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Wahlkreis Leipzig-Süd: Die Direktkandidaten im Vergleich

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09:36 02.09.2021
Stellten sich in der Propsteikirche den Fragen von LVZ-Chefkorrespondent Kai Kollenberg (links) und KNA-Redakteurin Karin Wollschläger (rechts): Nadja Sthamer (SPD, 2.v.l.), Jessica Heller (CDU, 3.v.l.), Sören Pellmann (Linke, 4.v.l.), Siegbert Droese (AfD, 4.v.r.), Peter Jess (FDP, 3.v.r.) und Paula Piechotta (2.v.r.).
Stellten sich in der Propsteikirche den Fragen von LVZ-Chefkorrespondent Kai Kollenberg (links) und KNA-Redakteurin Karin Wollschläger (rechts): Nadja Sthamer (SPD, 2.v.l.), Jessica Heller (CDU, 3.v.l.), Sören Pellmann (Linke, 4.v.l.), Siegbert Droese (AfD, 4.v.r.), Peter Jess (FDP, 3.v.r.) und Paula Piechotta (2.v.r.). Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Rund 140 Bürgerinnen und Bürger waren in der Propsteikirche dabei – genau so viele, wie das Hygienekonzept zugelassen hatte. Warum sollen die Leipzigerinnen und Leipzig gerade Sie wählen? Diese Frage stellten die Moderatoren Karin Wollschläger (Katholische Nachrichtenagentur) und Kai Kollenberg (landespolitischer Chefkorrespondent der LVZ) am Ende der zweistündigen Runde den Kandidatinnen und Kandidaten.

„Nachtdienste mit cholerischen Männern“

„Die größte Frage unserer Zeit ist die Klimakrise“: Paula Piechotta (Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: André Kempner

Sie habe in ihrem Berufsleben schon viele Nachtdienste mit cholerischen Männern erlebt, erklärte die Ärztin Paula Piechotta (34, Bündnis 90/Die Grünen). Medizinerinnen und Mediziner stünden wohl für die einzige Berufsgruppe, die noch weniger schlafe als Politikerinnen und Politiker. Deshalb fühlt sie sich für die Härten des Bundestags gewappnet. Und: „Die größte Frage unserer Zeit ist die Klimakrise. Wir haben 16 Jahre vertan unter den Bundesregierungen von Frau Merkel.“ Jetzt brauche es die Partei, für die dieses Thema immer an erster Stelle stehe, so Piechotta.

„Bei Wind und Wetter auf dem Dach“

„Handwerk ist im Bundestag nicht gut vertreten“: Peter Jess (FDP). Quelle: André Kempner

Peter Jess (40, FDP) hält sich ebenfalls für abgehärtet, um in der Politik zu bestehen: „Ich komme vom Bau, bei Wind und Wetter stehen wir auf dem Dach.“ Das Handwerk sei nicht gut vertreten im Deutschen Bundestag – und das obwohl 20 Prozent der Bevölkerung in diesem Bereich tätig seien. „Ich möchte das Handwerk stärken“, sagte der Zimmermannsmeister. Mit Handwerkern komme man schneller ins Gespräch und sei schneller auf einer gemeinsamen Ebene.

„Deutschland befindet sich in außenpolitischem Desaster“

„Europäische Union ist eine Großbaustelle“: Siegbert Droese (AfD). Quelle: André Kempner

Siegbert Droese (52, AfD), der seit 2017 im Bundestag sitzt, nahm Bezug auf seinen Schwerpunkt der Außen- und Europapolitik. Deutschland befinde sich mitten in einem außenpolitischen Desaster, erklärte der gelernte Hotelkaufmann zur Lage in Afghanistan. Die Europäische Union sei eine Großbaustelle, könne keine Krisen bewältigen und müsse dringend reformiert werden. Darum wolle er sich in den nächsten vier Jahren weiter kümmern.

„Pflege muss besser im Bundestag vertreten sein“

„Pflege-Expertise wird im Bundestag dringend gebraucht“: Jessica Heller (CDU). Quelle: André Kempner

Jessica Heller (31, CDU), die seit fast sieben Jahren im Stadtrat sitzt, verwies auf ihre kommunalpolitische Erfahrung. Sie kenne die Probleme der Bürgerinnen und Bürger. „Ich werde auch dahin gehen, wo es vielleicht ein bisschen brenzlig wird, wo man als CDU vielleicht nicht ganz so gern gesehen ist“, sagte Heller. Außerdem sei die Pflege eine der am schlechtesten im Bundestag vertretenen Branchen. Diese Expertise werde dort dringend gebraucht, erklärte die Krankenpflegerin.

„Über 400 Termine im Wahlkreis“

„Nah dran an den Problemen der Leute“: Sören Pellmann (Die Linke). Quelle: André Kempner

Sören Pellmann (44, Die Linke) stellte auf seinen Amtsbonus ab. Er hatte bei der Bundestagswahl 2017 im Leipziger Süden das einzige Direktmandat für die Linken außerhalb Berlins geholt. Er sei nah dran an den Problemen der Leute und als Bindeglied in seinem Wahlkreis präsent. „Über 400 Termine habe ich in den vergangenen Jahren hier vor Ort wahrgenommen“, sagte der gelernte Grundschullehrer. Er wolle die Probleme, von denen er hier erfahre, auch weiterhin nach Berlin tragen.

„Lebensweg darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“

„Ich habe Mut zur Veränderung“: Nadja Sthamer (SPD). Quelle: André Kempner

„Ich bringe sehr viel Energie mit und habe Mut zur Veränderung“, erklärte Nadja Sthamer (31, SPD). Der wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Büro der SPD-Europaabgeordneten Constanze Krehl geht es vor allem um eine gerechte Familienpolitik. „Ich möchte, dass ein Kind erreichen kann, was es will – und dass es nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt, wie der Lebensweg aussieht“, sagte Sthamer.

Eine ausführliche Zusammenfassung vom Wahlforum lesen Sie am Donnerstagnachmittag auf LVZ.de.

Von Björn Meine