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Lokales Universität untersucht Ernährung von 1200 Leipziger Schülern
Leipzig Lokales Universität untersucht Ernährung von 1200 Leipziger Schülern
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08:02 07.02.2020
Die Forscher schließen, dass eine regelmäßigere Teilnahme an der Schulverpflegung zu einer verbesserten Gesundheit beträgt. Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa
Leipzig

Die Gründe für Übergewicht sind vielfältig: Genetische und biologische Faktoren können genauso eine Rolle spielen wie das soziale Milieu oder auch die Schulumgebung. Um den Zusammenhang von Übergewicht und Ernährung von Kindern in der Schule zu erforschen, haben Forscherinnen und Forscher der Universität Leipzig über ein Jahr die Ernährung von über 1200 Kindern aus 41 Leipziger Schulen untersucht. Laut einer Mitteilung der Universität sind demnach zwölf Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. Hauptuntersuchungsgebiet der Studie bildeten Schulen aus dem Stadtteil Grünau, mit einem hohen Anteil übergewichtiger Schüler.

Rund 70 Prozent der Schüler isst in Schulkantinen

Laut der Studie essen 67 Prozent der Schüler regelmäßig in Schulkantinen. „Die absoluten Zahlen zeigen, dass unter den Schülern, die regelmäßig in der Schulkantine essen, weniger übergewichtige Kinder sind als unter denen, die nicht teilnehmen“, sagt Peggy Ober, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin des Projekts. Die Zahlen ließen eine Tendenz erkennen, dass übergewichtige Kinder seltener an der Schulspeisung teilnehmen, erklärt Ober. Eine statistische Signifikanz konnten die Forscher jedoch nicht nachweisen.

Die Ursachenforschung bei Übergewicht ist aufgrund der vielen weichen Faktoren nicht leicht, erklärt Studienleiter Tobias Lipek vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum für Adipositas-Erkrankungen (IFB) in einer Mitteilung: „Da wir die soziale Herkunft von Kindern nicht ändern können, fokussieren wir uns aus die Verhältnisse der Ernährungsumwelt im Schulkontext.“ Veränderbare Einflüsse zu erkennen, sei wichtig, um eine gesundheitsförderliche Schulumgebung für Kinder zu gestalten, betont der Mediziner.

Zusätzlich zu einer Schüler- und Elternbefragung erstellte das Forschungsteam für jede Schule eine Karte mit allen Lebensmittelgeschäften im Umkreis von 800 Metern, in der die Schüler einzeichnen sollten, wo sie welche Lebensmittel während der Schulzeit kaufen. Die Erfassung der Daten zeigte, dass vor allem Kinder mit einem höheren Taschengeld und jene, die nicht an der Schulverpflegung teilnehmen, die umliegenden Supermärkte aufsuchen. Da Kinder dazu neigen, im Supermarkt nicht die gesündesten Kaufentscheidungen zu treffen, schlussfolgern die Forscher, dass eine regelmäßigere Teilnahme an der Schulverpflegung zu einer verbesserten Gesundheit beträgt.

Zu viel Fleisch, zu wenig Vollkorn

Das wissenschaftliche Team des IFB hat außerdem eine Analyse der Speisepläne und Anbieter durchgeführt. Diese ergab, dass sechs von zehn Anbietern mindesten 60 Prozent der Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erfüllen. Im Mittel wählten die Schüler jedoch zu viele Fleisch- und zu wenige Vollkorn- und Gemüsegerichte. „Die Defizite hatten wir auch nicht anders erwartet. Im Gegenteil, wir hätten für einige Komponenten noch schlechtere Ergebnisse vermutet“, so Ober.

Auf der Datengrundlage dieser Studie aufbauend soll sich eine Interventionsstudie anschließen. Denkbar wäre beispielsweise den Einfluss eines Frühstückangebots für alle Kinder in der Schule auf Übergewicht und Adipositas zu untersuchen oder verschiedene Maßnahmen zur Qualitäts- und Akzeptanzverbesserung der Schulspeisung zu testen.

Von ebu

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