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Lokales Verein Pro Leipzig sieht seine Arbeit diffamiert
Leipzig Lokales Verein Pro Leipzig sieht seine Arbeit diffamiert
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07:01 29.03.2019
Das beschmierte Schild in der Waldstraße ist wieder gereinigt.
Das beschmierte Schild in der Waldstraße ist wieder gereinigt. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Durch mehr als 380 Publikationen und konstruktive Debatten bei der Stadtentwicklung und den Erhalt von Baudenkmalen hat sich Pro Leipzig einen guten Namen gemacht. Der Verein mischt sich ein – etwa in die Debatte um die künftige Gestaltung des Leuschnerplatzes und plädiert für eine größtmögliche Beteiligung der Bürger.

Verein erstattet Anzeige

Dabei gilt der 21. Februar 1991 als Geburtsstunde der Initiative, der gleichnamige Verein selbst gründete sich zwei Jahre später. Seit März 1993 ist der Verein, der seinen Sitz in der Waldstraße 19 hat und gut 40 Mitglieder zählt, als gemeinnützig anerkannt. Doch mittlerweile wird er von Unbekannten diffamiert – durch Schmierereien und obszöne Beleidigungen auf dem Eingangsschild zum Büro. „Nazi e. V.“ wurde dabei beispielsweise geschmiert. „Wir haben natürlich Anzeige erstattet“, sagt Geschäftsführer Thomas Nabert. „Wer die Arbeit des Vereins der letzten 29 Jahre kennt, weiß, dass Pro Leipzig keinerlei Schnittmengen mit den Inhalten politischer Vereinigungen, schon gar nicht an den politischen Rändern hat.“

Bei den nächtlichen Schmierereien liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Linksautonome handelt. Dabei hat Pro Leipzig auch etliche Publikationen zur jüdischen Geschichte in Leipzig veröffentlicht und in Büchern wie dem Stadtlexika Antifaschisten gewürdigt.

Pro Leipzig für weltoffene Stadt

Auf seinen Namen ist der Verein zuletzt häufiger angesprochen worden – zuletzt auf der Buchmesse. Schon allein durch die vielen historischen Bücher konnte rasch geklärt werden, wofür dieser steht. „Pro Leipzig kann nichts dafür, dass sich in anderen Städten oder Bundesländern Gruppierungen mit politischen Zielen das lateinische ‚pro‘ (für) voranstellen“, betont Nabert. Ein Beispiel dafür sei Pro Chemnitz, eine rechtspopulistische Wählervereinigung, die nach der Chemnitzer Messerattacke für Schlagzeilen sorgte. Pro Leipzig hat sich ausschließlich „für“ eine lebenswerte und weltoffene Stadt und Region eingesetzt.

Nabert: „Wir hoffen, dass die politischen Kräfte in dieser Stadt, vor allem die Stadtratsfraktionen, die unsere Arbeit kennen, sich zu dieser Diffamierung ­positionieren. Wir hoffen, dass insbesondere Politiker, die der linken Szene ­nahestehen, Aufklärungsarbeit leisten.“ Eine Änderung des Namens kommt für ihn nicht in Frage. „Wir geben nicht klein bei.“

Von Mathias Orbeck