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Lokales Warum am Karfreitag in Leipzig nicht getanzt werden darf
Leipzig Lokales Warum am Karfreitag in Leipzig nicht getanzt werden darf
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09:15 19.04.2019
Bei Verstößen gegen das Tanzverbot drohen in Leipzig Bußgelder. (Symbolbild) Quelle: André Kempner
Leipzig

Es drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 5000 Euro: Trotz Kritik gilt auch am kommenden Karfreitag in Sachsen ein Tanzverbot. Geregelt ist das im Sächsischen Sonn- und Feiertagsgesetz – denn danach ist Karfreitag ein „besonders geschützter Feiertag“, wie die Stadt Leipzig mitteilte.

Das bedeutet, öffentliche Vergnügungen wie Tanz- und Sportveranstaltungen sind den ganzen Tag lang verboten. „Die Einhaltung der Vorschriften wird kontrolliert“, teilte das Ordnungsamt mit. Verstöße können demnach mit Geldbußen geahndet werden.

Was machen Leipzigs Clubs?

Wie Leipzigs Clubs mit dem Verbot umgehen, ist unterschiedlich. In mehreren Lokalitäten sind Veranstaltungen geplant, die entweder bis in die Morgenstunden des Karfreitags dauern dürften oder noch am Freitagabend beginnen.

Dabei müssen Ausnahmen des Tanzverbots grundsätzlich möglich sein – das hatte das Bundesverfassungsgericht 2016 im Fall von Bayern entschieden. Zwar sei der grundsätzliche Schutz des Karfreitags nicht zu beanstanden. Allerdings ist die Ausgestaltung unverhältnismäßig, hieß es damals.

Tanzverbot ist ein Anachronismus“

In den vergangenen Jahren hatten sich immer wieder Vertreter aus der Politik gegen das Tanzverbot ausgesprochen – auch in Sachsen„Jedem Menschen sollte es selbst überlassen werden, wie er oder sie Feiertage begeht“, hieß beispielsweise im vergangen Jahr von der Linkspartei im Freistaat. Das Verbot sei anachronistisch.

Auch Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos, befand das Tanzverbot in einem Interview als nicht mehr zeitgemäß. „Jeder kann sich in seinem Verein – ob Kirche, Kleingarten- oder Fußballverein – seine eigenen Regeln geben. Aber die gelten dann nicht automatisch für alle.“

Sachsens Tanzverbot verhältnismäßig locker

Im Vergleich mit anderen Bundesländern ist das Tanzverbot in Sachsen noch halbwegs gemäßigt – obwohl es den gesamten Karfreitag gilt. In Bayern startet das Verbot bereits am Gründonnerstag um zwei Uhr, in Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz um vier Uhr.

In Berlin muss hingegen nur 17 Stunden aufs Tanzen verzichtet werden, in Bremen sind es 15 Stunden. Einige Bundesländer – darunter Bayern, Hessen und Niedersachsen – weiten das Tanzverbot auch auf andere Ostertage aus.

Karfreitag und das Tanzverbot

Am Karfreitag wurde Jesus der Bibel nach in Jerusalem an ein Kreuz genagelt und starb. Um sich darauf zu besinnen, beten und fasten Christen; deswegen gilt auch das Tanzverbot.

Auch an anderen Feiertagen sind Tanzen und andere Vergnügungen untersagt – unter anderen am Volkstrauertag, Totensonntag und am Buß- und Bettag. Dann gelten die Verbote von Veranstaltungen allerdings nur zu bestimmten Zeiten und nicht ganztägig.

Von Josephine Heinze

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