Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Versauerung der Seen – Gelassenheit im Südraum
Leipzig Lokales Versauerung der Seen – Gelassenheit im Südraum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:42 22.02.2019
Ein Sanierungsschiff auf dem Grossraeschener See: Das Kalksteinmehl wird nicht mehr über der Seeoberfläche eingebracht, sondern in das Wasser. Daher nennt man das neue Verfahren In-Lake-Neutralisation. Quelle: LMBV/Radke
Großpösna/Zwenkau

Die Mitteilung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) zur Behandlung von Seen mit Kalksteinmehl hat vor allem in den sozialen Netzwerken teilweise kontroverse Diskussionen hervorgerufen. Das Spektrum reicht von Besorgnis bei Badegästen über die Befürchtung von Imageschäden für den Tourismus bis hin zu Zweifeln, ob denn solche Maßnahmen wirklich nötig seien.

„Notwendig, um die Wasserqualität zu sichern“

Auch für den Zwenkauer und den Störmthaler See hat die LMBV angekündigt, alkalisch wirkendes Kalksteinmehl einzubringen, um einer Rückversauerung des Wassers entgegenzuwirken. Allerdings sieht man das in den betroffenen Kommunen eher mit Gelassenheit. Für Zwenkaus Bauamtsleiterin Steffi Gebauer ist die Situation ohnehin nicht neu. „Hier wurde schon im vergangenen Jahr gekalkt. Das ist notwendig, um die Wasserqualität langfristig zu sichern“, meint sie.

Die von der LMBV veröffentlichten Werte bestärken sie in dieser Ansicht. Als Ziel für die Bergbaufolgeseen gelte ein pH-Wert zwischen 6 und 8. Vor vier Monaten wurden für den Zwenkauer See ideale 7,0 ermittelt. Steffi Gebauer verweist zudem auf den Aspekt der Sicherheit: „Es zeigt ja auch, wie engmaschig die Gewässergüte kontrolliert wird und das ist im Interesse aller.“

„Das ist ein ganz normaler Vorgang“

Auch Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) sieht die Sache entspannt. „Das ist ein ganz normaler Vorgang, wenn Pyrit-Einträge zu einer Versauerung des Wassers führen können. Zudem sind die Maßnahmen gesundheitlich unbedenklich.“ Unvorbereitet habe sie die Mitteilung der LMBV übrigens nicht getroffen. Wenige Tage zuvor habe sie mit dem Bergbausanierer am Tisch gesessen. Gemeinsam mit den touristischen Anbietern der Region habe man über Maßnahmen beraten, um Irritationen unter Einwohnern und Gästen entgegenzuwirken. Die LMBV wolle beispielsweise einen Informationsflyer veröffentlichen und an neuralgischen Punkten sollen Schilder über die Maßnahmen informieren. „Es ist verständlich, dass Fragen entstehen, wenn man auf dem See plötzlich so ein Gewässerbehandlungsschiff sieht“, räumt die Bürgermeisterin ein.

Zeitpunkt ist von der pH-Wert-Situation abhängig

Allerdings wünscht sie sich, dass die Maßnahmen zügig beginnen, damit sie noch vor dem Start der Badesaison abgeschlossen sind. Eine Genehmigung zum Befahren des Störmthaler Sees mit dem Behandlungsschiff liege beispielsweise noch nicht vor. Sie müsse vom Landratsamt erteilt werden.

Wie die LMBV informiert, werden die Seen nacheinander behandelt. Der Zeitpunkt und die Dauer der konkreten Schiffseinsätze sowie die Reihenfolge der Gewässer seien von deren jeweiliger pH-Wert-Situation abhängig. Pro Kampagne können bis zu acht Wochen beansprucht werden. Die Kalk-Einträge und deren Auswirkungen auf die See-Parameter werden mittels eines Monitorings überwacht und dokumentiert.

Mit der Neutralisation der Bergbaufolgeseen seien darüber hinaus keine öffentlichen Nutzungseinschränkungen verbunden, teilt die LMBV weiter mit. Das Baden in den Seen sei weiterhin möglich. Bootsbesitzer und Schwimmer sollten lediglich einen angemessenen Abstand zum Gewässerbehandlungsschiff halten, um eine gegenseitige Gefährdung auszuschließen.

Von Rainer Küster

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Entlassung des Uniklinikum-Vorstands Wolfgang Fleig schlägt weiterhin hohe Wellen. Während Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange zu den Vorwürfen des geschassten Chefmediziners schweigt, kündigt Aufsichtsratschef Knut Löschke an, bald einen Nachfolger präsentieren zu können.

21.02.2019

Das von Ökolöwe und der Stadtratsfraktion der SPD geforderte 365-Euro-Ticket für ganzjähriges Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr hat viele Unterstützer in der Leipziger Bevölkerung. Nach zwei Tagen wurden knapp 2000 Unterschriften gesammelt.

22.02.2019

Die mehr als 60 Jahre alte „Dendrobium delicatum“ ist einer der Höhepunkte des tropischen Blütenzaubers „Im Reich der Orchideen“. Sie startet am Samstag in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens in Leipzig.

21.02.2019