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Lokales LVZ-Umfrage: Wie die Kandidaten von ihren Parteianhängern unterstützt werden
Leipzig Lokales LVZ-Umfrage: Wie die Kandidaten von ihren Parteianhängern unterstützt werden
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11:25 19.01.2020
Dies sind sechs der acht Kandidaten, die sich bei der OBM-Wahl am 2. Februar 2020 in Leipzig um den Chefposten im Neuen Rathaus bewerben: (v. l.) Ute Elisabeth Gabelmann (Piratenpartei), Burkhard Jung (SPD), Christoph Neumann (AfD), Franziska Riekewald (Linke), Katharina Krefft (Grüne) und Sebastian Gemkow (CDU). Außerdem treten an: Marcus Viefeld (FDP) und Katharina Subat (Die Partei). Quelle: Fotos: Andre Kempner/ Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

Würde zusammen mit dem Oberbürgermeister Anfang Februar auch ein neuer Stadtrat in Leipzig gewählt, könnten SPD und Union profitieren.

Laut einer Umfrage des Erfurter INSA-Institutes im Auftrag der Leipziger Volkszeitung kämen die Sozialdemokraten auf 16 Prozent. Bei der Stadtratswahl am 26. Mai 2019 schaffte die SPD nur 12,4 Prozent. Die CDU würde sich um 2,5 Prozentpunkte verbessern, von 17,5 auf 20 Prozent.

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Die Grünen ziehen danach nur geringfügig an, um gut einen Prozentpunkt von 20,7 auf 22 Prozent, Linke und AfD verlieren rund einen Prozentpunkt. Die Linke käme auf 20 Prozent, statt der 21,4 Prozent bei der Wahl im vergangenen Jahr, die AfD auf 14 statt 14,9 Prozent. Die FDP läge bei fünf Prozent (2019: 4,8 Prozent). Befragt wurden vom 6. bis 10. Januar 2020 genau 1000 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus Leipzig.

Ausstrahlung und Kompetenz der Kandidaten entscheiden

Beim Vergleich der Umfrageergebnisse für Parteien und Kandidaten wird deutlich, dass die OBM-Entscheidung vor allem auf eine Personenwahl hinausläuft. Ausstrahlung und Kompetenz der Kandidaten sind wahlentscheidend. So vereint Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) mehr als doppelt so viele Stimmen auf sich wie seine Partei.

Jung zieht am meisten Stimmen aus anderen Parteilagern

Erfolgreicher als alle anderen Kandidaten zieht er Stimmen aus verschiedenen Parteilagern. So würden jeweils 30 Prozent derer, die für das Stadtparlament Grüne oder Linke wählen, bei der OBM-Wahl Jung ankreuzen. Das trifft auch auf jeden vierten CDU-Wähler zu, der sich für den SPD-Mann als OBM entscheidet – wie auch 14 Prozent der FDP- und sieben Prozent der AfD-Anhänger. Zudem schöpft Jung mit 86 Prozent das Reservoir der SPD-Wähler besser aus als etwa Sebastian Gemkow das Potenzial der CDU-Anhänger mit 70 Prozent.

Der sächsische Wissenschaftsminister ist, wenn er mehr punkten will gegen den Amtsinhaber, auf die volle Unterstützung der Unionswähler angewiesen. Und er müsste mehr Zuspruch von den Anhängern anderer Parteien bekommen. Denn dort holt er derzeit deutlich weniger Stimmen als Jung: Zehn Prozent von der SPD, acht Prozent von der FDP und kaum etwas von Grünen und Linken. Von den AfD-Wählern allerdings würden 14 Prozent ihr Kreuz bei Gemkow machen. Umgekehrt würde nur ein Prozent der CDU-Anhänger den AfD-Kandidaten wählen.

Krefft und Riekewald fehlt der volle Rückenwind durch die eigenen Parteien

Den beiden OBM-Kandidatinnen Katharina Krefft und Fanziska Riekewald fehlt noch viel mehr Rückenwind durch die Wähler der eigenen Partei als Gemkow. Nur 54 Prozent derer, die eigentlich Grüne wählen, wollen auch ihrer OBM-Kandidatin die Stimme geben, 30 Prozent dagegen für Jung votieren, neun Prozent für Riekewald (Linke) und vier Prozent für Gemkow. Das heißt im Klartext, die Anhänger der Grünen sind geteilter Meinung, ob ihre Kandidatin, die erfahrene Stadträtin und Ärztin, die Richtige für den Chefposten im Rathaus ist.

Ähnlich geht es Franziska Riekewald. Nur 57 Prozent der Wähler der Linken geben auch ihrer OBM-Kandidatin die Stimme, dafür votieren 30 Prozent für Jung und zehn Prozent für Krefft.

Von den AfD-Wählern stehen drei Viertel hinter ihrem OBM-Kandidaten Christoph Neumann. 14 Prozent wollen Gemkow wählen, knapp sieben Prozent Jung, kein einziger die Kandidaten von Linken, Grünen oder Piraten.

Hinter Marcus Viefeld, der für die FDP ins OBM-Rennen geht, stehen 71 Prozent der liberalen Wähler. Und bei Ute Elisabeth Gabelmann, die für die Piratenpartei, die Humanistenpartei, die Partei Demokratie in Bewegung und die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) antritt, besagt die Umfrage, dass sie die Hälfte der Stimmen der kleinen Parteien zieht. Fast jeder fünfte Anhänger der kleinen Parteien wählt die Grünen-Kandidatin Krefft.

Krefft wollen doppelt so viele Frauen wie Männer wählen

Auffällig ist, dass Katharina Krefft von doppelt so vielen Frauen (18 Prozent der Frauen) wie Männern (gut 9 Prozent) gewählt würde. Beim AfD-Kandidaten Neumann wollen dagegen mehr als doppelt so viele Männer (14 Prozent) wie Frauen (6 Prozent) ihr Kreuz machen. Für Jung entscheiden sich etwas mehr Frauen (37 Prozent) als Männer (33 Prozent). Für Gemkow würden 21 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen votieren und für die Linke-Kandidatin Riekewald 16 Prozent der Männer und rund 13 Prozent der Frauen.

Die ab 60-Jährigen wählen vor allem Jung oder Gemkow

Differenziert nach Altersgruppen bekommt Jung die meisten Stimmen von den ab 60-Jährigen (44 Prozent), danach von den 30- bis 59-Jährigen (34 Prozent) und die wenigsten von den 18- bis 29-Jährigen. Aber auch von den jungen Leuten würde jeder Vierte sein Kreuz beim Amtsinhaber setzen. Ähnlich ist das proportionale Verhältnis bei seinem Herausforderer Gemkow, nur sind die Stimmenanteile geringer. So würden den 41-jährigen Landesminister nur neun Prozent der jungen Leute wählen, 19 Prozent der 30- bis 59-Jährigen und 29 Prozent der Ab-60-Jährigen.

Krefft hat den größten Zuspruch der jungen Wähler

Den größten Zuspruch bei den jungen Wählern hat die Kandidatin der Grünen, Katharina Krefft. Jeder dritte dieser Altersgruppe entscheidet sich für sie. Bei den ab 60-Jährigen kommt die grüne Stadträtin dagegen kaum an.

Auch Marcus Viefeld (FDP) holt seine Stimmen vor allem bei den jüngsten Wählern (10 Prozent). Christoph Neumann (AfD) wird hingegen von keinem der jüngsten Befragten gewählt, dafür von 16 Prozent der 30- bis 59-Jährigen. Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) wiederum erhält keine Stimme von einem Wähler ab 60 Jahren.

Gemkow nur in einem Stadtbezirk vor Jung

In neun von zehn Stadtbezirken liegt Jung klar und deutlich auf Platz eins vor Gemkow. Nur in Nordwest rangiert der CDU-Herausforderer mit 29 Prozent vor dem Amtsinhaber mit 21 Prozent. Am meisten punktet Jung in Alt-West (47 Prozent), Mitte (39 Prozent), Nordost ( 38 Prozent) und West (37 Prozent). Gemkow kommt außer in Nordwest in Nordost, Südost (jeweils rund 22 Prozent) und in Süd (21 Prozent) gut an, am wenigsten in Ost (15 Prozent) und in Mitte (17 Prozent).

Riekewald erhält die meiste Zustimmung in Süd (20 Prozent) und Südwest (19 Prozent), Krefft in Alt-West (29 Prozent), Mitte (20 Prozent) und Süd (16 Prozent). Neumann zieht vor allem in Nordost (18 Prozent) und Südwest (16 Prozent) Stimmen.

Mehr zur OBM-Wahl in Leipzig lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Anita Kecke

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