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Lokales Vom Reichs- zum Bundesverwaltungsgericht
Leipzig Lokales Vom Reichs- zum Bundesverwaltungsgericht
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10:01 15.08.2019
Das ehemalige Reichsgericht – heute Bundesverwaltungsgericht. Quelle: dpa
Leipzig

Leipzig ist reich an historischen Gebäuden. Zu den das Stadtbild prägenden Bauwerken gehört das im Wilhelminischen Kaiserreich eingeweihte Reichsgericht.

1871 war mit der Krönung des preußischen Königs zum deutschen Kaiser ein deutscher Nationalstaat geschaffen worden. Berlin wurde die Hauptstadt des neuen Reichs, das von Preußen dominiert wurde. Für die Herausbildung einer nationalen Rechtsauffassung sollte ein Oberstes Gericht für das Zivil- und Strafrecht wirken. Der Sitz dieses Reichsgerichts blieb zunächst offen. Dass 1877 die Entscheidung für Leipzig und gegen Berlin fiel, hatte Kalkül, um die politische Dominanz Preußens einzuhegen und den bundesstaatlichen Gedanken zu stärken.

Erster Sitz bei Luftangriff zerstört

Am 1. Oktober 1879 wurde das Reichsgericht in Leipzig feierlich eröffnet. Noch gab es keinen repräsentativen Neubau. Das Reichsgericht bezog die Georgenhalle, an der Goethestraße und dem Brühl gelegen. Das Gebäude gehörte der Stadt. 1943 wurde es bei einem Luftangriff zerstört.

Als das für das höchste deutsche Gericht zuständige Reichsjustizamt den Kauf von Bauland hinaus zögerte, kamen Befürchtungen auf, dass das Reichsgericht doch nach Berlin verlegt werden solle. 1883 wurde dann ein Baugrundstück an der Harkortstraße gekauft und 1885 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Der erste Preis aus 119 eingereichten Entwürfen ging an die Nachwuchsarchitekten Ludwig Hoffmann und Peter Dybwad. Doch die Gerüchte um eine Sitzverlegung kursierten weiter in der Öffentlichkeit. Erst als am 31. Oktober 1888 der Grundstein in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II und dem sächsischen König Albert in das Erdreich eingesenkt wurde, entspannten sich die Befürchtungen.

Eduard von Simson war der erste Präsident

Zum Präsidenten des Reichsgerichts war mit Eduard von Simson ein Mann berufen worden, der nur bedingt eine herausgehobene Stellung als Jurist einnahm, der aber vor allem wegen seines politischen Wirkens als Liberaler seit den 1840er-Jahren national anerkannt war.

Die Stadt Leipzig ehrte den Reichsgerichtspräsidenten 1883, anlässlich seiner 50-Jährigen Tätigkeit als Jurist, auf eine imposante Weise, indem er zum Ehrenbürger ernannt und eine zum Baugrundstück führende Straße seinen Namen erhielt. Vor der Vollendung des von ihm beförderten Bauwerks gab Eduard von Simson aus gesundheitlichen Gründen 1891 sein Amt auf. Vier Jahre danach wurde das Reichsgerichtsgebäude eingeweiht.

Von Steffen Held

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