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Lokales Tricks und Geheimniskrämerei: Wird in Leipzig-Rehbach noch länger Kies abgebaut?
Leipzig Lokales Tricks und Geheimniskrämerei: Wird in Leipzig-Rehbach noch länger Kies abgebaut?
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10:45 14.02.2020
Das Rehbacher Kiesabbaugebiet aus der Vogelperspektive. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Aufschrei war groß, als vor 21 Jahren der Kiesabbau in Rehbach begann. Denn in direkter Nachbarschaft hatte die Stadt mit der Thomas-Müntzer-Siedlung ein großes Eigenheimgebiet ausgewiesen; wer dort oder in Rehbach wohnt, sieht seitdem einen Bergbaukrater und schwer beladene Kieslaster. Eigentlich sollte damit in diesem Jahr im März Schluss sein, doch das Kiesabbauunternehmen signalisiert, dass es in Rehbach weiter arbeiten will.

Rekultivierung hätte längst starten müssen

Die Bürgerinitiative Knauthain/Knautkleeberg (BI) hat schon länger entdeckt, dass der Kiesabbau nicht – wie im Planfeststellungsbeschluss von 1999 geregelt – Ende März 2020 auslaufen wird. „Eigentlich sollten bis dahin auch die Anlagen zurückgebaut und das Gelände rekultiviert sein“, sagt dort Vorstandsmitglied Peter Feine.

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Doch davon ist nichts zu entdecken. Im Gegenteil: Gerüchte machen die Runde, dass das Kiesunternehmen beabsichtige, die Abbaugenehmigung um fünf Jahre zu verlängern. Dabei soll es nur noch um Restmengen von Kies gehen, die nach Experteneinschätzungen innerhalb eines halben Jahres abgebaut sein könnten. Doch Anwohner vermuten, dass es dem Unternehmen um viel mehr geht. Es gebe Anzeichen dafür, dass die auf dem Areal stehenden Kiesaufbereitungsanlagen weiter genutzt werden sollen, heißt es. Vor allem, um dort Kies aus anderen Abbaugebieten aufzuarbeiten. Wenn dies stimmen sollte, könnte sich der Lasterverkehr verdoppeln und das Quietschen der Förderbänder noch lange weitergehen.

So nehmen Anwohner das Kieswerk Rehbach wahr. Quelle: Kempner

Oberbergamt gibt keine Auskunft

Ein Versuch der Bürgerinitiative, mit Hilfe des Oberbergamtes Freiberg Klarheit zu schaffen, ist nicht geglückt. „Dort liegen mehrere Anträge vor, die alle auf die Verlängerung der Abbaugenehmigung zielen“, erzählt BI-Vorstand Feine. „Doch das wird uns nicht mitgeteilt und wir bekommen die Anträge auch nicht zu sehen.“

Die BI hat im Oberbergamt bereits Widerspruch gegen eine Weiterführung des Kiesabbaus und ihre Beteiligung an einem eventuellen Genehmigungsverfahren eingefordert. Gleichzeitig wirft die BI dem Oberbergamt vor, das Betriebsgelände in Rehbach nicht ausreichend zu kontrollieren. Denn sonst hätte die Behörde längst mitbekommen, dass der Rückbau und die Rekultivierung nicht stattfinden.

Stadtrat schaltet sich ein

Um Licht in das Dunkel zu bringen, hat die Bürgerinitiative im Leipziger Rathaus Alarm geschlagen. Mit Hilfe des Grünen-Stadtrats Michael Schmidt wurde dort eine offizielle Anfrage platziert, die auf der nächsten Ratssitzung am 26. Februar beantwortet werden soll. „Diese Fragen werden am 26. auch beantwortet“, kündigte ein Sprecher des zuständigen Baudezernats in dieser Woche auf LVZ-Anfrage an. Bislang könne man dazu aber noch nichts sagen.

Auch das Abbauunternehmen hüllt sich in Schweigen. „Wir befinden uns in einem noch nicht abgeschlossenen Genehmigungsverfahren zum Abschlussbetriebsplan“, erklärte dort am Donnerstag Peter Müller, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH. „Aus diesem Grund möchten wir uns erst nach dem Abschluss des Verfahrens öffentlich äußern.“ Das Oberbergamt in Freiberg reagierte auf eine LVZ-Anfrage nicht.

Mehr zum Thema Kiesabbau: Stadtrat probt Schulterschluss mit Rückmarsdorf

Von Andreas Tappert

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