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Lokales Weihnachtsfeier im José-Carreras-Haus des Universitätsklinikums
Leipzig Lokales Weihnachtsfeier im José-Carreras-Haus des Universitätsklinikums
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23:00 19.12.2017
Klinikchef Dietger Niederwieser. Quelle: Foto: Thomas Mayer
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Leipzig

Alle Jahre wieder – findet wenige Tage vorm Fest im José-Carreras-Haus die Weihnachtsfeier der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums und des Vereins Zusammen gegen den Krebs statt. Musik erklingt, man singt gemeinsam, Reden werden gehalten. Die Bilanz eines erneut schwierigen, aber auch wieder erfolgreichen Jahres zieht Klinikchef Professor Dietger Niederwieser (64). Seine Mediziner-Kollegen hören ihm zu, Patienten sind im Publikum, Freunde des Hauses, Sponsoren. Die Patientenversorgung erfolgt, so das Ergebnis einer aktuellen hauseigenen Umfrage, „auf höchstem Niveau“. Nicht anders die Aussage zur medizinischen Betreuung. Man befinde sich derzeit in einer besonders innovativen Phase der Entwicklung im Kampf gegen den Krebs. Niederwieser erinnert sich seiner Arbeit vor fast 30 Jahren in Seattle (USA), als man anfing, die Gen-Therapie zum Nutzen der Krebspatienten zu erforschen. Jüngst wurde die Anwendung von „Killerzellen“ zur Behandlung beispielsweise der akuten Leukämie in den USA für die klinische Anwendung zugelassen. Für kommenden März/April rechnet Niederwieser auch in Deutschland mit dem Zertifikat. Leipzig ist mit diesem medizinischen Fortschritt eng verbunden. Am hiesigen Fraunhofer Institut erfolgt die Herstellung der genannten Zellen. Die Behandlung, das verkündet Niederwieser unterm Weihnachtsbaum freilich auch, wird nicht billig sein und für einen Patienten 480 000 Euro kosten. Die Politik müsse sich also Gedanken machen, wie solche Therapien zu finanzieren sind.

Niederwieser, der weltweit vernetzte Krebsarzt und -forscher, ist Chef eines, seines Teams. Das Wort „Ich“ kommt in seiner Bilanz nicht vor. Vom „Wir“ ist immer die Rede. „Wir wurden Ehrendoktor in Warschau.“ – „Wir waren präsent mit Studien auf weltweiten Kongressen.“ – „Wir gehören mit seit 1983 in Leipzig ausgeführten 4000 Stammzelltransplantationen zu den führenden Einrichtungen in Europa.“ Auf gemeinsamem Tun basiert ebenso das Engagement der Vereine für Knochenmarkspenden und Zusammen gegen Krebs. Sind im Register des einen mittlerweile 100 000 potenzielle Spenderinnen und Spender vermerkt, so leistet der andere Jahr für Jahr seinen finanziellen Beitrag zur Vervollkommnung der medizinischen Betreuung. Vereinsvorstand Thorsten Nikolai weiß, wie schwer es ist, ans Geld fremder Leute heranzukommen. Und doch kann er berichten, erneut 40 000 Euro eingeworben zu haben. Einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro übergibt zur Weihnachtsfeier die Leitung des Konsums.

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Von Thomas Mayer

19.12.2017
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