren. Es muss eine professionelle Vor- und Nachbetreuung geben, speziell geschultes Personal in allen Bereichen – von der Pflege bis zur Anästhesie – und alles muss wie in einem Räderwerk zusammenspielen. Bei uns werden wir nächstes Jahr voraussichtlich die 1000. Leber und die 1000. Niere nach der Wende transplantieren. Das zeigt, dass hier eine Erfahrung da ist, die man nicht aufs Spiel setzen sollte.

Sie sind jetzt 68 und seit 2005 medizinischer Vorstand und Vorstandssprecher am UKL. Bis wann bleiben Sie im Amt, was wünschen Sie sich für die Zukunft des Klinikums?

Ich bin vom Aufsichtsrat 2015 für weitere fünf Jahre bestellt worden. Ich wünsche mir natürlich eine weitere steile Aufwärtsbewegung für die Leipziger Universitätsmedizin. In den letzten zehn Jahren konnten wir in der Krankenversorgung eine Leistungssteigerung um 59 Prozent verbuchen und wissenschaftlich gehörig zulegen, die Zeichen für weitere Sonderforschungsbereiche stehen nicht schlecht. In der Nationalen Medizininformatikinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat Leipzig gemeinsam mit Jena und Aachen hervorragend abgeschnitten. Auf all das lässt sich im Sinne der Patienten, der Forschung und der Studenten bestens aufbauen. In der nächsten Vorstandsperiode dann aber definitiv ohne mich, da müssen Jüngere ran.

Anfang des Jahres war die Kinderambulanz des UKL stark belastet, weil sehr viele Flüchtlingskinder dort behandelt wurden. Von Ihnen und dem Chef der Uni-Kinderklinik Wieland Kiess kam die Forderung nach einer speziellen Ambulanz für Flüchtlingskinder. Wie ist die Lage jetzt?

Es ist immer noch eine erhebliche Belastung. In Dresden und Chemnitz gibt es Flüchtlingsambulanzen – nicht nur für Kinder. In Leipzig gab es eine am St. Georg; die besteht aber nicht mehr, weil die Stadt sagt, dass das nicht erforderlich und die Versorgung über niedergelassene Ärzte möglich ist. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob das so ist, die Ärztekammer sieht das anders. Was wir am UKL sehen, lässt vermuten, dass ein solches Patientenproblem in einer normalen Vertragsarztpraxis schwer zu handhaben ist: Da ist die Sprachbarriere; und viele der Flüchtlinge sind schwer traumatisiert. Ich denke, dass eine Flüchtlingsambulanz, vor allem für Kinder, hier in Leipzig hilfreich wäre, sie müsste natürlich finanziert werden. Wenn Flüchtlinge eine Gesundheitskarte haben, ließe sich das abwickeln.

Blicken wir mal auf Sachsens Kliniklandschaft. Kassenvertreter sagen, dass es Krankenhäuser mit weniger als 300 Betten eigentlich gar nicht mehr geben soll. Es gab ja bereits einen Konzentrationsprozess in Sachsen – ob nun einzelne Abteilungen geschlossen wurden oder ganze Häuser aus dem Krankenhausplan herausgefallen sind. Ist dieser Konzentrationsprozess aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Die Neusortierung der Krankenhauslandschaft in Sachsen hat sich bereits nach der Wende vollzogen – und nicht erst in den letzten Jahren. Sachsen hat die Zahl der Kliniken im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern deutlich reduziert - von 112 in 1991 auf heute 80. Das hat auch zur Folge, dass es in Sachsen fast kein Krankenhaus gibt, das rote Zahlen schreibt. In anderen Bundesländern sieht es ganz anders aus. Dennoch gibt es auch hier Kliniken, die Probleme haben. Die wachsenden Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz haben künftig einen steigenden Bedarf. In der Fläche ist das anders. Wenn Sie nach Mittel- und Nordsachsen schauen, wird es schwieriger, wenn Sie weiter nach Osten an die Grenze zu Brandenburg oder ins Erzgebirge gehen, wird es noch schwieriger. Da gibt es Einrichtungen, die große Probleme haben.

Was ist zu tun?

Es macht keinen Sinn, die Krankenhauslandschaft isoliert zu betrachten. Man muss sich Versorgungssituation und Versorgungsbedarf insgesamt ansehen – ambulant wie stationär. Einer solchen Betrachtung, die es noch nicht gibt, muss man die Ist-Situation bei Praxen und Krankenhäusern gegenüber stellen und sehen, wie man das am besten zur Deckung bringt. Dann wird man das eine oder andere Krankenhaus möglicherweise nicht mehr in der bisherigen Form betreiben, sondern ein Gesundheitszentrum daraus machen, in dem teilstationäre und ambulante Medizin stattfindet. Klar ist aber auch - das wird so bleiben, selbst wenn wir in 15 Jahren vielleicht nicht mehr 80, sondern 60 oder 70 Krankenhäuser in Sachsen haben: Sie brauchen zwar nicht überall Hochleistungsklinika, aber Sie brauchen auch in ländlichen Regionen primärversorgende Krankenhäuser.

Wozu konkret?

Nehmen Sie Nordsachsen, einen relativ großen Kreis. Stellen Sie sich vor, dass Sie dort überhaupt keine Geburtsmedizin mehr hätten: Nicht jede Frau war sechs Monate in der Vorsorge. Wenn eine Schwangere Wehen bekommt, wenn es Probleme gibt und sie dann von der brandenburgischen Grenze nach Leipzig fahren soll – das funktioniert nicht. Auch ein Patient mit Herzinfarkt oder Schlaganfall muss zunächst schnell primärversorgt und dann zur weiteren Behandlung in ein größeres Zentrum gebracht werden. Also: Sie brauchen auch in ländlichen Regionen Kliniken mit innerer Medizin und Chirurgie als Kern – und Sie müssen solche Häuser auch dann halten, wenn sie sich wirtschaftlich nicht rechnen. Bei der Geburtsmedizin ist der Rahmen größer: Unter mindestens 400 Geburten im Jahr wird es qualitativ schwierig – das kann man klar nachweisen.

Andreas Pinkwart, früherer HHL-Rektor und heutiger Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in Nordrhein-Westfalen, hat in einem Interview mit der LVZ gesagt: Das Krankenhaus, wie wir es kennen, wird es in Zukunft kaum noch geben – wegen einer verstärkten individualisierten Medizin, wegen technischen Entwicklungen wie E-Health. Wenn man in 15 Jahren durch das Uni-Klinikum läuft, sieht es dort dann ganz anders aus als heute?

Wir werden jedenfalls nicht wie Dr. McCoy im Raumschiff Enterprise ein handgerechtes Werkzeug haben, das uns sofort die Diagnose nennt und die richtige Therapie gleich mit erledigt. Ich freue mich natürlich, dass Herr Pinkwart als „ausgewiesener Mediziner“ zu dem Thema seine Position vertritt. Sicherlich wird ein Krankenhaus in 15 Jahren anders arbeiten als jetzt. Genauso, wie es jetzt anders arbeitet als im Jahr 2000. Ich überblicke als Arzt einen Zeitraum seit Ende 1974. Seitdem hat sich die Situation natürlich dramatisch geändert. Gleichwohl werden wir auch in 15 Jahren Operateure haben – ein OP-Roboter ist auch weiterhin kein Chirurg, sondern eher eine Art Spielekonsole, mit der Arme dirigiert werden, die dann allerdings viel präziser sind. Wir werden noch besser integrierte, interdisziplinäre Prozesse in Diagnostik und Therapie haben, wir werden uns ganz besonders um das Thema Infektionen und Hygiene kümmern und wir werden sicher weiterentwickelte Aufgabenverteilungen zwischen Ärzten und nichtärztlichen Mitarbeitern am Patienten sehen. Das Wort von der „Individualisierten Medizin“ ist schon völlig totgeritten. Vor zehn Jahren wurde mit Blick auf die Gentherapie davon gesprochen, dass wir damit in kurzer Zeit den Krebs ausrotten werden. Davon sind wir noch weit entfernt, aber wir machen große Fortschritte.

Wir werden sicher, vor allem im ländlichen Raum, in der Primärversorgung völlig andere Modelle haben – zum Beispiel mit Gemeindeschwestern und der Nutzung neuer technischer Möglichkeiten. Mögliches Vorbild sind Flächenländer wie Norwegen, wo Sie eine kleine Bevölkerungszahl auf eine gigantische Fläche verteilt haben. Trotzdem gibt es dort ein hervorragend funktionierendes Medizinsystem. Ich könnte mir vorstellen, dass ein großes Klinikum künftig in einem 50 Kilometer entfernten Dorf eine Praxis betreibt, um die ambulante Versorgung sicherzustellen: Die Woche über ist ein Allgemeinmediziner vor Ort, montags, mittwochs und freitags ein Kinderarzt, dienstags und donnerstags vielleicht ein Gynäkologe, mittwochs ein Augen- und HNO-Arzt. Die medizinische Versorgung in der Fläche wird sich viel stärker verändern als im Krankenhaus. Dort wird es durch medizinischen Fortschritt und IT bessere Prozesse geben als heute. Aber auch in Zukunft kann die Beziehung von Arzt und Pflege zum Patient nicht ersetzt werden – wir brauchen mehr Zeit, um uns mit dem Patienten, seinem individuellen Problem und seiner Persönlichkeit zu beschäftigen. Dass uns das immer besser gelingt, daran arbeiten nicht nur Ärzte und Pflege, sondern auch alle anderen Berufsgruppen am UKL jeden Tag und jede Nacht.

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