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Lokales Unter einem Dach - 19 Erstklässler lernen integrativ
Leipzig Lokales Unter einem Dach - 19 Erstklässler lernen integrativ
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17:35 17.08.2018
Mit Luftballons, einem Fest und einem Gottesdienst nehmen die integrative Grundschule und der Hort des Werner-Vogel-Schulzentrums gestern offiziell die Arbeit auf. In dieser Schule werden Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. Quelle: Fotos: Christian Modla
Leipzig

„Hurra, ich bin ein Schulkind“, singt das Starterteam, das aus 19 Erstklässlern besteht. Das Besondere: Was bislang Projekt hieß, wird mit ihnen Wirklichkeit. Sie sind die ersten Kinder, die die integrative Grundschule des Werner-Vogel-Schulzentrums in der Hans-Marchwitza-Straße 12 in Lößnig besuchen. Die wurde am Freitag mit vielen Gästen offiziell eingeweiht.

Der Werner-Vogel-Schule, betrieben vom Diakonischen Werk Innere Mission Leipzig, besteht seit 27 Jahren und kümmert sich um Kinder mit Förderbedarf im Schwerpunkt geistige Entwicklung. Nun ist sie als Schulzentrum um eine integrative erste Grundschulklasse erweitert worden. Insgesamt werden dort 105 Mädchen und Jungen unterrichtet, die miteinander lernen und auch viele Höhepunkte wie Feste, Projekte oder Gottesdienste gemeinsam erleben.

Schulgebäude wird ausgebaut

„Inklusion heißt das große Ziel. Menschen mit besonderen Betreuungsbedarf sollen stärker in die Gesellschaft aufgenommen werden“, betont Missionsdirektor Christian Kreusel. Zunächst werden 15 Grundschüler gemeinsam mit vier Schülern, die höheren Förderbedarf haben, beschult. Bis zum Schuljahr 2021/22 erweitert sich der Grundschulteil auf vier integrative Klassen.

Und das Gebäude wird um einen Neubau erweitert und nach Plänen des Architekten Uwe Brösdorf ausgebaut. Voraussetzung ist, dass die benachbarte Kita „Spatzennest“ ausgezogen ist, für die gerade ein neues Domizil entsteht. „Es geht aber gar nicht ums Gebäude, wichtiger ist die beiden Schulen in Gleichklang zu bringen“, sagt Tobias Audersch, der Schulleiter.

Lerntheken als neue Unterrichtsform

Ziel sei es, das alle Kinder, ob nun mit oder ohne diagnostizierten Förderbedarf, ihr Potenzial bestmöglich ausschöpfen. Um das zu erreichen, wird der klassische Frontalunterricht um offene Unterrichtsformen aus der Reformpädagogik ergänzt. Ein Beispiel dafür sind Lerntheken, an denen die Kinder individuell zugeschnittene Aufgabenblätter bekommen. Sie lernen integrativ, später auch jahrgangsübergreifend.

Um den Lehrplan umsetzen zu können, werden 11 der 26 Unterrichtsstunden pro Wocheh nicht-integrativ gehalten. So haben Grundschüler je zwei Stunden Deutsch und Mathe, die anderen derweil grundlegenden und fachorientierten Unterricht nach Lehrplan der Förderschule. Freude am Lernen werde im erner-Vogel-Schulzentrum ebenso gefördert wie Leistungen. „Wir sind dabei, Erfahrungen zu sammeln. Das kann auch bedeuten, im nächsten Jahr etwas zu verändern“, so Audersch.

Von Mathias Orbeck

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