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Lokales Uni-Klinikum bleibt in der Gewinnzone
Leipzig Lokales Uni-Klinikum bleibt in der Gewinnzone
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18:04 05.07.2019
Das Universitätsklinikum Leipzig hat eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 gezogen. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat 2018 einen Gewinn in Höhe von 3,5 Millionen Euro erwirtschaft – das vierte positive Jahresergebnis in Folge. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das UKL und die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig jetzt unter der Überschrift „Innovativ“ vorlegen. Im Vorjahr war ein Überschuss von 1,56 Millionen Euro verbucht worden. Noch 2013 und 2014 hatte das UKL tief in den roten Zahlen gesteckt.

Die Erlöse stiegen 2018 deutlich: auf 456,9 Millionen Euro gegenüber 422,3 Millionen Euro im Jahr 2017. Dagegen wuchs die Zahl der Behandlungen nur leicht von 428 000 auf 430 611 Fälle, 374 020 davon ambulant, 56 591 stationär. Die Zahl der Mitarbeiter und Auszubildenden vergrößerte sich im selben Zeitraum um 355 auf nun insgesamt 5741 Beschäftigte.

„Positive Einmaleffekte“ sorgen für gutes Ergebnis

Das gute Betriebsergebnis sei „durch ungeplante positive Einmaleffekte unterstützt“ worden, heißt es. „Unsere Herausforderung ist es nun, die Angebote der universitären Medizin stetig weiterzuentwickeln und damit den Zugang zu modernsten Forschungsergebnissen und der erforderlichen Krankenversorgung für unsere Patienten und die Menschen in der Region sicherzustellen“, sagt Professor Michael Stumvoll, kommissarischer Medizinischer Vorstand. Wie berichtet, löste Stumvoll im Februar 2019 vorübergehend seinen überraschend gekündigten Vorgänger Professor Wolfgang Fleig ab. Im Juni bestimmte der Aufsichtsrat des Klinikums den regulären Nachfolger: Im Herbst übernimmt Professor Christoph Josten das Vorstandsamt. Momentan ist der 64-Jährige der Dekan der Medizinischen Fakultät.

Drittmittel belaufen sich auf 48,23 Millionen

Noch als Fakultätschef zieht Josten ebenfalls eine positive Bilanz: Während der Freistaat Sachsen die Förderung medizinischer Forschung an der Uni Leipzig mit 68,4 Millionen Euro 2018 nur leicht anhob, gelang es den Wissenschaftlern, vier Millionen Euro mehr als 2017 an sonstigen Drittmitteln einzuwerben: 48,23 Millionen Euro. „Diese Drittmittel, die sich zum größten Teil aus Geldern des Bundes, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Industrie zusammensetzen, sind ein Indikator für die erstklassigen wissenschaftlichen Leistungen unseres Standortes“, betont Josten. Mehr als 800 Personalstellen seien davon 2018 finanziert worden.

Vorstand erwartet weiteres Wachstum

Vor allem über die bauliche und die informationstechnologische Zukunft verständigten sich Klinikum und Fakultät 2018 in ihrer gemeinsamen „Strategie 2025“. Marco Schüller, noch bis Ende Juli kommissarischer Kaufmännischer UKL-Vorstand, erwartet ein weiteres Wachstum – schon allein, weil die Nachfrage nach medizinischen Leistungen in einer älter werdenden und in Leipzig sogar steigenden Bevölkerung größer werde. „Diesen Herausforderungen an die Kapazitäten müssen wir sowohl räumlich als auch personell und mit Blick auf die Struktur unserer Angebote gewachsen sein.“ Schüller formuliert damit die Aufgabe für seinen Nachfolger: Im August übernimmt Robert Jacob das Amt. Er studierte bis 2006 in Dresden Wirtschaftswissenschaften, promovierte 2012 in Köln und war zuletzt Controller an der Charité in Berlin.

Bis 2025 soll Generationswechsel weitgehend vollzogen sein

2018 wurde der Neubau „Haus 7“ eröffnet, 2019 eine Lern-Klinik im neuen „Haus D“, 2020 soll die neue zentrale Notfallaufnahme fertig sein. Um die Medizin stärker zu digitalisieren, arbeiten Klinikum und Fakultät mit bundesweit 19 Partnern im SMITH-Konsortium („Smart Medical Information Technology for Healthcare“) zusammen. Bis 2025 soll auch der umfassende Generationswechsel weitgehend vollzogen sein, der das Klinikum aktuell in Atem hält: Die Professoren, die in den ersten Nachwendejahren berufen wurden, kommen nach und nach ins Ruhestandsalter. Für Stumvoll ist das „eine große Chance, viele Strukturen neu zu denken, zu modernisieren und unsere Innovationskraft dank neuer Köpfe mit frischen Ideen weiter zu verstärken“.

Von mwö

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