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Lokales Leipziger Völkerfreundschaftsdenkmal im Ural soll bald leuchten
Leipzig Lokales Leipziger Völkerfreundschaftsdenkmal im Ural soll bald leuchten
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16:20 31.07.2019
Das Völkerfreundschaftsdenkmal in Leipzig im Ural soll künftig nicht nur von der untergehenden Sonne in Szene gesetzt werden, sondern auch mit einem eigenen Beleuchtungssystem. Quelle: Strohhut Pictures
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Leipzig

Mit dem Bau eines Völkerfreundschaftsdenkmals im Maßstab 1:25 hatte sich der Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Das war 2017. Inzwischen wurde das völkerverbindende Engagement sogar ausgezeichnet: Im September 2018 ehrten die Außenminister von Russland und Deutschland, Sergej Lawrow und Heiko Maas, die umfangreichen Aktivitäten des Vereins und der Gemeinde im Ural. Natürlich war das ein Ansporn, nicht nachzulassen. Wenn auch kein unbedingt nötiger.

Das Völkerfreundschaftsdenkmal in dem 800-Einwohner-Dorf war aus Aluminium entstanden, als Kopie des hiesigen Völkerschlachtdenkmals – nach einer Idee des Journalisten und Filmemachers Nasur Yurushbaev, einem Entwurf des Künstlers Michael Fischer-Art und produziert von der Firma Holl in Markkleeberg. Es misst 4,60 Meter und wiegt 1100 Kilo. Der Verein hatte für das 25 000-Euro-Projekt mit viel Fleiß und Beharrlichkeit eifrig Spenden zusammengetrommelt. Im Rahmen mehrerer Fahrten wurde nicht nur der Bau vorbereitet, sondern auch Völkerfreundschaft gelebt. Längst sind echte Freundschaften entstanden. „Du kannst da jederzeit aufschlagen – Du bekommst jederzeit ein Bett“, erzählt Projektleiter Heiko Waber vom Verein. Dabei ist die Region eher arm; die Arbeitslosigkeit im Ort liegt bei etwa 50 Prozent.

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Einblicke in eine ganz besondere Freundschaft

Vom 23. August bis 3. September fahren neun Leute mit dem Verein nach Russland. Es ist die fünfte Reise dieser Art. Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Moskau geht es weiter zu den Freunden in Leipzig. Das Ganze ist kein Urlaub: Mehrere Arbeitseinsätze sind geplant. Das Gelände rund um das Völkerfreundschaftsdenkmal – die Vereinsmitglieder nennen es inzwischen liebevoll „Völfi“ – soll gestaltet werden. Und: Das Völfi bekommt Licht, damit es künftig auch nachts seine Botschaft aussenden kann – die der Freundschaft, der Verständigung, des Friedens. Erst recht in diplomatisch schwierigen Zeiten. Eingeweiht wird die Beleuchtung beim Dorffest zum 176-jährigen Bestehen des Ortes – man muss die Feste halt feiern, wie sie fallen.

Gäste kümmern sich um den Ort

Nicht nur um das Monument wollen sich die Gäste kümmern, wie Heiko Waber erklärt. Vorgesehen ist auch ein Subbotnik in und an der Kirche des Ortes sowie am Friedhof. Und dann gibt es, wie jedes Jahr, wieder das nicht ganz ernst gemeinte Fußball-Duell: Leipzig gegen Leipzig. Es wird niemanden überraschen, wenn es am Ende heißt: Der Sieger ist – Leipzig.

Der Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ ist seit 13 Jahren aktiv. Rund 70 Mitglieder zählt die Gruppe derzeit, sie kümmert sich vor allem um die Integration russischstämmiger Mitbürger. Der Verein betreibt ein Puppentheater, das Stücke auf Russisch und Deutsch zeigt, bietet verschiedene Workshops an und vertreibt die Zeitschrift „Most“ (Brücke).

Von Björn Meine