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Lokales Vergabekammer prüft neuen Werbevertrag
Leipzig Lokales Vergabekammer prüft neuen Werbevertrag
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17:25 03.07.2018
So sollen die neuen Haltestellen aussehen, die der neue Anbieter RBL GmbH in Leipzig errichten will.
So sollen die neuen Haltestellen aussehen, die der neue Anbieter RBL GmbH in Leipzig errichten will. Quelle: RBL GmbH
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Leipzig

Die Neuvergabe des Werberechts auf Leipzigs öffentlichen Flächen läuft doch nicht so unproblematisch wie im Rathaus erhofft: Der aktuelle Vertragspartner – die Firma Wall, vormals JCDecaux Deutschland – lässt die Vergabeentscheidung nachprüfen. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, wurde dafür bereits ein entsprechender Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer Sachsen gestellt. „Wir haben uns die Vergabeentscheidung angeschaut und gehen jetzt davon aus, dass die Stadt Leipzig bei der Vergabe unter anderem gegen ihre eigenen Produktanforderungen an die Fahrgastunterstände sowie weitere Vergabeanforderungen und -kriterien verstoßen hat“, erklärte gestern Wall-Pressesprecherin Frauke Bank auf LVZ-Nachfrage. Die Vergabekammer habe diese Bedenken als nachprüfenswert eingestuft. Damit ist eine Zuschlagserteilung in diesem Vergabeverfahren bis zur Entscheidung der Vergabekammer zunächst nicht möglich.

„Wir sind keine schlechten Verlierer“

Sprecherin Bank betonte, dass noch keine juristischen Schritte gegen die Vergabe eingeleitet worden sind. „Wir sind keine schlechten Verlierer“, erklärte sie mit Blick darauf, dass sich auch die Wall GmbH um den Zuschlag beworben hatte. „Aber natürlich haben wir ein Interesse daran, den Standort Leipzig für uns zu erhalten. Schließlich haben wir eine Niederlassung in der Stadt, in der rund 30 festangestellte Mitarbeiter arbeiten.“ Sollten bei der Nachprüfung Verstöße gegen die Vergaberegeln festgestellt werden, seien deshalb auch juristische Schritte möglich. „Aber so weit sind wir noch nicht“, erklärte Blank.

Neuer Vertrag läuft bis 2034

Die Stadtverwaltung will ihr Werberecht am 1. Juli 2019 an das Unternehmen RBL Media vergeben. RBL soll soll dann bis zum 30. Juni 2034 die Werbung an den Straßenbahn- und Bushaltestellen übernehmen – inklusive Bau und Betreuung neuer Fahrgastunterstände. Außerdem wird die Firma auch Werbeanlagen wie digitale Werbeträger und Stadtinformationsanlagen betreiben.  

Von Andreas Tappert