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Leipzig Lokales So geht es mit der Sanierung rund ums Völkerschlachtdenkmal weiter
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09:32 30.07.2019
Viel geschafft: Das Völkerschlachtdenkmal ist saniert. Für die nächsten Jahre, so Geschäftsführer Volker Rodekamp von der Stiftung Völkerschlachtdenkmal, bleiben aber noch etliche Investitionen zu stemmen. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Bistro 1813“ heißt der neue Imbiss, der in eine der Pylonen am Völkerschlachtdenkmal gezogen ist. Eine Toilette, in der die Besucher ein menschliches Bedürfnis erledigen können, gibt es in den Pylonen inzwischen ebenso wie Büroräume. Seit der letzte große Brocken, das Wasserbecken saniert ist, scheint Ruhe an der Baustelle Völkerschlachtdenkmal eingezogen zu sehen. Spaziergänger flanieren, Touristen strömen zu Leipzigs beliebtester Sehenswürdigkeit. Und doch sind die Bauarbeiten noch nicht restlos abgeschlossen.

Denkmalskörper und Wasserbecken sind saniert, jetzt stehen noch Arbeiten an den Wegen und im Park an. Die Stiftung will bis 2022/23 etwa 1,8 Millionen Euro investieren.

„Der Denkmalskörper und das Wasserbecken sind saniert, an den Außenanlagen und bei der Besucherinfrastruktur gibt es allerdings noch viel zu tun“, sagt Volker Rodekamp, der Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal. So wird an den oberen Umgängen und Wegen sowie an den beiden „Lindentreppen“ gearbeitet. Einige Bäume sind im Laufe der Zeit abgestorben, sollen ersetzt werden, um das Bild des Denkmalparks wiederherzustellen. Für Rettungsfahrzeuge wird die Zufahrt über die Sicherheitsfahrrampe erneuert. Hinter dem Denkmal steht noch die alte Bauhütte samt Steinelager. Das Terrain wird renaturiert – eine kleine Bauhütte bleibt aber erhalten, um noch gebräuchliche Steine aufzubewahren. Die werden für notwendige Reparaturen am Denkmal benötigt. Bis 2022/23 wird die Stiftung noch gut 1,8 Millionen Euro investieren. Das muss ohne Fördermittel gestemmt werden – deshalb spart die Stiftung das Geld über Einnahmen am Denkmal an. Auch der Förderverein sammelt weiter fleißig Spenden, etwa für die „Lindentreppen“. Für die Werterhaltung werden pro Jahr weitere 120 000 Euro ausgegeben, etwa für angegriffene Kupfertüren. Die Stadt fördert die Stiftung mit 150 000 Euro jährlich.

Im Denkmalsinneren noch Feuchtigkeit

„Es ist bereits erkennbar, dass wir in der Werterhaltung stärker gefordert sind“, konstatiert Rodekamp. Das betrifft die technische Wartung der Anlagen, wie die stark genutzten Aufzüge. Das Blockheizkraftwerk, das zum Trocknen des Denkmals installiert wurde, ist bereits generalüberholt. Geplant ist künftig ein Wärmespeicher, um die nach wie vor benötigte Warmluft im Denkmal zu halten. „Wir gehen davon aus, dass wir das Denkmal noch mindestens zehn Jahre von innen trocknen müssen“, erklärt Rodekamp, der als Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums im Frühjahr 2019 in den Ruhestand gewechselt ist. Viele Steine waren vor der Sanierung komplett mit Wasser gefüllt. Damals wurde berechnet, dass die Trocknung der Alt-Feuchtigkeit mindestens 30 Jahre dauert. Das sei auch an Auswaschungen am Denkmal noch zu sehen.

Der Denkmalskörper wird zurzeit systematisch mit Drohnen beflogen, um die Oberfläche digital zu kartieren und Schäden zu vermerken. Vom nächsten Jahr an erfolgen dann kontinuierlich Reparaturen, auch mit Hilfe von Bergsteigern, die sich abseilen können. So gibt es beispielsweise auf der Nordwestseite des Denkmals witterungsbedingte Abnutzungen. „Dort werden wieder Verfugungen ausgebessert.“ Auch beim Plateau gibt es die ersten Risse.

Parkplatz wird markiert

Eine Sanierung des Parkplatzes (Kosten: 500 000 Euro) vorm Denkmal ist derzeit nicht zu stemmen – er wird aber gesäubert, kleinere Reparaturen wird es auch geben. Außerdem werden noch in diesem Jahr Stellflächen markiert, Parkflächen für 112 Autos und Busse, aber auch Behindertenparkplätze ausgewiesen. Der Vorplatz soll nicht komplett zugeparkt werden, damit auch Rettungsfahrzeuge an die Pylonen und das Wasserbecken kommen.

Die Stiftung arbeitet daran, das Denkmal zu einem lebendigen Ort zu entwickeln – es wird auch wieder Veranstaltungen geben. So laufen beispielsweise Gespräche mit dem Theater der Jungen Welt und dem Schauspiel Leipzig. Auch an der Idee, mit dem Denkmal friedensstiftend zu wirken, werde weiter gearbeitet. So wird überlegt, wie speziell Jugendliche angesprochen werden können, auch aus anderen europäischen Ländern. Aber eben auch die Leipziger.

Besucher sollen sich eingeladen fühlen

„Wir stellen noch mehr Bänke auf. Die Leute sollen sich eingeladen fühlen, zum Denkmal und in den Park zu kommen“, betont Rodekamp. Weil es abends zu Schmierereien und Vandalismus kommt, sei eine Streife unterwegs. Es sei schon vorgekommen, dass Jugendliche Feuer angezündet haben. „In den Sommermonaten ist es unerlässlich, dass wir unser Hausrecht durchsetzen.“ Dennoch bleibe das Areal öffentlich zugänglich. „Wir haben viel positive Resonanz auf die gelungene Sanierung des Denkmals. Es ist schon wie ein Wunder von Leipzig“, so Rodekamp, der zufrieden und dankbar ist, die ausstehenden Arbeiten zu Ende bringen zu können. Bislang sind dort 26,3 Millionen Euro – darunter Geld von der Stadt Leipzig, private Spenden sowie Fördermittel von Bund und Land – verbaut worden. Bis alles fertig ist, werden es wohl 28 Millionen Euro sein.

Von Mathias Orbeck

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