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Lokales Vleischerei macht sich nackt für die Eisenbahnstraße
Leipzig Lokales Vleischerei macht sich nackt für die Eisenbahnstraße
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00:34 31.05.2018
Noch im Stammdomizil: Haschke serviert im veganen Imbiss Vleischerei in Plagwitz. Spätestens im Winter soll er den neuen Laden im Osten leiten. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Die Vleischerei in Plagwitz eröffnete, als veganes Essen noch längst nicht im Bewusstsein der Gesellschaft verankert war: Seit 2008 bieten Kristoff Liebers und sein Team im Laden an der Ecke Zschochersche/Karl-Heine-Straße fleischfreie Currywurst und Gyros oder Vöner an. Die Nachfrage ist in den zehn Jahren enorm gestiegen, die Vleischerei ist auch bei Festivals und Feiern mit einem Stand unterwegs. Jetzt steht eine Erweiterung an: Geplant ist ein zweiter Laden in der Eisenbahnstraße.

Um den nötigen finanziellen Kraftakt zu wuppen, brauchen die Vleischer allerdings noch Hilfe und starteten nun eine Crowdfunding-Aktion im Netz – mit einer der wohl ungewöhnlichsten Gegenleistungen für Unterstützer, die je auf der Internet-Plattform Visionbakery angeboten wurden.

Noch befinden sich die Räume in der Eisenbahnstraße 128 im Rohzustand. Gastraum, Küche, Lager und Toiletten sind komplett nackt, Einrichtung und elektrische Installation müssen bewerkstelligt werden. Die Eröffnung soll im späten Herbst oder frühen Winter gefeiert werden. Den Hut in der zweiten Vleischerei soll Haschke aufhaben, auch bekannt seit seiner Mitgliedschaft als Frau Doktor M. Haschke in der anarchisch-satirischen Vereinigung „Die Partei“ – markantes Motto: „Inhalte überwinden“.

Zur Realisierung der Baupläne müssen 22 000 Euro bis zum 23. Juni über die Schwarmfinanzierung zusammenkommen, aktuell liegt das Projekt immerhin schon bei über 8000 Euro. Wie beim Crowdfunding üblich, bietet der zu Unterstützende Anreize fürs Geldspenden. Im Fall der Vleischerei gibt’s zum Beispiel für einen Zehner einen Cheeseburger, Fritten und Getränk. Wer 15 Euro gibt, bekommt ein T-Shirt. Das steigert sich über eine private Vönerparty bis 60 Personen (350 Euro) über eine geschlossene Feier im neuen Laden für maximal 30 Leute (1000 Euro) mit allem Schnick und Schnack. Außerdem lockt ein ganz besonderes Top-Angebot: Für eine opulente 7999-Euro-Unterstützung darf man „einmal nacksch mit Frau Dr. Haschke durch Connewitz“.

So unernst das gemeint sein mag – wer die wohltuend unkonventionelle Crew der Vleischerei auch nur ein bisschen kennt, der weiß: Die sind schräg genug, das durchzuziehen.

www.visionbakery.com/vleischerei-ost

Von Mark Daniel

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