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Lokales Vier Haselnüsse für Sandra Fiedler
Leipzig Lokales Vier Haselnüsse für Sandra Fiedler
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05:42 15.12.2018
Bescherung in der Neurochirurgie: Oberarzt Dirk Winkler, die einstige Patientin Sandra Fiedler, und die Pflegekräfte Birgit Spauschus sowie Thomas Petters (von links). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Sandra Fiedler hat sich am Freitag nicht zufällig eine rote Bluse und einen weißen Rock angezogen. In den Farben des Weihnachtsmanns packte die 44-jährige Leipzigerin einen Korb mit Geschenken und nahm noch drei Päckchen sowie einen üppigen Blumenstrauß unter die Arme. Damit überraschte sie im Universitätsklinikum ein paar Menschen, die bereits zwei Mal in ihrem Leben eine entscheidende Rolle gespielt haben: die Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Physiotherapeuten, Reinigungskräfte und Küchenmitarbeiter, die sie seit elf Jahren in der Neurochirurgie kennengelernt hat.

„Ich habe mich hier einfach wohlgefühlt – und bestens aufgehoben“, sagt sie. „Fachlich sowieso, aber auch zwischenmenschlich.“ 2007, kurz nach Weihnachten, erlitt Sandra Fiedler eine lebensgefährliche Hirnblutung. Klinikdirektor Jürgen Meixensberger musste sie notoperieren. Im Sommer 2018 fanden die Mediziner bei einer Routineuntersuchung ein neues Aneurysma. Bevor auch diese Arterienerweiterung ihre Gefahr entfalten konnte, entschärfte Oberarzt Dirk Winkler sie per abermaliger Hirn-OP.

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Rückkehr zum Traumprinzen

„Sie sind großartig“, bedankt er sich sichtlich überrascht bei der einstigen Patientin, die entgegnet: „Das habe ich doch Ihnen zu verdanken, Ihnen allen!“ Nicht nur, findet der Experte: „Wenn ein Mensch wie Sie den Drang hat, gesund zu werden, macht es uns das leichter.“ Auf der Station war lediglich Schwester Birgit Spauschus vorher eingeweiht. Aber mit so vielen Geschenken hat auch sie nicht gerechnet. Als gebürtige Erzgebirglerin hat Sandra Fiedler Räucherhäuschen, Engel und Bergmann eingepackt und mit ihren Söhnen, acht und elf Jahre alt, Plätzchen und Muffins gebacken. „Das spornt uns unheimlich an“, sagt die Krankenschwester.

Auch Leidensgenossen möchte Sandra Fiedler ermutigen: „Als es überstanden war, spürte ich den Elan, einige Baustellen in meinem Leben in Angriff zu nehmen.“ Gesundheit, einen besseren Job, eine friedliche Trennung vom Ehemann und „die Rückkehr zu meinem Traumprinzen“ habe sie sich gewünscht, als sie am Wegesrand vier Haselnüsse fand, erzählt sie. „Das ist alles in Erfüllung gegangen.“ Ein wahres Weihnachtsmärchen.

Von Mathias Wöbking

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