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Lokales Wackerbad: Stadt kündigt Pächter den Vertrag
Leipzig Lokales Wackerbad: Stadt kündigt Pächter den Vertrag
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00:22 11.08.2018
Das Wackerbad in Gohlis. Quelle: André Kempner
Leipzig

Neue Runde im Streit ums Wackerbad: Nach zwei Jahren ist jetzt zwar wieder Wasser im großen 50-Meter-Schwimmbecken (die LVZ berichtete). Doch nun hat das Sportamt dem Pächter, dem Verein SV Wacker, gekündigt und ihn aufgefordert, das Freibad in Gohlis bis zum 30. August an die Stadt zurückgeben. Grund: Der Pächter habe sich nicht an die Vereinbarungen eines außergerichtlich geschlossenen Vergleichs vom April/Mai dieses Jahres gehalten, teilte die Behörde dem Anwalt von Wacker-Vorstand Holger Drendel mit.

So bestünden bauliche und betriebliche Mängel fort. Die Anlage an der Max-Liebermann-Straße sei auch nur teilweise aufgeräumt, Vandalismusschäden seien nicht beseitigt und Grundsteuern nicht bezahlt worden. Zudem habe der Pächter das Bad nicht wie vereinbart zum 30. Juni wiedereröffnet, es stehe nur „für Vereinsmitglieder oder Personen, die für den SV Wacker e.V. ehrenamtlich tätig sind,“ zur Verfügung. Dies alles entspreche nicht dem gefundenen Kompromiss.

Pächter Drendel hatte das eingeschränkte Angebot nur für angemeldete Gruppen damit begründet, dass in der Kürze der Zeit nach der Einigung mit der Stadt die personelle Absicherung eines regulären Badebetriebes, unter anderem mit Rettungsschwimmern, gar nicht mehr möglich war. Normalerweise würden die Saisonvorbereitungen bereits im November des Vorjahres beginnen.

Die Stadt hatte das Bad im Jahr 2012 an den SV Wacker verpachtet. Als sie bereits 2016 wegen „unklarer Verwendungsnachweise“ für öffentliche Gelder mit dem Pächter in Konflikt geraten war und daraufhin die öffentliche Bezuschussung eingefroren hatte, stellte der Betreiber den Badebetrieb ein. Inzwischen hat die Stadt ihm 8000 Euro für die Jahre 2016 und 2017 nachgezahlt, sowie anteilig auch den Zuschuss für dieses Jahr.

Die Stadt selbst hat schon lange kein Interesse mehr daran, das Wackerbad zu betreiben. Im Jahr 2004 konzentrierte sie ihre Freibäder und Schwimmhallen in der kommunalen Sportbäder GmbH. Damals wurden das in den 1920er-Jahren eröffnete Wackerbad und das nunmehr 102 Jahre alte Stadtbad aus Gründen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht mit in das Sportbäder-Portfolio aufgenommen. Für das Wackerbad fand sich wenigstens ein ehrenamtlicher Betreiber, dem die Kommune für die nötigsten Ausgaben zur Aufrechterhaltung eines Badebetriebes 8000 Euro pro Jahr zur Verfügung stellt. Für das Stadtbad in der Eutritzscher Straße gibt es bis heute keinen Investor.

Von Klaus Staeubert

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