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Lokales Umweltverbände wollen Wassertourismus-Konzept stoppen
Leipzig Lokales Umweltverbände wollen Wassertourismus-Konzept stoppen
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22:13 27.01.2017
Der Floßgraben ist bislang die einzige Gewässerverbindung zwischen den Flüssen der Leipziger Innenstadt und dem Cospudener See (Archivbild)
Der Floßgraben ist bislang die einzige Gewässerverbindung zwischen den Flüssen der Leipziger Innenstadt und dem Cospudener See (Archivbild) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Mit einer Beschwerde bei der Landesdirektion Sachsen wollen die Umweltverbände BUND, NABU, NuKLA und Ökolöwe eine Kehrtwende bei der wassertouristischen Nutzung des Leipziger Auwalds erzwingen. Das Gewässersystem spielt für die Kommunen des Grünen Rings Leipzig eine zentrale Rolle bei der touristischen Erschließung der Seen im Südraum. Flüsse und geflutete Tagebaue sollen zu einem durchgängig mit Booten befahrbaren Netz ausgebaut werden. Das den Plänen zu Grunde liegende Wassertouristische Nutzungskonzept (WTNK) wollen die Naturschützer nun durch eine rechtliche Überprüfung zu Fall bringen.

Wie die Umweltverbände am Freitag mitteilten, sei das Konzept ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit entstanden. Die Landesdirektion als Aufsichtsbehörde müsse das WTNK daher rechtlich prüfen und gegebenenfalls die beteiligten Kommunen zwingen, die Umsetzung des Konzepts mindestens auszusetzen. Unwichtig sei, ob das WTNK die beteiligten Kommunen rechtlich binde oder ob es lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung darstelle. Denn laut den Verbänden seien so oder so bereits viele im Konzept aufgeführte Maßnahmen umgesetzt worden, darunter der Bau von Schleusen, Brücken oder der Umbau von Gewässerabschnitten. Eine strategische Umweltverträglichkeitsprüfung müsse daher zwingend nachgeholt werden, kritisieren die Verbände.

Die touristische Nutzung der Gewässer im Auwald ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Naturschützern und Kommunen. So musste die Stadt die Nutzung des Floßgrabens für den Bootsverkehr bereits deutlich einschränken, nachdem Umweltverbände die Brut der streng geschützten Eisvögel entlang des Grabens dokumentiert hatte. Die Verbände kämpfen zudem gegen die Schiffbarmachung der Seen im Südraum, die Motorbootverkehr ermöglichen würde.

Clemens Haug