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Lokales Uniklinik Leipzig führt seit dieser Woche Geschlechtsangleichungen durch
Leipzig Lokales Uniklinik Leipzig führt seit dieser Woche Geschlechtsangleichungen durch
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17:08 12.07.2019
Das Leipziger Universitätklinikum führt geschlechtsangleichende Operationen durch - anlässlich des Christopher-Street-Days wurde die Regenbogenfahne gehisst. Quelle: Verena Kämpgen / UKL
Leipzig

An der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) werden seit dieser Woche geschlechtsangleichende Operationen für transsexuelle Menschen durchgeführt. Damit wurde nach Aussagen der Uniklinik eine Versorgungslücke geschlossen.

„Bei der operativen Geschlechtsangleichung bestehen zwei große Gruppen: Mann zu Frau und Frau zu Mann. Die größere Gruppe sind Transfrauen, also Männer im biologischen Sinn, die sich aber als Frau im Körper eines Mannes fühlen und Frauen werden möchten“, berichtet Stefan Langer, Leiter des Bereichs Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie. „Die andere Gruppe, Frauen zu Männern, ist kleiner, aber auch operativ anspruchsvoller.“

Anspruchsvolle Hochleistungsmedizin

Die Mitarbeiter des UKL sehen die Klinik dafür als den richtigen Ort an: „Wir nehmen die Patienten und ihren Wunsch ernst, wir geben ihnen ehrliche Antworten. Gearbeitet wird nach einem klaren Konzept“, erklärt Langer. So brauche es zum Beispiel psychologische und hormonelle Voruntersuchungen. Außerdem handle es sich um eine Kassenleistung, so entstünden für Patienten keine Zusatzkosten. „Dieser faire Weg ist besser, als vielleicht ins Ausland zu gehen oder in anderen Einrichtungen eine teure Rechnung zu erhalten“, so der Chirurg.

Vor der OP müsse heute niemand mehr Angst haben, betont der Leipziger Experte. Die Techniken seien so stark verbessert und standardisiert, dass man sie als gewebeschonende Prozedur bezeichnen könne. Etwa vier bis zehn Tage blieben Patienten auf Station. „Nichtsdestoweniger sprechen wir hier von anspruchsvoller Hochleistungsmedizin“, betont Langer.

Interdisziplinäres Team arbeitet zusammen

Alle Fälle werden in einem interdisziplinären Team besprochen. So seien auch Kollegen der psychologischen Abteilung, der Inneren Medizin und der Frauenklinik an den Behandlungen beteiligt. Nach Kenntnis von Langer verfüge die Leipziger Uniklinik über die einzige Plastische Chirurgie in Sachsen, welche geschlechtsangleichende Operationen durchführe. Langer betonte aber, dass sich nicht jede Transfrau und jeder Transmann zu einer Operation entschließen würden.

Diese Art Operationen als solche gebe es natürlich schon seit Jahrzehnten, sagt der UKL-Bereichsleiter. Doch seien sie früher mit einem hohen Risiko und nur mäßiger Patientenzufriedenheit verbunden gewesen - auch ein Grund, warum dieses anspruchsvolle chirurgische Gebiet am UKL fast 20 Jahre geruht habe.

Von ps

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