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Lokales Vodafone startet Gigabit-Netz in Leipzig
Leipzig Lokales Vodafone startet Gigabit-Netz in Leipzig
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13:55 23.10.2018
Oberbürgermeister Burkhard Jung (links) erhielt von Jörg Süptitz, Direktor Vertrieb Großkunden/Wohnungswirtschaft in der Leipziger Vodafone-Niederlassung, zum Start der „ersten Gigabit-City Sachsens“ symbolisch einen Kabelrouter überreicht.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (links) erhielt von Jörg Süptitz, Direktor Vertrieb Großkunden/Wohnungswirtschaft in der Leipziger Vodafone-Niederlassung, zum Start der „ersten Gigabit-City Sachsens“ symbolisch einen Kabelrouter überreicht. Quelle: Text-in-Form
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Leipzig

Der Telekommunikationsriese Vodafone hat am Dienstag in Leipzig „das Gigabit-Zeitalter gestartet“. Ab sofort können 280 000 Haushalte in der Messestadt Internet-Anschlüsse erhalten, die Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Das sind weit über 80 Prozent der Einwohner. Insgesamt zählt Leipzig etwa 335000 Haushalte.

Start in Sachsen und Bayern

Laut Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter ist Leipzig die erste Stadt in Ostdeutschland, in der die Glasfasernetze auf den neuen Übertragungsstandard Docsis 3.1 umstellt wurden. Seit wenigen Wochen gebe es zudem Testläufe in Nürnberg und Landshut. Vodafone habe die ersten Schritte eines milliardenschweren Ausbauprogramms in Bayern und Sachsen angesiedelt, weil in diesen beiden Bundesländern die gesetzliche Pflicht besteht, die Kabelnetze bis zum Jahresende auf eine komplett digitale Datenübertragung umzustellen. Wie berichtet, war das für die Region Leipzig bereits Anfang August 2018 geschehen.

Leipzig in Ostdeutschland vorn

Über die Kabelnetze werden Anschlüsse für Fernseh- und Radioempfang, Internet sowie Telefon in besonders guter technischer Qualität bedient. Die Abschaltung der alten, analogen Signale auf diesen Datenautobahnen schuf mehr Platz für neue Technologien wie Docsis 3.1 – damit können theoretisch Internet-Download-Geschwindigkeiten von sogar zehn Gigabit pro Sekunde erreicht werden. „Leipzig ist die erste Gigabit-City Sachsens“, sagte Ametsreiter. „Bis zum Jahresende werden wir über unser Kabel-Glasfasernetz allein in diesem Bundesland über 500 000 Haushalte mit diesem Angebot versorgen. Das sind mehr als drei Viertel unserer gesamten sächsischen Kabelhaushalte.“

Chemnitz und Görlitz folgen bald

So sei der Start für Chemnitz und Görlitz am 30. Oktober geplant. Auch Dresden komme noch 2018 an die Reihe. Für ganz Deutschland habe sich Vodafone das Ziel gestellt, bis Ende 2019 etwa elf Millionen Haushalte ans Giga-Kabel zu bringen. Sofern die Kartellbehörden der geplanten Übernahme des größten Wettbewerbers Unitymedia zustimmen, würden es bis 2022 sogar fast zwei Drittel aller deutschen Haushalt sein, so Ametsreiter.

Ministerpräsident drängt auf mehr Tempo

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte das Ausbauprogramm. „Es ist ein wichtiger Baustein für schnelles Internet bei uns in Sachsen. Der Freistaat selbst macht Tempo und unterstützt gemeinsam mit dem Bund die Kommunen finanziell, um die Infrastruktur auszubauen“, sagte Kretschmer. „Mir ist wichtig, dass wir hier schneller als bisher vorankommen.“ Das helfe nicht nur der Wirtschaft, sondern erleichtere beispielsweise auch eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum durch leistungsfähige Telemedizin.

Fast 1000 Mitarbeiter im Raum Leipzig

An Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) übergab Jörg Süptitz von der Leipziger Vodafone-Niederlassung (mit 260 Mitarbeitern in der Kohlgartenstraße) symbolisch einen jener neuen Kabelrouter, die zur Nutzung des Hochgeschwindigkeitsangebotes in der Wohnung oder Firma angeschlossen werden müssen. „Leipzig ist nicht zufällig für den Start ausgewählt worden“, sagte Süptitz. Gemeinsam mit dem Kunden-Servicecenter in Großkugel beschäftige Vodafone in der Region fast 1000 Mitarbeiter, versorge von hier aus weite Teile Mitteldeutschlands.

Keine Straßen oder Wege aufgerissen

Für die Umstellung seien keine Straßen oder Wege in Leipzig aufgerissen worden, betonte Süptitz. „Trotzdem waren hohe Investitionen erforderlich.“ Leipzig werde damit für kleine und mittelständische Unternehmen – wie etwa der Kreativwirtschaft – noch attraktiver, meinte der Oberbürgermeister. „Einmal mehr stehen wir in Ostdeutschland an der Spitze“, so Jung.

Große Datenvolumen für Freiberufler

Immer mehr Freiberufler, Ärzte oder Architekten müssten häufig große Datenmengen via Internet empfangen oder versenden, erläuterte Björn Grope, Regionalleiter des Kundenvertriebs bei Vodafone. „Ob Smarthome, Tablet, Drucker, Handy, Fernseher – auch in privaten Haushalten kommen mehr Geräte hinzu, die ein leistungsfähiges W-Lan oftmals gleichzeitig brauchen.“ Mit einem Gigabit-Anschluss könne beispielsweise die Datenmenge einer DVD (4,7 Gigabyte) in weniger als einer Minute heruntergeladen werden. Zum Vergleich: Mit einer VDSL-Verbindung von 50 Mbit/s dauere der gleiche Vorgang zwölf Minuten, mit einem DSL-Anschluss von 16 Mbit/s fast 40 Minuten.

Wechselgarantie nach einem Jahr

Laut Grope soll der Gigabit-Anschluss für Neukunden in Leipzig im ersten Jahr 19,99 Euro pro Monat kosten. Danach steige der Preis für Frühbucher auf 49,99 Euro, für Spätentschlossene auf 69,99 Euro. „Nach dem ersten Jahr zu 19,99 Euro gibt es für jeden Kunden eine Wechselgarantie, so dass er dann auch in einen anderen Tarif umsteigen kann“, sagte er.

Wettbewerber PŸUR stellt Netz bald um

In der Messestadt hatte der Kabelbetreiber HL komm schon vor Jahren einen „Premiumanschluss“ offeriert, der untere anderem einen Internet-Download mit ebenfalls bis zu Ein-Gigabit-Geschwindigkeit enthielt. Allerdings war dieses Angebot nur in recht wenigen Straßenzügen verfügbar und kostete 149,95 Euro pro Monat. HL komm gehört mittlerweile zur Berliner Firma Tele Columbus, die ebenfalls eine große Niederlassung in Leipzig unterhält. Unter dem neuen Markennamen PŸUR vermarktet sie derzeit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 400 Megabit pro Sekunde. PŸUR will sein Netz im Leipziger Stadtgebiet im nächsten Monat auf voll digital umstellen, hat im Umland damit bereits begonnen.

Von Jens Rometsch