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Lokales Verstorbene Elefantenkuh Thura trug Zwillinge im Leib
Leipzig Lokales Verstorbene Elefantenkuh Thura trug Zwillinge im Leib
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08:45 30.11.2019
Die inzwischen verstorbene Elefantenkuh Thura mit Tierpfleger Holger Wust beim Training. Quelle: André Kempner
Leipzig

Elefantenkuh Thura aus dem Leipziger Zoo hatte nicht nur ein totes Kalb im Leib, sondern Zwillinge. Das wurde bei der pathologischen Untersuchung entdeckt, die unmittelbar nach dem Tod der 45-jährigen Dickhäuterdame am Dienstag vorgenommen wurde. Die Mediziner entdeckten zu ihrer großen Überraschung neben dem erwarteten Jungtier ein zweites. Festgestellt wurde auch: Die Elefantenkuh hatte einen Gebärmutterriss erlitten, der zur Entzündung der Bauchhöhle führte. Gestorben ist die Asiatische Elefantenkuh nach Angaben des Zoos aber letztlich aufgrund eines Kreislaufversagens, trotz intensiver medizinischer Betreuung.

Unterbrochene Geburt

„Zwillingsgeburten bei Elefanten sind extrem selten und uns ist kein Fall bekannt, bei dem Mutter und Jungtiere überlebt haben“, so Zoodirektor Jörg Junhold. „Beide Kälber waren normal entwickelt und relativ gut erhalten.“ Vor vier Jahren hatte Thura aus unbekannter Ursache die Geburt unterbrochen, der Nachwuchs kam nie zur Welt. Dies kommt bei Elefanten selten vor, aber sie sind imstande, die Geburt zu unterbrechen und im Idealfall innerhalb von 24 Stunden fortzusetzen. Thura gelang das nicht. Ein operatives Eingreifen ist dann nicht möglich. Nachdem die Geburt nicht wieder in Gang kam, wurde das Tier per Ultraschall untersucht. Dabei wurde der Tod des Kalbes festgestellt. Das zweite Jungtier wurde dabei nicht entdeckt.

2018 wurde Elefantenkuh Thura in Narkose untersucht. Unterstützt wurde der Zoo dabei von Experten des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung. Quelle: Zoo Leipzig

Erneute Trächtigkeit

Was niemand für möglich gehalten hätte: Entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde Thura trotz der beiden toten Kälber in ihrem Leib im Jahr 2018 erneut trächtig. Um lebensgefährliche Komplikationen zu unterbinden, entschloss sich der Zoo zusammen mit Spezialisten vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung zum Abbruch der Trächtigkeit.

Neuer Verbleib für Saida gesucht

Der Zoo will nun den „extrem seltenen Befund mit den Zwillingen“ wissenschaftlich auswerten und aufbereiten. „Ich danke allen Veterinären und Pflegern, dass sie sich so intensiv und fürsorglich um Thura gekümmert haben. Nur so war es ihr möglich, die vergangenen vier Jahre mit ihrer Gefährtin Saida zu verbringen, die sich nach dem Tod von ihr verabschieden konnte“, betont der Zoochef. Gemeinsam mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) werde nun eine neue Perspektive für Saida (46) gesucht. Immer wieder gab es Spekulationen, dass die beiden „Elefantenomas“ Saida und Thura in eine Senioren-WG für Elefanten nach Karlsruhe abgegeben werden sollten. Dies hatte der Zoo bislang nicht kommentiert.

Von Kerstin Decker

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